Frustrierte Fußballer auf Abwegen

Von: joh
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Warten, warten und wieder warten: Schnee, Eis und Frost behindern in der Region seit Wochen Training und Spielbetrieb. Foto: imago /Zink

Aachen. „Dann hoffen wir mal, dass am nächsten Sonntag gespielt werden kann.“ Nur das sehnsüchtige „endlich“ fehlt noch in der Notiz auf der Internetseite von Alemannia Mariadorf. Am 2. Dezember bestritt der Landesligist sein letztes Pflichtspiel. Seitdem ist Pause. Genauer gesagt: winterliche Zwangspause. Gleich vier Mal musste der Rückrundenstart bereits verschoben werden.

„Und jetzt sieht es wieder richtig schlecht aus“, verhagelt der Blick auf den Wettertrend Trainer Frank Raspe die gute Laune. Erneut hat das weiße Übel namens Schnee zugeschlagen. Und somit droht die fünfte Start-Verschiebung. „Die Jungs sind schon fast beleidigt, wenn die Partien immer wieder ausfallen“, betont Raspe.

Die Land-Alemannia aus Mariadorf da ist kein Einzelfall. Seit Monaten hat von der C- bis zur Mittel-rheinliga kein kompletter Spieltag mehr stattgefunden. Selbst das (Fußball-)Training fällt immer wieder den Platzverhältnissen zum Opfer. Und so begeben sich die Fußballer gezwungenermaßen auf Abwege. „Soccerhalle, Tennis, Badminton . . .“, zählt Raspe das Alternativ-Programm auf. „Und wir können noch froh sein, dass wir einen Aschenplatz haben. Wir müssen nur bei Frost pausieren. Andere Vereine mit Rasenplätzen sind weitaus schlimmer dran“, betont der Mariadorf-Coach.

So etwa Landesliga-Konkurrent Dürwiß. Der „Sportpark am See“ umfasst zwar neben einem Rasen- auch einen Aschenplatz – beide sind jedoch in städtischem Besitz. Und die Stadt Eschweiler sperrte die Anlagen „von Woche zu Woche“. „Wir haben in 13 Wochen nur fünf Mal auf dem Feld trainiert“, berichtet Trainer Markus Hambach. Spinning, Laufen auf der Tartanbahn und Ausflüge in die Soccerhalle füllen stattdessen die Einheiten. „Das ist natürlich alles andere als optimal“, sagt Hambach. „Alles das, was die Vorbereitung auszeichnet, konnten wir nicht machen: Automatismen entwickeln, Laufwege trainieren, an der Taktik feilen“, hadert der Trainer. Beim ersten Pflichtspiel am Donnerstag sei das dann auch deutlich spürbar gewesen.

Bei Westwacht Aachen ist man dagegen fast privilegiert. Die Rückrunde läuft schon länger. Drei Partien konnte das Team in der Landesliga bestreiten – zuletzt gab es zwei wichtige Derby-Siege. Das Team zeigt sich fit, obwohl optimale Bedingungen nicht die Regel waren. Ein (mögliches) Geheimnis: das Outdoor-Training. Die Aachener hielten sich weitgehend von warmen Hallen fern. Solange die weiße Schicht frisch sei, könne man auf dem Kunstrasen trainieren, berichtet Sprecher Ronald Krichel. „Konditionseinheit mit Ball“, nennt er lachend den Tiefschnee-Kick. „Das geht allerdings nur, so lange der Schnee nicht plattgetreten ist“, so Krichel. Dann folgt die vereinsinterne Platzsperre.

Doch das Wetter machte erfinderisch. Für die Westwacht-Akteure ging es regelmäßig in die Natur: Waldläufe um den Hangeweiher sowie Rugby-Duelle oder Ballübungen auf den verschneiten Wiesen standen an. Das, was sich ein wenig nach Winter-Romantik anhört, bedeutete – neben „jeder Menge Spaß“ – aber vor allem harte Konditionsarbeit. Ein Stählen für die Rückrunde, das sich nun offenbar in Punkten auszahlt. Und bei dem neuerlichen Wintereinbruch vermutlich schon sehr bald sein Revival erlebt.

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