Eichner und das „Erste-Tor-Spiel”

Von: Günter Kirschbaum
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Köln. Am Ende einer turbulenten Woche rund um den 1. FC Köln wurden Fakten geschaffen. Dienstag verkündete Cheftrainer Frank Schaefer seinen Rückzug nach der Saison, Donnerstag verlängerte Christian Eichner seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag um zwei Jahre. „Christian ist ein Spieler”, dozierte Sportdirektor Volker Finke, „der uns bisher schon sehr geholfen und Verantwortung übernommen hat. Er ist für die Kommunikation im Team sehr wichtig.”

Eichners neuer Vertrag gilt für Erste und Zweite Liga. Und um sein künftiges Arbeitsumfeld auf höchster nationaler Ebene zu sichern, fordert der Linksverteidiger: „Wir müssen jetzt so schnell wie möglich den Dreier, den wir noch zum Klassenerhalt brauchen, einfahren.”

„Hervorragende Trainingswoche”

Die nächste Möglichkeit dazu hat der FC Sonntag (15.30 Uhr) beim VfL Wolfsburg. Bei einem Gegner, der laut FC-Trainer Frank Schaefer „personell und von seinem wirtschaftlichen Volumen her nicht auf diese Region ausgerichtet ist”. Der Deutsche Meister von 2009 rangiert mit sechs Punkten weniger als Köln auf dem Relegationsplatz. Doch auch der FC ist nach drei Niederlagen aus den letzten vier Begegnungen nicht gerade auf einem Höhenflug. Schaefer ist nach einer „hervorragenden Trainingswoche” überzeugt, dass sein Team ein gutes Auswärtsspiel zeigen wird.

Schaefer will nicht zu sehr in die Analyse der letzten Pleiten einsteigen. „Unser Fokus liegt nur auf Wolfsburg, sagt der 47-Jährige vor seinen letzten Wochen als Bundesligatrainer. Nur soviel: „Der entscheidende Punkt ist, dass du als Mannschaft defensiv denkst.” Einen anderen Ansatz hat Christian Eichner. „Schon die letzten Spiele, die wir gewonnen haben, waren nicht das Gelbe vom Ei”, holt der 28-Jährige etwas weiter aus. „Wir müssen wieder als Einheit auftreten und kompakt stehen.”

Fast schon dramatisch

Der Linksverteidiger empfindet es fast schon als dramatisch, dass das Team nach einem Rückstand in schöner Regelmäßigkeit einbricht. „Wir dürfen es nicht in unsere Köpfe lassen, dass es ein Auswärts- und ein 0:1-Problem gibt”, fordert Eichner seine Kollegen auf, Negatives aus dem Gedächtnis zu verbannen. Und im Vorausblick auf Sonntag schwant ihm: „Es könnte wieder so ein Erstes-Tor-Spiel werden.” Und hofft, dass es diesmal der FC sein wird, der zur Führung trifft.

Auch Schaefer trägt einen gewissen Optimismus zur Schau. „Ich habe diese Woche in der Mannschaft gespürt, dass sie darauf brennt zu zeigen, wozu sie auswärts fähig ist”, sagt der Coach. Das muss der FC ohne Lukas Podolski (gelbgesperrt) tun. Der Kapitän wird nicht im Privatjet sitzen, mit dem die Mannschaft heute nach Wolfsburg fliegt. Als Besetzung für Poldolskis Rolle als Offensivkraft hinter der Spitze Novakovic ist Jajalo vorgesehen. Für Peszko (Innenbandriss) spielt Freis.

Am Ende der turbulenten Woche hat Frank Schaefer eine Bitte: „Ich appelliere an die Fans, nicht alle Energie auf meine Person zu richten. In den entscheidenden Wochen müssen alle handelnden Personen in Ruhe und Geschlossenheit unterstützt werden.”

Wasserstandsmeldungen bei der Suche nach einem Schaefer-Nachfolger gibt es keine. Sportdirektor Finke ist auf der Suche. Jenseits von Alemannia Aachens Coach Peter Hyballa, der in Köln nie ein Thema war.

Voraussichtliche Aufstellung: Rensing - Brecko, Geromel, Mohamad, Eichner - Lanig, Matuschyk (Yabo) - Freis, Jajalo, Clemens - Novakovic
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