Ein willkommener Punkt für gepflegte Langeweile

Von: Lukas Weinberger
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Wieder einmal ausgebremst: Auch Leonardo Bittencourt (in Weiß) konnte die lange Kölner Serie ohne Treffer im eigenen Stadion nicht beenden. Foto: sport/T-F-Foto

Köln. Dominique Heintz ist ein ziemlich kompromissloser Kerl, als Innenverteidiger des 1. FC Köln gehört das ja auch irgendwie zu seinem Job, und den hat er auch gegen Mainz 05 wieder ordentlich gemacht.

Heintz hat gekämpft, er hat viele Zweikämpfe gewonnen, er hat sogar ein bisschen geblutet, weil sein Gegenspieler ihn mit dem Ellbogen an der Nase getroffen hatte; jedenfalls haben er und seine Abwehrkollegen kein Tor zugelassen, und das ist, was zählt, zumindest auf der einen Seite.

Was auf der anderen Seite schiefgelaufen war, hat Heintz dann auch noch schnell erklärt, kompromisslos, so wie man das von ihm kennt. Warum es denn nur zu einem 0:0 gereicht habe, wurde er in der Mixed Zone gefragt, und Heintz musste gar nicht lange überlegen, er sagte: „Uns fehlt im Moment die letzte Konsequenz, mit aller Wucht da vorne einen reinzuknallen.“

Heintz hat das Manko seines Klubs in den vergangenen Wochen damit ganz schön beschrieben, der FC braucht zu viele Chancen für ein Tor, und deswegen reichte es im ziemlich langweiligen Bundesligaspiel gegen Mainz nur zu einem 0:0. So richtig unzufrieden war damit aber niemand, nicht Heintz, nicht seine Kollegen und auch nicht Trainer Peter Stöger, er sagte: „Wenn gestandene Bundesligisten wie Mainz nach dem Spiel bei uns sagen, sie seien mit dem Punkt zufrieden, zeigt das, dass wir in unserer Entwicklung weiterkommen.“

Und das mit der Entwicklung sei eben sehr wichtig für eine Mannschaft, die erst im Vorjahr aufgestiegen sei, das dürfe man nicht vergessen. Er betonte die Kompaktheit seiner Mannschaft, sie ließ kaum Chancen zu, Torwart Timo Horn musste nur einen einzigen Mainzer Torschuss abwehren. Und sie war bis auf 20 Minuten in der ersten Hälfte das spielbestimmende Team. Stöger sagt: „Wir haben uns im Vergleich zum Vorjahr enorm weiterentwickelt.“ Der Weg, die Richtung, „ich denke, das passt“.

Ein bisschen Kritik

Der Trainer wollte aber auch nicht alles schönreden, so hat er das gesagt, und deswegen gab es dann doch noch Kritik, zumindest ein bisschen. „Wir wissen natürlich, dass im Fußball Tore zählen“, sagte Stöger, „und wir hatten ja die Möglichkeiten, wir haben sie nur wieder nicht genutzt.“ Philipp Hosiner schoss knapp vorbei (7. Minute), Leonardo Bittencourt traf das Außennetz (11.), Anthony Modeste scheiterte am Pfosten (48.).

Das mit den vergebenen Möglichkeiten war ja auch vor zwei Wochen in Leverkusen so, da haben sich die Kölner mit zwei Toren nach Standards den Derbysieg verdient; sie haben die Treffer erzwungen, so heißt das im Fußballdeutsch. Das klappt aber eben nicht in jeder Partie, und beim FC irgendwie schon gar nicht in Heimspielen, Köln hat seit 350 Minuten kein Tor mehr im eigenen Stadion geschossen.

„Für den Aufwand, den wir in den vergangenen Heimspielen betrieben haben, haben wir viel zu wenig mitgenommen“, sagte Stöger. 1:1 gegen Ingolstadt, 0:1 gegen Hannover, 0:0 gegen Hoffenheim, 0:0 gegen Mainz, das ist die triste Bilanz seines Teams aus den vergangenen vier Heimspielen. Weil er aber in Leverkusen oder auch auf Schalke gewonnen hat, steht der FC im Mittelfeld, immerhin.

Keine Spitzenmannschaft

Stöger sagt: „Es ist Fakt, dass uns zu einer Spitzenmannschaft noch einiges fehlt.“ Der Schritt von einer stabilen Bundesligaelf zu einem Klasseteam sei riesig. Aber das sei ja im Moment ohnehin nicht der Anspruch der Kölner.

Beim FC hat man sich längst darauf besonnen, erst einmal die kleinen Schritte zu machen, sich in Ruhe zu entwickeln, und das zeigte sich auch, als Stöger über die nächste Aufgabe sprach, er sagte: „Wir können in Darmstadt nicht rausgehen und denken, dass wir dieses Spiel gewinnen werden, nur weil wir der 1. FC Köln sind und Darmstadt der Underdog.“ Seine Mannschaft müsse alles abrufen für einen Erfolg beim Aufsteiger. Innenverteidiger Dominique Heintz ist da optimistisch, er sagte: „Gegen Darmstadt hauen wir wieder einen rein.“

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