Fans feiern Borussia, Borussia feiert Fans

Von: zva
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Man sagt sich Danke: Borussias
Man sagt sich Danke: Borussias zahlreiche Fans und die Mannschaft nach dem Schlusspfiff in Marseille. Foto: Dieter Wiechmann/imago/Team 2

Marseille/Aachen. Mike Hanke ist ein gerngesehener Gast bei den Medien, denn Borussia Mönchengladbachs Stürmer ist keiner jener Vertreter, die mit weich gespülten Standardsätzen Journalisten und auch Leser langweilen.

Nach dem verdienten 2:2 im vierten Gruppenspiel der Europa League bei Olympique Marseille sprach der Schütze des Führungstreffers vier Worte, die jeder, aber auch wirklich jeder aus dem Umfeld des Fußball-Bundesligisten dick unterstreicht. Und zwar ganz dick! Also sprach Hanke: „Juan ist unfassbar wichtig!”

Selbst dann, wenn er wie am Donnerstag nicht einen seiner bislang schon vielen Sahnetage erwischt hat. „Er hat viele Fehlpässe gespielt”, hatte auch Trainer Lucien Favre beobachtet. Aber zweimal war der Venezolaner zur Stelle. Vor dem Führungstor luchste Juan, Nachname Arango, dem im eigenen Strafraum tölpelhaft agierenden Benoit Cheyrou den Ball ab, passte schnell auf Hanke, der die Vorlage per Grätsche vollendete.

Und natürlich war der 32-Jährige auch zur Stelle, als in der Nachspielzeit Lukas Rupp noch eine letzte Flanke in den Strafraum geschlagen hatte. Ein Schuss, natürlich mit links, ein Tor, „und jetzt haben wir wieder alles in der eigenen Hand”. Sagte Mike Hanke, der auch für die gut 3000 mitgereisten Borussen-Fans die richtigen Worte fand. „Das war wirklich Wahnsinn. Wie wir unterstützt wurden, das war phänomenal.”

Auch hier gab es, wie bei Juan Arango, keinen Widerspruch. Lucien Favre schwärmte gar in seiner Heimatsprache, fand die „unglaubliche Stimmung” im Stadion „extraordinaire, magnifique”. Und Patrick Herrmann stellte nach dem „Heimspiel” fest: „Es war eher der Borussia-Park als das Stade Velodrome.”

Vom „Stade Velodrome” gehts weiter in die „Trolli-Arena”, von Marseille nach Fürth, wo am Sonntag (17.30 Uhr) das 19. Pflichtspiel der Saison seit dem 18. August ansteht (ohne Länderspieleinsätze). Im Schnitt hat die Borussia alle viereinhalb Tage ein Spiel, muss im Wettkampf somit an der Abstimmung arbeiten; die Trainingseinheiten können zu großen Teilen nur der Regeneration dienen.

Und auf diesem Weg hat die Borussia auch beim französischen Spitzenteam wieder einen kleinen Schritt hin zur Stabilität gemacht. Speziell vor der Pause stand die Borussia sehr sicher, und auch nach den beiden Treffern der Gastgeber ließen sich Brouwers, Dominguez und Co. nicht beirren. Dass mit zu vielen und zu schnellen Ballverlusten - wie schon beim Pokalspiel in Düsseldorf - der Gegner aufgebaut wurde, dürfte ganz oben auf der Favreschen Mängelliste stehen.

Das 2:2 in Marseille sorgt auf jeden Fall für einen bestens gefüllten Borussia-Park am 22. November im Gruppenspiel gegen AEL Limassol (die Partie wird live bei Kabel 1 übertragen), denn die Mönchengladbacher bleiben weiter im Rennen (siehe „Europa League”).

Und ganz nebenbei dürfte der Ausgleich auch für neue Kraft sorgen, die die Borussen angesichts ihres Programms benötigen. Neun Spieler sind in der kommenden Woche mit Nationalteams unterwegs, die weiteste Reise hat wieder einmal Juan Arango vor sich: Doch in Florida darf der Mann für die gewissen Momente nicht die schönen Seiten Miamis genießen. Er trifft mit der Auswahl Venezuelas auf Nigeria. Frei in Sachen Nationalmannschaft hat Marc-André ter Stegen, der das Gegentor durch Joey Bartons direkt verwandelten Eckball nicht entschuldigen wollte. „Das war mein Fehler”, sagte der zerknirschte Torwart, dessen Patzer am Ende aber nicht wirklich diskutiert wurde. Fast alles drehte sich um Arango und den Moment des späten Glücks.(zva)

So könnten sie spielen: ter Stegen - Jantschke, Brouwers (Stranzl), Dominguez, Wendt - Nordtveit, Marx (Xhaka) - Rupp, Arango - Herrmann - de Camargo
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