Saarbrücken - Freddy Borg köpft Alemannia ins Glück

Freddy Borg köpft Alemannia ins Glück

Von: Klaus Schmidt
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Jubel in Schwarz-Gelb: Sascha
Jubel in Schwarz-Gelb: Sascha Rösler und Freddy Borg (rechts) sorgten mit ihren Treffern für den Alemannia-Sieg beim FC Saarbrücken. Foto: Andreas Steindl

Saarbrücken. Manche Begegnungen sind ja untrennbar mit spontanen Erinnerungen verbunden. Als der 1. FC Saarbrücken und Alemannia zum letzten Mal aufeinandertrafen, fehlte kurzfristig der Aachener Kapitän Erik Meijer auf dem Spielberichtsbogen; die Nationale Anti-Doping-Agentur hatte ein Medikament gegen Tinnitus nicht akzeptiert.

Aimen Demai war 2006 schon dabei, damals noch im FCS-Trikot, Thomas Stehle verteidigte, und Sascha Rösler schoss das Tor zum finalen 5:2, ein weiterer Schritt der Schwarz-Gelben zum Bundesliga-Aufstieg.

„Glücklicher Sieg”

Nun traf man sich in der Dritten Liga wieder, gegen den Einsatz des Aachener Spielführers gab es ebenso keine Einwände wie gegen das Resultat. 2:1 gewann Alemannia im Ludwigsparkstadion, ein Kraftakt, der nicht darüber hinwegtäuscht, dass vieles an diesem Abend nur Stückwerk war. Albert Streit redete nicht lange um den heißen Brei herum: „Ein glücklicher Sieg. Spielerisch war das ein Rückschritt, ich will mehr Fußball spielen. Nur hohe Bälle gegen Leute, die 1,90 Meter groß sind, das geht gar nicht.” Auch Chefcoach Ralf Aussem war nur mit den drei Punkten zufrieden: „Jetzt hat auch der Letzte im Kader und im Umfeld gesehen, was in der Dritten Liga entscheidend ist.”

Alemannia sollte da anknüpfen, wo die Mannschaft mit der letzten halben Stunde gegen Dortmund II aufgehört hatte. Neben Rückkehrer Demai ließ Ralf Aussem so auch Kristoffer Andersen und Freddy Borg zum Anpfiff aufs Feld, die Flügelflitzer Marcel Heller und Oguzhan Kefkir fanden sich auf der Ersatzbank wieder. Von einem Sturmlauf wie zuletzt am Freitag war Aachen jedoch weit entfernt. Zu passiv, zweikampfschwach und ideenlos im Spiel nach vorne ließen die Gäste die Partie einfach geschehen. Hayer prüfte Tim Krumpen schon in der ersten Minute, das erwartete Saarbrücker Stilmittel des „langen Balls” brachte Özbek wenig später in Position, der Schuss zischte knapp am Pfosten vorbei. Und dann sorgte Stehle mit einem schlampigen Rückpass, der Krumpen überraschte, für höchste Not.

Nur mit Verspätung entdeckte Alemannia das Land jenseits der Mittellinie und machte sich vorübergehend frei. Timmy Thiele nahm das volle Risiko und meldete sein Team mit dem ersten Torschuss an (19.), zwei Minuten danach scheiterten erst Borg per Kopf (an Torhüter Marina) und dann Stehle im Nachschuss. Ein Strohfeuer - und Ralf Aussems Ahnung, dass in dieser Saison viele Gegner über Standards den Weg zum Tor suchen, bewahrheitete sich in der 31. Minute: Ecke Sven Sökler, Kopfball Straith, 1:0 für Saarbrücken. Das Thema Zuordnung hatte Aachen völlig ausgeschaltet. Der Lernerfolg war gering: Kurz vor der Pause wieder Ecke durch Sökler, Kopfball Stegerer, Baumgärtel verhinderte auf der Linie das 0:2. Alemannia ging mit der bislang schwächsten Halbzeit in die Kabine und warf die Frage auf: Wo waren Konzentration, Elan und Entschlossenheit geblieben?

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, Albert Streit und Rösler gaben sie - der eine per Freistoß, der andere mit seiner Vollendung im Strafraum zum Ausgleich (51.). „Wir tun uns schwer vor dem Tor, aber ich bin froh, dass ich jetzt endlich getroffen habe”, sagte Rösler. Zum dritten Mal im vierten Spiel hatte Alemannia einen Rückstand egalisiert, das ist eine Qualität. Doch ihr Potenzial konnte die Mannschaft auch gegen die aggressiven Saarbrücker nicht entscheidend anbringen. Versuche, aufs zweite Tor zu gehen, verpufften spätestens bei den langen Innenverteidigern, bis zur ersten Ecke dauerte es 75 Minuten. Immerhin blieb die Defensive im Bilde, die Fehlpässe und Fernschüsse der Gastgeber provozierte. Und sieben Minuten vor Schluss köpfte Borg auf weite Flanke des erneut überragenden Streit die Alemannia ins Glück. Thomas Stehle fiel zu diesem Spiel treffend noch ein: „Willkommen in der Dritten Liga.”



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