Die Amateurfußballer ziehen den Endspurt an

Von: luk/gk/mali
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Schlussspurt: Kevin Lorbach (links, hier im Spiel gegen Wesseling-Urfeld) und sein SV Breinig wollen im „Finale“ um Platz 2 in der Landesliga gegen Frechen die Oberhand behalten. Foto: Wolfgang Birkenstock
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Am Boden: Hertha Walheims Abstieg aus der Mittelrheinliga ist schon besiegelt. Foto: Martin Ratajczak

Aachen/Düren/Heinsberg. Nur ein einziges Mal werden die Amateurfußballer aus der Region noch ihre Schuhe schnüren, dann ist die Saison auch schon wieder vorbei. Viele Entscheidungen in der Mittelrhein-, der Landesliga und den beiden Staffeln der Bezirksligen sind schon gefallen, es gibt am letzten Spieltag der Saison aber auch noch ein paar spannende Duelle – mit Beteiligung aus den Kreisen Aachen, Düren und Heinsberg.

Ein Überblick über das, was schon passiert ist, und das, was noch passieren könnte:

Mittelrheinliga

Am Montag ging beim FC Wegberg-Beeck alles sehr schnell. Nachdem der Titelgewinn in der Fußball-Mittelrheinliga und der Regionalligaaufstieg perfekt waren, konnte das letzte Meisterschaftsspiel gegen Viktoria Arnoldsweiler auf den heutigen Mittwoch (19.30 Uhr) vorgezogen werden. Alfred Vianden, Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein, wird die offizielle Ehrung vornehmen. Ab Donnerstag geht die Mannschaft in die kurze Sommerpause. Trainer Friedel Henßen hat die erste Übungseinheit zur Vorbereitung auf die Saison auf den 26. Juni terminiert. Der erste Regionalligaspieltag ist am 6. August.

Mittwoch wird die Meisterschaft offiziell gefeiert. „Da wird es zur gewissen Stunde wohl auch einige Freibiere geben“, ahnt Co-Trainer Dirk Ruhrig. Auch die obligatorischen Aufstiegsshirts wird der Kader erst nach der finalen Begegnung gegen Arnoldsweiler überstreifen.

Den ersten Teil der Feierlichkeiten hat man beim FC Wegberg-Beeck bereits hinter sich gebracht. Nach der Rückkehr aus Bonn fielen Vorstand, Trainerstab und Spieler in das Beecker Brauhaus ein und ließen dem sportlichen Erfolg einen ausgelassenen Abend folgen. Mittwochabend steigt die Party mit den Fans im Waldstadion. Und dann wird es kaum zurückhaltender zugehen.

Auch für Hertha Walheim wird das 30. Spiel der Saison der vorerst letzte Auftritt in der Mittelrheinliga sein, Walheim verlässt die Liga allerdings durch den Notausgang: Die Hertha steigt in die Landesliga ab, das steht seit Sonntag auch rechnerisch fest. Der Rückstand zum rettenden Ufer war ohnehin groß, den Ligaverbleib hat die Mannschaft vorher verspielt. „Wir konnten uns ein bisschen auf den Abstieg einstellen“, sagt Interimstrainer Dirk Benoit. „Die Katerstimmung war nicht mehr ganz so groß.“

Im Derby bei Alemannia Aachen II will Walheim zum Abschluss noch einmal siegen, dann soll in der Landesliga ein Neuanfang her: „Wir wollen eine junge, motivierte Mannschaft an den Start bringen“, sagt Benoit. Er wird in der nächsten Saison als Teammanager fungieren, das ist schon seit ein paar Monaten klar. Genauso lange ist klar, dass der bisherige U 19-Trainer Helge Hohl neuer Chefcoach wird. Mit dem neuen Trainer, der selbst erst 23 Jahre alt ist, stoßen zehn A-Jugendliche zum Kader der ersten Mannschaft. Der Verein schaut sich zudem nach Zugängen um, einige Spieler sollen zudem gehalten werden.

Landesliga

Dem SV Breinig steht am letzten Spieltag ein echtes Finale um den zweiten Tabellenplatz gegen den Dritten SpVg Frechen bevor. Die Mannschaft von Trainer Michael Burlet hat am vergangenen Spieltag die große Chance vergeben, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen, durch die 2:3-Niederlage beim VfL Vichttal wurde der erste Matchball vergeben. Nun rangieren die Breiniger nur noch einen Punkt vor Frechen, könnten aber mit einem Unentschieden Platz zwei verteidigen. Burlet: „Wir haben nach wie vor die bessere Ausgangsposition. Die Mannschaft wird sich schütteln und zurückkommen, da bin ich mir sicher.“

Weniger klar ist hingegen bislang die Antwort auf die Frage, ob die Breiniger im Erfolgsfall ihren zweiten Tabellenplatz auch nutzen werden, um in der kommenden Saison in der Mittelrheinliga anzutreten. „Damit beschäftigen wir uns, wenn es so weit ist. Wir haben jetzt schon eine gute Saison gespielt, die wir krönen wollen. Und wenn das nicht gelingt, haben wir es auch nicht verdient.“

Die Absteiger stehen hingegen schon fest. Dass Westwacht Aachen dazu gehört, steht gefühlt seit Monaten fest, ein bisschen später schloss sich Sparta Gerderath an. Und seit Sonntag ist nun klar, dass zwei weitere Mannschaften aus der Region einen neuen Anlauf in der Bezirksliga nehmen müssen: Kohlscheid und Lich-Steinstraß.

Der Kohlscheider BC muss nach zwei Aufstiegen in Folge mit dem verpassten Klassenerhalt seit längerer Zeit mal wieder einen Rückschlag hinnehmen, das Team von Thomas Virnich verlässt die Liga aber erhobenen Hauptes. „Auch eine Rakete fliegt nicht immer weiter nach oben“, sagt Virnich, der Trainer bleibt. „Wir freuen uns natürlich nicht über den Abstieg, er ist aber auch eine Chance für den Verein, zu wachsen und Kräfte zu bündeln.“ Einen Umbruch hätte es so oder so gegeben, „wir werden das Durchschnittsalter um ein paar Jahre senken“, sagt Virnich. Beim letzten Auftritt der Saison gegen Rott sollen die Spieler, die den Verein verlassen, eine Chance bekommen – was nicht bedeutet, dass die Kohlscheider die Partie nicht ernst nähmen: „Bei einem Sieg schmeckt das Saisonabschluss-Bier besser“, sagt Virnich.

Einen solch versöhnlichen Abschied strebt auch Germania Lich-Steinstraß im Derby gegen Niederau an. „Wir wollen zeigen, dass wir eigentlich in die Landesliga gehören“, sagt Trainer Jasko Coralic. Über die komplette Spielzeit gesehen, hat das nicht geklappt, „wir wussten aber von Anfang an, dass es eine sehr schwierige Saison werden wird“. Aus diesem Grund haben die Verantwortlichen schon im Winter mit den Leistungsträgern gesprochen, um sie vom Bleiben zu überzeugen. Das sei gelungen, sagt Coralic, der ebenfalls an Bord bleibt, dazu kämen definitiv fünf Neuzugänge. „Wir kommen zurück – ganz bestimmt“, sagt der Trainer.

Bezirksliga, Staffel 3

Die SG GFC Düren 99 ist in den letzten Wochen gar nicht mehr aus dem Feiern herausgekommen: Vor drei Wochen hat die Mannschaft den Aufstieg gefeiert, vor zwei Wochen die Meisterschaft – „das war der verdiente Lohn für die harte Arbeit“, sagt Trainer Thomas Kalscheuer. Mit nur vier Punkten aus fünf Spielen verlief der Saisonstart für die neu zusammengestellte Mannschaft zwar sehr holprig, „am Ende hat sich aber ausgezahlt, dass die Jungs immer Spaß hatten“, sagt Kalscheuer. In der Rückrunde hat seine Mannschaft kein einziges Spiel verloren. Und auch am letzten Spieltag wollen die Dürener gegen Kall gewinnen: Die offizielle Meisterfeier steht an, die Sponsoren sind da. „Und dann legen wir den Fokus auf die neue Herausforderung Landesliga“, sagt der Trainer.

Für den TuS Schmidt ist die Lage weitaus bedrohlicher. Ein Absteiger wird in der Staffel 3 der Bezirksliga noch gesucht – und der Aufsteiger hat nur zwei Punkte Vorsprung auf die rote Zone. Dazu kommen interne Querelen: Am Sonntag hat Trainer Daniel Schippers hingeworfen, weil der Verein laut Schippers seinen finanziellen Verpflichtungen im Juni nicht nachkommen wolle, der Klub hat eine andere Sicht auf die Dinge. Andreas Lennartz hat Schippers‘ Amt übernommen, der bisherige Trainer der zweiten Mannschaft soll dafür sorgen, dass das Team am letzten Spieltag bei Alemannia Straß gewinnt. „Unser Fokus liegt voll und ganz auf diesem Spiel“, sagt Abteilungsleiter Philip Thoma. „Die Stimmung ist gut, die Mannschaft heiß.“ Nur mit einem Sieg sind die Schmidter auf jeden Fall gerettet, sonst müssen sie hoffen, dass Bachem nicht gegen Rheinsüd Köln gewinnt.

Bezirksliga, Staffel 4

In der anderen Bezirksliga-Staffel ist der Abstiegskampf schon entschieden, mit Rhenania Richterich und Schwarz-Weiß Schwanenberg steigen zwei Teams aus der Region ab. Und auch ein Aufstiegsplatz ist schon an Inde Hahn ( Nachgefragt) vergeben. Wer dem Meister folgt, ist aber nicht klar: Mariadorf und Kückhoven kämpfen im Fernduell um das Ticket für die Landesliga, die Teams sind punktgleich.

Favorit auf den zweiten Aufstiegsplatz ist Alemannia Mariadorf, das Team von Trainer Manuel Ortiz-Gonzalez hat das deutlich bessere Torverhältnis – und damit am Sonntag im Heimspiel gegen die Sportfreunde Uevekoven ein echtes Finale. „Wenn wir gewinnen, sind wir definitiv durch“, sagt Ortiz-Gonzalez. Kückhoven würde dann selbst ein 12:0 gegen die DJK FV Haaren nichts nützen. Ortiz-Gonzalez ist überzeugt, seinen Jungs „gut vermittelt zu haben, was zu tun ist“. Mit dem Sprung in die Landesliga könnte der Trainer zum zweiten Mal hintereinander einen Aufstieg feiern, vergangene Saison hatte er Alemannia Aachens Frauen in die Zweite Bundesliga geführt.

Bei Germania Kückhoven ist die Hoffnung auf den Aufstieg entsprechend gering. „Ich rechne nicht mehr damit, dass Mariadorf sich das noch nehmen lässt“, sagt Trainer Thomas Schläger. „Die Alemannia ist sehr erfahren und hat alle Hürden in der Rückrunde souverän genommen.“ Wirklich enttäuscht ist bei der Germania aber niemand: „Natürlich wollten wir nach dem Herbstmeistertitel auch mehr“, sagt der Trainer. „Trotzdem würden wir auch als Dritter mit der Saison zufrieden sein.“ Schläger wird mit seinem Team im letzten Heimspiel gegen Haaren noch einmal Gas geben. Wenn Mariadorf patzt, will Kückhoven da sein.

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