Doppelpack durch die Überlebensgarantie

Von: Roman Sobierajski
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Hajime Hosogai grätscht, Chri
Hajime Hosogai grätscht, Christian Clemens fällt - und Schiedsrichter Peter Gagelmann entscheidet auf Strafstoß. Nach einer halben Stunde hatte der FC das Spiel gegen Augsburg entschieden. Foto: Rainer Dahmen

Köln. Den letzten Schuss beim Aufwärmen vor der Bundesliga-Partie des 1. FC Köln gegen Aufsteiger FC Augsburg feuerte Lukas Podolski fast von der Mittellinie Richtung Tor - und traf die Latte, was dem 26-Jährigen ein feines Lächeln entlockte.

In den folgenden 90 Minuten zielte der Kölner Stadtheilige dann noch ein wenig genauer: Die Saisontreffer sieben und acht von Podolski und das erste Ligator von Slawomir Peszko besiegelten das Schicksal der Mannschaft von Trainer Jos Luhukay, die sich erstaunlich widerstansdslos in die Niederlage fügte.

Anders als ihr niederländischer Trainer, der nicht erst nach dem Schlusspfiff lospolterte, sondern schon während des Spiels lautstark von der Seitenlinie seine Spieler dirigierte: „Meine Mannschaft schießt 15 Mal auf das gegnerische Tor und trifft kein einziges Mal. Für Köln sind fünf Schüsse vermerkt, und drei davon sind drin. Das ist hohe Effektivität und nicht Harmlosigkeit wie bei uns.”

Fehlende Abgezocktheit

Bereits nach 19 Minuten hatte Lukas Podolski auf Vorarbeit von Slawomir Peszko die Weichen für den nächsten FC-Heimsieg gestellt. Die Kölner Überlebensgarantie zog mit Tempo in den gegnerischen Strafraum, düpierte die halbe FCA-Verteidigung und ließ mit seinem Linksschuss aus spitzem Winkel Augsburgs Torhüter wesentlich älter aussehen als seine 35 Lebensjahre. „Das ist ein Tor, das ich ganz klar auf meine Kappe nehmen muss”, gestand Simon Jentzsch im Anschluss ein, ohne die Fernsehbilder bemühen zu müssen.

Auch beim zweiten Gegentreffer ließ es der FC Augsburg schlicht an der Abgezocktheit mangeln, die nötig ist, wenn man in der höchsten Spielklasse länger als nur eine Saison überleben will: Christian Clemens kam im Strafraum im Zweikampf mit dem Japaner Hajime Hosogai zu Fall, Schiedsrichter Peter Gagelmann wollte erst weiterspielen lassen, doch sein Assistent hatte ein Foul gesehen. „Klare Dinge muss man doch nicht kommentieren”, flüchtete sich Augsburgs Sportdirektor Andreas Rettig in Galgenhumor, um dann doch nachzulegen: „Auch der vierte Offizielle ist unserer Ansicht, dass das nie im Leben ein Strafstoß war.”

Eine Diskussion, an der sich Podolski vom Elfmeterpunkt aus nicht beteiligte: Sein trockener und platzierter Schuss ins rechte untere Eck bedeuteten eigentlich schon die Vorentscheidung (24.) im ersten Spieldrittel, die Peszko aus einem Strafraumgewühl heraus nach dem Wechsel auf 3:0 ausbaute (56.). Die Gäste waren vor 48 000 Zuschauern schlicht zu schwach, um die FC-Spieler in die Bredouille zu bringen und kamen lediglich durch den Lattentreffer des eingewechselten Akaki Gogia (75.) zu einer zählbaren Chance. Und als der ebenfalls von der Ersatzbank gekommene Thorsten Oehrl nur elf Minuten nach seiner Einwechslung nach einem sinnfreien Foul an Sascha Riether den roten Karton sah, ging der letzte kleine Rest Spannung gegen null.

Gegensätzliche Gesichter

„Der Gegner hat uns nun nicht gerade überfordert”, wagte sich der zweifache Torschütze grinsend auf einen Ausflug in die rutschige Abteilung Ironie. „Und wenn man 2:0 führt, dann kann man nicht erwarten, dass wir auf Teufel komm raus draufspielen”, wies er Kritik über zu wenig Einsatzbereitschaft von sich und der Mannschaft.

Sieben eigene Treffer, kein einziges Gegentor in den letzten drei Heimspielen, dafür acht Tore bei zwei Auswärtsbegegnungen kassiert; der 1. FC Köln zeigt weiterhin seine beiden gegensätzlichen Gesichter. „Es war für uns sehr wichtig, nach dem grausamen 0:5 in Dortmund wieder zurückzukommen. Vielleicht haben wir auswärts nicht die letzte Sicherheit, aber lieber, wir gewinnen und verlieren, als ständig unentschieden zu spielen”, zeigte sich Kölns Trainer Stale Solbakken, „zwar zufrieden mit dem Ergebnis, aber nicht mit der Spielweise nach der 2:0-Führung”.
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