Aachen/Nikosia - Die Borussia trifft „eine Entscheidung mit Weitsicht”

Die Borussia trifft „eine Entscheidung mit Weitsicht”

Von: zva/dpa
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Wird für Filip Daems spielen:
Wird für Filip Daems spielen: der Schwede Oscar Wendt.

Aachen/Nikosia. Bei Red Bull Salzburg hat Sportdirektor Ralf Rangnick fünf Spieler aus dem Kader gestrichen und in die zweite Mannschaft des österreichischen Fußball-Meisters zwangsversetzt.

Die Brasilianer Douglas, Cristiano und Leonardo, der Schwede Rasmus Lindgren und Joaquin Boghossian aus Uruguay hat die Verbannung getroffen. Rangnicks Begründung lautet, sie würden keine Rolle mehr spielen.

Bei Borussia Mönchengladbach hat Trainer Lucien Favre drei Spieler aus dem Kader gestrichen. Den Belgier Filip Daems, den Venezolaner Juan Arango und den Niederländer Luuk de Jong. Nun kann man über diese drei Borussen nicht behaupten, sie würden keine Rolle mehr spielen. Vielmehr ist es aus Gladbacher Sicht „eine Entscheidung mit Weitsicht”, wie es Manager Max Eberl auf dem Flug nach Zypern am Mittwoch formulierte. Dort, in der Hauptstadt Nikosia, trifft die Borussia zum Auftakt der Gruppenphase in der Europa League am Donnerstag auf den zyprischen Meister AEL Limassol (19 Uhr, live bei Sky).

Ohne den Kapitän, ohne den bislang besten Borussen in dieser Saison, ohne den im Aufwind befindlichen Mittelstürmer: „Wir müssen bei diesem Rhythmus, den wir haben, die Belastung verteilen. Wir können nicht mit zwölf bis 13 Spielern durch die Saison gehen”, begründete Lucien Favre den Verzicht auf das Trio, das im Borussia-Park trainieren wird.

Max Eberl nimmt die Profis, die den Trip mitmachen durften, umso intensiver in die Pflicht. „Wir haben schon vor der Saison betont, dass jeder Spieler seine Chance bekommen soll und bekommen wird. Dafür haben wir auch einen ausgeglichenen und breiten Kader. Jetzt ist es soweit, dass Spieler in den Vordergrund treten können, die bislang noch nicht so oft gespielt haben.”

Trotzdem gibt es eine Eberl-Prämisse: „Das ist relativ einfach - gewinnen zu wollen.” Ein Erfolg brächte bei einer Antrittsprämie von 1,3 Millionen Euro nicht nur zusätzliche 200.000 Euro ein, sondern böte dem Team auch eine gute Basis für die weiteren Aufgaben gegen Olympique Marseille und Fenerbahce Istanbul.

Favre hält große Stücke auf Premierengegner Limassol, der 2012 nach einer Durststrecke von 44 Jahren erstmals wieder den nationalen Titel gewann - zum sechsten Mal. In der Champions-League-Qualifikation scheiterte AEL nach zwei vorangegangenen 1:0-Siegen gegen Partizan Belgrad wie die Borussia erst in den Play-offs am RSC Anderlecht (2:1/0:2). „Wir sind nicht so vermessen zu sagen, dass wir der ganz große Favorit sind”, meinte Eberl.

Wer für die drei Stammspieler Daems, Arango und de Jong in die Mannschaft rotieren wird gegen einen Gegner, der von der Physis lebt und bei Standards als sehr gefährlich gilt, ließ Favre am Mittwoch noch offen. Klar dürfte sein, dass Oscar Wendt den Platz von Daems hinten links einnimmt, für Arango könnte Alexander Ring spielen. Und im Sturmzentrum bieten sich Igor de Camargo oder Mike Hanke als de-Jong-Ersatz an, vielleicht feiert nach seiner Verletzung auch Neuzugang Peniel Mlapa sein Pflichtspieldebüt.

Schon immer haben Borussias Verantwortliche betont, dass ihr Hauptaugenmerk der Liga gilt, dass DFB-Pokal und Europa League nicht den gleichhohen Stellenwert besitzen. Das kann man auch nett umschreiben, wie es Max Eberl in einem Interview auf der Borussia-Homepage getan hat: „Jedes Spiel ist für uns wichtig und wir wollen natürlich auch jedes Spiel gewinnen. Das ist der Ansatz, mit dem wir in jede Partie gehen. Das bedeutet, dass die Europa League für uns genauso wichtig ist wie die Bundesliga oder der Pokal. Wir müssen aber die Langfristigkeit der Saison im Auge haben und bei der Mehrfachbelastung darauf achten, dass die Mannschaft gut durch die Saison kommt.”

Voraussichtliche Aufstellung: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Wendt - Nordtveit, Cigerci - Herrmann, Xhaka, Ring - de Camargo Hannover hat „ein ziemlich dickes Brett zu bohren”

Erstmals seit vier Jahren geht wieder ein Bundesliga-Quartett in der Gruppenphase der Europa League an den Start. Neben der Borussia sind das Hannover 96 (bei Twente Enschede), der VfB Stuttgart (gegen Steaua Bukarest) und Bayer Leverkusen (gegen Metalist Charkow).

Hannover hat dabei in Enschede die anspruchsvollste Aufgabe zu lösen.„Wir haben ein ziemlich dickes Brett zu bohren”, erklärte Sportdirektor Jörg Schmadtke.

Leverkusen will gegen Charkow verlorenen Kredit zurückgewinnen. „Wir müssen uns richtig reinhängen”, forderte Stürmer André Schürrle. Trainer Sascha Lewandowski aber warnt: „Wir dürfen nicht im Hurra-Stil agieren, nur weil wir nach dem Auftritt beim 0:3 in Dortmund etwas gut zu machen haben.”

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