Eric van der Luer: „Mit Hendriks wäre es nie so weit gekommen”

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
hendriks05
In Kerkrade vergrault: „Mister Roda” Nol Hendriks. Foto: De Limburger

Kerkrade/Aachen. Für die Fans von Roda JC Kerkrade ist jeder Anhänger von Fortuna Sittard eine „graue Maus”. Und so hatten die Protestler gegen die Zwangs-Ehe mit dem limburgischen Rivalen vor dem Parkstad Limburg Stadion ein paar Mausefallen ausgelegt und Mäusegift verspritzt.

Kerzen wurden aufgestellt, später zog man zur alten Spielstätte Kaalheide und sorgte für den Abbruch des Nachwuchsrundenspiels gegen Borussia Mönchengladbach. Ein selbstgebasteltes Projektil gereichte einem Anhänger zum Arrest; die befürchteten gewalttätigen Ausschreitungen gab es auch in Sittard nicht - Feuerwerke auf dem Markt und vor dem Stadion wurden von der Polizei geduldet.

„Mit Nol Hendriks wäre es nie so weit gekommen”, sagt Eric van der Luer. Seit 1987 gehört der jetzige Trainer von Alemannia Aachens U23 zum Roda-Inventar, er besitzt eine unbefristet geltende Rückkehr-Garantie. „Doch nun ist alles weg, was man selbst mit aufgebaut hat”, Riesenfehler seien gemacht worden, personell und finanziell. Der größte: die Abnabelung von Nol Hendriks vor sechs Jahren.

Das Geld des Textil-Barons hätten sie in Kerkrade zwar auch weiterhin gern genommen, aus dem Tagesgeschäft sollte sich der inzwischen 71-Jährige allerdings raushalten. Hendriks reagierte, fuhr sein Engagement immer weiter zurück und beschaffte Roda im letzten Jahr erstmals keinen Spieler mehr. Schon im Sommer 2006 konnte der Ehrendivisionär seine Existenz nur durch den Verkauf von Arouna Koné für neun Millionen Euro an PSV Eindhoven sichern.

„In Kerkrade haben nur noch Fremde was zu sagen”, Eric van der Luer wundert sich da nicht über die dramatische Entwicklung. Der nun verkündete Zusammenschluss mit Fortuna Sittard ist für den 43-Jährigen auch „keine Fusion - das ist eine Übernahme”, deren Sinn sich dem Ex-Profi nicht erschließt. „Wenn man die ganzen Emotionen mal rauslässt: Warum übernimmt man einen bankrotten Verein? In Sittard ist nichts mehr von Historie übriggeblieben, Fortuna wäre meiner Meinung nach sowieso im Sommer am Ende. Roda könnte es mit seiner Geschichte und Zukunft alleine schaffen.”

Aber wenn´s denn sein soll, „muss der neue Verein ein Gesicht bekommen - ein Roda-Gesicht”. Außerdem: In einen südlimburgischen Groß-Klub würden Sponsoren wie der Chemiekonzern DSM stärker investieren. „Im Moment machen die ein bisschen Roda, ein bisschen Fortuna, etwas MVV und Venlo.”

Schon am Dienstagabend telefonierte der Ex-Trainer Sef Vergoossen mit dem Ex-Spieler van der Luer. Das Kompetenz-Team will die aufgebrachten Fan-Gruppen überzeugen und prominente Namen vor die Kampagne spannen, Namen, die zur Identifikation geeignet sind. Überzeugung durch Ausstrahlung: Fortuna hätte Mark van Bommel, Kevin Hofland und Erik Meijer zu bieten, und natürlich fiel für Roda sofort der Name van der Luer. „Aber”, sagt der Umworbene, „ich fühle mich im Moment sehr wohl in Aachen und sehe meine Zukunft eher bei Alemannia als in Kerkrade. Und das hat mit der jüngsten Vergangenheit zu tun.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert