Favre auf der Suche nach Lösungen

Von: bsc
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Mönchengladbach. Das Ergebnis gibt nicht das wieder, was Lucien Favre schonungslos einordnete: „Sie waren uns in allen Belangen überlegen.” Sie waren die Wolfsburger, uns seine Mönchengladbacher, die „nur” 1:2 in der VW-Stadt unter die Räder kamen.

Die etwas bessere letzte Viertelstunde hatte wenig mit dem Tabellenletzten zu tun, erst recht nicht mit dem „guten Charakter”, den der Schweizer Trainer seinen bis zum Anschlusstreffer desolat auftretenden Profis tapfer bescheinigte. Die etwas weniger schwarze Schluss-Phase hatte ausschließlich Schiedsrichter Dr. Jochen Drees initiiert mit seinem übertriebenen Elfmeter-Pfiff zugunsten der Gäste.

Zuvor konnte man sich nur die Frage stellen, war Schalke, gegen das man fünf Tage zuvor den ersten Heimsieg der Saison holte, so schlecht, dass man das 2:1 fälschlicherweise als Wiedergeburt der Borussia interpretierte? Trotz ihrer Krise ist die Wolfsburger Mannschaft individuell der Gladbacher überlegen, was im Abstiegskampf eigentlich kein grundlegendes Manko ist und durch entsprechendes Auftreten aufzufangen ist.

Doch wenn Basis-Tugenden nicht abrufbar sind, landet man bei der Analyse schnell bei mentalen Problemen. „Nach vorne war zu wenig Bewegung, hinten war alles zu weit auseinander”, urteilte Martin Stranzl recht nüchtern. „Die Angst war da, und man hat gesehen, was schiefgelaufen ist in den letzten Wochen und Monaten.”

Unübersehbar war auch etwas, was sich in der 36. Minute abspielte - durch orange-farbiges Schuwerk. In dem steckte Roman Neustädter, und der erlaubte sich mal so eben, im Strafraum ungerührt und unbewegt zuzuschauen, wie Diego die Führung für Wolfsburg erzielte. Diese Erstarrung mochte Favre dem erst 22-jährigen „Sechser” trotzdem nicht nachsehen, zumal er sich erneut als ein Garant für Fehlpässe erwies, und wechselte ihn frühzeitig gegen Thorben Marx aus.

„Wir müssen Lösungen finden”, befand Favre. Sein Hoffnungsquell aber sprudelt naturgemäß immer kümmerlicher: Inzwischen gibt es maximal nur noch 30 Punkte aus noch zehn Spieltagen zu schöpfen. Unerschöpflich scheint der Optimismus bei Tobias Levels zu sein, wenn er denn nicht einer der Art ist, die den Vornamen Zweck- besitzen: „Ich glaube nicht, dass die Aufbruchstimmung aus der letzten Woche schon wieder weg ist.”
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