Köln - FC-Präsident Wolfgang Overath redet Klartext

FC-Präsident Wolfgang Overath redet Klartext

Von: Günter Kirschbaum
Letzte Aktualisierung:

Köln. Hinter verschlossenen Türen redete am Kölner Geißbockheim nur einer. Wolfgang Overath erläuterte dem komplett angetreten Trainerstab und dem Kader seine Sicht der Dinge. Der FC-Präsident nahm dabei kein Blatt vor den Mund und beschönigte die Situation des rheinischen Bundesligisten nicht.

„Nun ist es Zeit, dass die Spieler dem FC etwas zurückgeben”, sagte Overath im Gespräch mit unserer Zeitung.

War Ihre Ansprache an die Mannschaft eine Wut- oder gar Brandrede?

Overath: Nein, nein. Das war keine Wutrede und auch keine Brandrede. Es war eine Rede, mit der ich der Mannschaft meine Gefühle zeigen wollte, ohne irgendjemanden an die Wand zu nageln. Sie war schon emotional, die sollten schon merken wie es in mir aussieht. Ich war nach dem schlechten Spiel gegen Hannover sehr enttäuscht.

Sind Sie von den Spielern verstanden worden?

Overath: Ich denke ja. Alle Spieler und alle Trainer waren dabei. Sehen wird man das am Sonntag in Berlin, wie die Mannschaft dort auftritt. Denn das wird schon ein entscheidendes Spiel, in dem es sich zeigt, wo es hingeht.

Die Mannschaft spielt also unter Bewährung...

Overath: Nein. Derzeit ist doch alles nur eine Momentaufnahme. Es ist noch nichts gewonnen oder verloren. Es war dieses eine Spiel gegen Hannover, das die Menschen und mich so aufgeregt hat. Der Rest der bisherigen Saison mit neun Punkten und dem Erreichen des Pokal-Viertelfinales war in Ordnung.

Glatt ist es beim FC nicht durchgängig gelaufen...

Overath: Natürlich haben wir nicht das erreicht, was wir uns vorgenommen hatten. Wir wussten aber, dass Milivoje Novakovic keine Vorbereitung hatte. Wenn Nova in der letzten Saison keine Tore gemacht hätte, hätten wir da schon ein Problem gehabt. Wir brauchen ihn. Wir wussten, dass es für Lukas Podolski schwer wird. Er hat vor dem Hannover-Spiel Ansätze gezeigt, die überragend waren. Es ist für ihn eine neue Situation, er trägt hier Verantwortung. Mit ihm und Nova habe ich das besprochen. Wir müssen einfach schnell aus dieser Geschichte herauskommen.

Was bereitet Ihnen derzeit die meisten Sorgen?

Overath: Mit unseren tollen Fans und dem super Stadion musst du doch zu Hause eine Macht sein. Da müssen Feuer, Leidenschaft und Mut gezeigt werden. Und dann gewinnst du in einem Jahr drei Heimspiele. Es ist wichtig, dass du Qualität in der Mannschaft hast. Aber entscheidend sind die Einstellung und die Bereitschaft, 90 Minuten alles zu geben. Mit guten Spielern allein hast du noch keine gute Mannschaft. Unser Team hat keinen schlechten Charakter, jeder ist bereit, 100 Prozent zu geben. Aber 100 Prozent reichen nicht. Da muss mehr kommen.

Was erwarten Sie in den nächsten Wochen?

Overath: Was wir beredet haben, bleibt in unseren Räumen. Aber wir tun wirklich alles für die Jungs. Noch nie ist ein Cent Gehalt verspätet gekommen, wir geben Ihnen Autos und bei persönlichen Problemen können sie zum Mannschaftsbetreuer. Nun ist es Zeit, dass die Spieler dem FC etwas zurückgeben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert