Köln/Mönchengladbach - Die Sorge vor der Randale

Die Sorge vor der Randale

Von: Jan Schlegelmilch
Letzte Aktualisierung:

Köln/Mönchengladbach. Das Hinspiel war ein kleiner Fortschritt. Sportlich gesehen brachte das triste 0:0 zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am 10. Spieltag der Fußball-Bundesliga zwar keine der beiden Mannschaften weiter, doch die befürchteten schweren Ausschreitungen der rivalisierenden Fan-Lager blieben weitestgehend aus.

Eine erhöhte Polizeipräsenz, das Trennen beider Fan-Gruppierungen sowie absolutes Alkohol-Verbot im Borussia Park verhinderten Anfeindungen und Randale, die beim rheinischen Derby in der jüngsten Vergangenheit eine neue Dimension erreicht hatten. Und heute? Gerade haben gewaltbereite Fans das Berliner Olympiastadion rücksichtslos „ummöbliert”. Wieder ist eine Hemmschwelle gefallen. So sind die Verantwortlichen beider Vereine und der Polizei vor dem Rückspiel am Freitagabend (20.30 Uhr) zusätzlich alarmiert.

Alleine doppelt so viele Polizisten wie beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Rivalen in Köln werden am Freitag vor Ort sein, um für die Sicherheit der Stadionbesucher zu sorgen.

Mit der Polizei Köln fordern der FC und die Borussia darüber hinaus in einer gemeinsamen Erklärung zu einem friedlichen Fußballspiel auf. „Sportliche Rivalität ja, Gewalt nein”, lautet der Tenor, der auch von Gladbachs Trainer Michael Frontzeck unterstützt wird: „Wir haben eine Fürsorgepflicht. Wir müssen dafür sorgen, dass das Fass nicht zum Überlaufen kommt”, mahnt Frontzeck im Vorfeld der Partie. „Wir müssen alles dafür tun, nicht zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen.”

Richtig entfacht wurde das Feuer - im wahrsten Sinne des Wortes - bei der Zweitliga-Begegnung am 7. April 2008 in Köln. Mitglieder der Kölner Ultra-Gruppierung „Wilde Horde” verbrannten eine zuvor geklaute Zaunfahne der Mönchengladbacher Ultras im Stadion, im Gladbacher Gästeblock wurde ein Feuer entfacht und eine Leuchtrakete aufs Spielfeld geschossen.

Beim nächsten Aufeinandertreffen in Liga eins am 4. Oktober 2008 gab es schon vor dem Spiel Randale. Gladbacher Hooligans attackierten Kölner Fan-Busse mit Leuchtraketen, beim Rückspiel am 14. März 2009 spielte sich ein ähnliches Szenario in einer voll besetzten Straßenbahn ab, in der Gladbacher Anhänger anreisten; im Umfeld des Stadions flogen Steine und Flaschen, während des Spiels kam es zum Einsatz von Rauchbomben und bengalischen Feuern.

Die Skandal-Chronik ist umfangreich, umso mehr gerät die Ansetzung des Risikospiels an einem Freitagabend in die Kritik. Das weitläufige, umwaldete Gelände um das Kölner Fußballstadion wird in der Dunkelheit noch unübersichtlicher und bietet Randalierern idealen Schutz. Auf die Problematik hat FC-Manager Michael Meier hingewiesen, sagt er. Nur die Zentrale Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) der Polizei NRW, die die Terminierung aller Spiele mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) abstimmt, hat allerdings bei dem vorgeschlagenen Termin keine Bedenken.
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