Die Borussia hat schon viele Etappenziele Favres erreicht

Von: Heribert Förster
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Die guten Ergebnisse lassen ih
Die guten Ergebnisse lassen ihn lächeln: Borussias Trainer Lucien Favre. Foto: imago/Bernd König

Mönchengladbach. Die Leistung in Kaiserslautern war nicht wirklich schlecht am vergangenen Wochenende, aber man muss sie dennoch einmal in die Kategorie schlecht einordnen. Um feststellen zu können, dass Lucien Favres Werk bei Borussia Mönchengladbach schon verdammt weit gediehen ist.

Es war der 19. November 2011, die Borussia hatte mit einer formidablen Vorstellung gerade Werder Bremen nach allen Regeln der Fußballkunst auseinandergenommen, da erklärte Lucien Favre den staunenden Zuhörern, wie er den 5:0-Sieg erlebt hatte. Der Schweizer sprach also: von einem schweren Spiel, von großen Schwierigkeiten, von den Problemen zu Verteidigen, vom Glück. Nach einem furiosen Auftritt, nach fünf zum Teil wunderschön herausgespielten Treffern, nach dem - zu diesem Zeitpunkt - noch unwirklich anmutenden Sprung auf Tabellenplatz 3.

Favre blieb und bleibt immer ein Mahner. Und deshalb musste der 54-Jährige nach dem 5:0-Tänzchen mit den Bremern der um sich greifenden Euphorie Einhalt gebieten.

Dabei hatte Favre seit seinem Amtsantritt am 14. Februar 2011 schon mit dem Spiel gegen Bremen einen Großteil seiner Etappenziele erreicht - erst recht Freitag, am 24. Februar 2012, ein Jahr und zehn Tage nach dem Amtsantritt.

Schritt 1 - die Defensive stärken. Das hat so gut funktioniert, dass die Borussia derzeit mit gerade einmal 13 Gegentoren die beste Defensive in Europas Top-Ligen stellt.

Schritt 2 - mehr Chancen kreieren. Auch in diesem Bereich ist die Borussia schon sehr, sehr weit. Mit ihrem Kurzpass- und Ein-Kontakt-Spiel sind die Mönchengladbacher auf dem Platz so schnell unterwegs wie kaum ein anderes Team.

Schritt 3 - effektiver, effizienter spielen. Die beiden letzten Siege gegen Schalke und in Kaiserslautern sind der beste Beleg, dass auch die dritte Vorgabe des Trainers immer besser umgesetzt wird.

Und nachdem Favre nach dem 5:0-Sieg gegen Bremen gemerkt hatte, dass er mit all seinen Mahnungen und Bedenken nicht wirklich Gehör fand, schloss er seinen Vortrag mit dem finalen Wunsch: „Gewinnen, auch wenn du mal schlecht spielst.” In diese Kategorie darf der Sieg auf dem Betzenberg eingeordnet werden. Die Borussia war nicht wirklich schlecht, aber Spiele mit diesem Verlauf hätte sie in der Hinrunde wahrscheinlich nicht gewonnen.

Wo also endet die Reise der Borussia, die in den ersten fünf Spielen der Rückrunde 13 von 15 möglichen Punkten geholt, elf Tore erzielt und nur zwei kassiert hat? Der Schlüssel zum Erfolg ist die Konzentration auf das Wesentliche, auf das nächste Spiel. Dass im ganzen Land die Wahrheit hinter jedem Wechselgerücht gesucht wird, verunsichert die Borussen nicht wirklich. „Wir haben auch in den letzten Jahren unsere Probleme alle mit Ruhe überstanden”, sagt gelassen Sportdirektor Max Eberl. Und: „Wir sind auf dem Weg, etwas aufzubauen, wir können was schaffen dieses Jahr.”

Da wäre ein weiterer Sieg am Freitag (20.30 Uhr) im nahezu ausverkauften Borussia-Park (es gibt nur noch Restkarten für den Gästeblock) hilfreich. Gegen die auswärts starken Hamburger (15 Punkte), die seit September nicht mehr auf des Gegners Platz verloren haben und für Favre eine herausragende Offensive haben, muss nur Flügelflitzer Patrick Herrmann ersetzt werden. Nominell könnte Marco Reus die Position übernehmen, doch auf dem Platz dürfte es mal wieder ein munteres Wechselspiel der vier Offensivkräfte geben.

Voraussichtliche Aufstellung: ter Stegen - Jantsch- ke, Brouwers (Stranzl), Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Reus, Arango - Hanke, de Camargo Adlers Wechsel zum HSV ist wohl perfekt
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