Eberl gewinnt Favre und kämpft um de Jong

Von: Bernd Schneiders
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Wieder im Land des Lächelns -
Wieder im Land des Lächelns - auf dem Mönchengladbacher Trainingsplatz: Lucien Favre, der bis 2015 verlängert hat. Foto: Johannes Kruck

Mönchengladbach. Lucien Favre ist ein besonderer Trainer. Nicht nur besonders gut, mitunter auch besonders schwierig. So führten seine zögerlichen Aussagen zu seiner eigenen Person und Zukunft regelmäßig zu wilden Spekulationen rund um Mönchengladbach.

Bayern München, Schweizer Nationalmannschaft, zuletzt Olympique Marseille, der 54-Jährige schien zumindest seinen dicken Zeh zeitgleich in mehreren Türen stecken zu haben. Polyvalent eben, genau die Mehrkampf-Qualitäten, die der Schweizer auch so gerne bei seinen Spielern sieht.

In Vergessenheit geriet, dass Favres Vertrag noch bis 2013 lief, was aber zumindest ins moderne Klub-Hopping à la Felix Magath passt. Nun aber hat Borussias Trainer vorzeitig bis 2015 verlängert. Und für manchen Beobachter ist diese Schweizer Unterschrift Max Eberls größter Coup, noch vor den Königstransfers des Sportdirektors: Alvaro Dominguez, Granit Xhaka und wahrscheinlich demnächst Luuk de Jong.

„Ich passe sehr gut zu Borussia”

Ein Kaiser-Transfer also. „Ich passe sehr gut zu Borussia. Es gefällt mir hier, sonst hätte ich auch nicht verlängert”, erklärte der erfolgreich Umworbene. Favre hat sich einen Stellenwert erarbeitet in den letzten anderthalb Jahren. Den vor allem mit seiner exzellenten Trainingsarbeit und der Fähigkeit, jeden Einzelnen als auch die Mannschaft an sich besser zu machen. Das nimmt heute zwar fast jeder Trainer für sich in Anspruch, doch kaum jemand konnte das so eindrucksvoll und nachhaltig beweisen wie der Schweizer Tüftler. „Lucien Favre ist genau der richtige Trainer, und wir freuen uns, dass wir den Weg, den wir mit ihm eingeschlagen haben, weiter gehen werden”, ließ der Borussen-Manager verlauten.

Favre ist auch sehr zufrieden mit dem „Zeitpunkt der Vertragsverlängerung vor der Saison”. Warum dann nicht schon in der Winterpause? Womöglich wollte Favre abwarten, wie sich die Transferpolitik der Gladbacher entwickelt. Schließlich stand seit der Jahreswende fest, dass Marco Reus, Roman Neustädter und eigentlich auch Dante den Klub verlassen. Am wahrscheinlichsten aber ist, dass der Gladbacher Trainer in Ruhe und voller Konzentration das machen wollte, was er am liebsten macht: Auf dem Trainingsplatz seine Spieler in seiner Fußballphil-osophie zu unterrichten. Da ist er in seinem Element, und mit etlichen Neuzugängen hat er besonders viel zu tun, was seine Miene deutlich aufhellt.

Deshalb war es womöglich gar nicht mehr nötig, Lucien Favre unter Drogen zu setzen, um endlich seine Unterschrift unters fast schon verblichene Vertragswerk zu bekommen. Die Trainings-Euphorie tat ihr Übriges...

„Finanzminister” Schippers dabei

Das wird am Mittwoch in Enschede nicht gereicht haben. Max Eberl reiste mit Geschäftsführer Stephan Schippers ins „Tukkerland”, und wenn bei solchen Reisen Borussias „Finanzminister” mit dabei ist, gehts um Geld. Twente soll angeblich 15 Millionen Euro für seinen Torjäger Luuk de Jong verlangen, Gladbach zuvor lediglich zehn geboten haben. Vor der deutschen Delegation waren bereits Vater George de Jong und Berater Louis Laros eingetroffen. Eberl & Co. können nur darauf hoffen, dass diese Twente dazu bewegt haben, von seiner Forderung abzugehen. 15 Millionen wird und kann Gladbach nicht zahlen.
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