Ein Punkt als Hoffnungsschimmer: ein mäßiges Derby

Von: Morten Ritter, dpa
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Mönchengladbach. In sportlich schweren Zeiten werden die Ansprüche bescheidener. Nach dem mäßigen 0:0 im Derby gegen den 1. FC Köln wartet Borussia Mönchengladbach nun schon seit sechs Spielen auf einen Sieg in der Fußball-Bundesliga, doch die Verantwortlichen werteten den mageren Punktgewinn als Erfolg.

„Wir haben die Niederlagen-Serie beendet. Uns hat nur das Quäntchen Glück gefehlt. Aber so wie die Mannschaft spielt, wird das Glück zurückkommen”, befand Sportdirektor Max Eberl ungeachtet der Nullnummer gegen den rheinischen Rivalen.

Damit stecken die Gladbacher weiterhin in der Abstiegszone fest, die nur um einen Punkt besser platzierten Kölner sind immerhin schon seit drei Spielen unbesiegt.

„Sicher haben wir uns heute drei Punkte erhofft. Aber beide Mannschaften strotzen nicht gerade vor Selbstvertrauen, da ist es klar, dass man nicht blind nach vorne rennt und erst einmal in der Abwehr gut stehen will”, meinte Gladbachs Mittelfeldspieler Thorben Marx. Der Trend zeige aber nach oben. „Wenn wir so weiterspielen, werden wir auch da unten rauskommen”, sagte der frühere Bielefelder.

Trainer Michael Frontzeck sitzt ungeachtet aller verpassten Punkte weiterhin fest im Sattel. Präsidium und Sportdirektor hatten dem zu Saisonbeginn verpflichteten Coach schon vor der Partie deutlich das Vertrauen ausgesprochen.

Der Trainer selbst bezeichnete die Situation als „zähe Phase”. Jeder könne sehen, dass die Mannschaft alles versuche. „Ich habe in den letzten drei Monaten nicht einmal von den Zuschauern gehört: Wir wollen euch kämpfen sehen”, sagte Frontzeck. Für ihn, so der Trainer, sei wichtig, dass das Team stabil bleibe und Nervenstärke beweise.

„Ich denke, dass es eine Frage der Zeit ist und dann wird der Bock umgestoßen - nicht der Geißbock”, sagte Frontzeck, dessen Team in der Schlussphase noch einige gute Chancen vergab.

Die Kölner, die in den letzten fünf Partien immerhin viermal ohne Gegentreffer blieben, konnten mit dem Teilerfolg gut leben. „Dass es kein schönes Spiel wird, habe ich schon vorher gesagt”, meinte FC- Coach Zvonimir Soldo.

Der starke Rückhalt Faryd Mondragon, der sein Team mit einigen guten Paraden im Spiel hielt, brachte es auf den Punkt. „Wenn man nicht gewinnen kann, muss man wenigstens einen Punkt holen”, sagte der kolumbianische Torhüter.

Zum Glück kam es unter den rivalisierenden Fans bei diesem Hochsicherheits-Spiel vor 54 067 Besuchern im ausverkauften Borussia- Park nicht zu den erwarteten Ausschreitungen. Ein massives Sicherheits-Aufgebot von fast 2000 Leuten und ein in dieser Form erstmals ausgesprochenes Alkoholverbot in weiten Teilen der Stadt trugen zur Deeskalation bei.

Kölns Manager Michael Meier, der die Partie im Fan-Block verfolgte, trat die Reise an den Niederrhein mit den FC-Anhängern im Zug an. „Das ist hautnah, Fußball pur. Das hat Spaß gemacht. Die Fans fanden das auch toll”, sagte Meier.
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