Fortunas schwerer Weg: Lambertz will „mit Spaß rangehen”

Von: Patrick Scherer, dpa
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andreas Lambertz
Düsseldorfs Andreas Lambertz beim Trainingsauftakt nach der Sommerpause auf dem Trainingsgelände in Düsseldorf. Nach seinem Laktattest verlor er etwas Blut. Foto: dpa

Maria Alm. Mit hängenden Köpfen schlichen Fortunas Fußballprofis vom Kunstrasenplatz in Saalfelden und verschwanden im Mannschaftsbus. 0:2 hatte Düsseldorf das Testspiel während des Trainingslagers in Österreich gegen den Regionalligisten VfL Wolfsburg II verloren.

Fortuna-Linksverteidiger Johannes van den Bergh stellte sich und wiederholte den von allen Düsseldorfer Verantwortlichen, Trainern und Spielern bereits mehrfach abgegebenen Kommentar: „Wir haben so viele neue Spieler. Es ist klar, dass wir Zeit brauchen, diese zu integrieren.”

Den Beweis dafür hatte das Team von Trainer Norbert Meier in den 90 Minuten zuvor ohne Zweifel angetreten. Die Düsseldorfer fanden kein Mittel, die Wolfsburger entscheidend unter Druck zu setzen. 15 neue Spieler plus Tobias Levels, der bereits in der vergangenen Saison von Borussia Mönchengladbach ausgeliehen war, hat der Bundesliga-Rückkehrer bisher verpflichtet - so viele wie kein anderer Erstligist.

In Maria Alm soll die neue Einheit entstehen. Es wird ein steiniger Weg für die Fortuna in der ersten Bundesligasaison seit 15 Jahren. In Assani Lukimya (Werder Bremen), Maximilian Beister (Hamburger SV), Sascha Rösler (Alemannia Aachen) und Thomas Bröker (1. FC Köln) müssen vier Aufstiegs-Protagonisten adäquat ersetzt werden. Von den zahlreichen Neuen bringen allein Axel Bellinghausen, Du-Ri Cha, Stefan Reisinger und Nando Rafael Erfahrung in der höchsten Spielklasse mit.

Alle vier waren aber auch nicht immer unumstrittene Stammspieler in ihren Vereinen. Manager Wolf Werner muss haushalten, hat keine übermäßigen finanziellen Möglichkeiten und setzt somit vornehmlich auf junge Spieler aus unteren Ligen - mit Potenzial. Verteidiger Leon Balogun (Werder Bremen II), Mittelfeldmann Ivan Paurevic (Borussia Dortmund II) und Stürmer Gerrit Wegkamp (VfL Osnabrück) etwa sollen zum Klassenverbleib des Traditionsvereins beitragen.

„Wir werden nicht durch die Republik reisen und einem Club nach dem anderen das Fußball-ABC beibringen”, sagt Rückkehrer Bellinghausen, der bereits in der Jugend und zu Oberliga- und Regionalligazeiten bei der Fortuna spielte. Ihm ist klar, was auf das Team zukommt. Kapitän Andreas Lambertz, der als einziger mit dem Verein den Durchmarsch von der Ober- in die Bundesliga schaffte, sieht es ebenso: „Wir haben eine schwere Aufgabe vor uns, aber wir müssen mit Spaß rangehen. Vielleicht unterschätzen uns ja viele Teams.”

Neben der Integration der vielen Zugänge muss Fortuna auch neue Euphorie entfachen. Der Prozessmarathon nach dem chaotischen Relegations-Rückspiel gegen Hertha BSC ließ die ausgelassene Grundstimmung verpuffen. „Wir durften uns ja nicht freuen. Ich habe irgendwann im Urlaub dann endlich erfahren, dass wir aufgestiegen sind. Da war natürlich keine Euphorie mehr da”, erklärte Lambertz.

Das 0:2 gegen Wolfsburg II war ein deutliches Signal: Die Schwächen der Düsseldorfer in Defensive und Offensive sind noch auffällig. Bis zum Saisonstart am 25. August bei Vorjahresaufsteiger Augsburg ist allerdings ausreichend Zeit, eine homogene Einheit zu formen. Dann aber wird es ernst.
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