Der „Tiger” will Königs vom Thron stoßen

Von: fö
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Ernster Blick: Dabei will Stef
Ernster Blick: Dabei will Stefan Effenberg den Spaß zurückbringen bei der Borussia. Foto: dpa

Mönchengladbach. Nicht die Katze ist aus dem Sack - der „Tiger” ists! Stefan „Tiger” Effenberg, 42, soll der neue starke Mann bei Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach werden. Zumindest nach dem Willen der „Initiative Borussia”, die am 29. Mai bei der Jahreshauptversammlung, man darf das so schreiben, den Umsturz herbeiführen will.

„Professionellere Strukturen” will das Gremium schaffen, dazu werden die Stimmen von zwei Drittel der anwesenden Mitglieder bei der ohne Zweifel brisanten Versammlung im Borussia-Park benötigt. Und Stefan Effenberg ist ab sofort der Frontmann der Initiative, der laut selbiger nicht nur als Sportdirektor, sondern direkt auch als Vorsitzender der Geschäftsführung der „Big Boss” der Borussia werden soll.

Mit einem „offenen Brief” geht Effenberg, der von 1987 bis 1990 und dann noch einmal von 1994 bis 1998 bei der Borussia als Spieler durchaus Kultstatus erreicht hatte, auf Stimmenfang bei den Fans. Dort ist sein Ansehen längst gesunken, auch weil der Experte eines TV-Bezahlsenders bei jeder Gelegenheit in jüngerer Vergangenheit gerne auf „seiner” Borussia rumgehackt hat. Vorauseilender Wahlkampf?

Es sind nur bekannte Phrasen, die der noch nie pflegeleichte Exzentriker niederschreibt. Konkrete Zielsetzungen sucht man vergeblich, und dass Borussia Mönchengladbach gerade erst als eines der fünf besten Nachwuchs-Leistungszentren von der Deutschen Fußball Liga ausgezeichnet wurde, scheint Stefan Effenberg nicht bekannt zu sein. Eine seiner Forderungen lautet: „Die Jugend muss anders gefördert und gefordert werden.”

Man kann weitere beliebige Zitate Effenbergs veröffentlichen, es sind Allgemeinplätzchen wie: „Ich möchte, dass alle Fans in Zukunft wieder mit Spaß und Freude ins Stadion kommen und wieder stolz auf unsere Borussia sind.” Ja, wer will das nicht? Das will auch Borussias amtierender Präsident Rolf Königs, der Effenberg und allen möglichen Initiativen schon einmal keinen Rücktritt in Aussicht stellt. Er sei bis 2013 gewählt und bleibe im Amt, auch im Falle eines Abstiegs.

Ob „Bei-mir-wäre-die-Mannschaft-der-Star”-Effenberg, schon mal etwas von Matthew Leckie gehört hat? Der australische Offensivspieler von Adelaide United kommt ablösefrei für drei Jahre und darf dank einer Gastspielgenehmigung ab sofort mit der Mannschaft trainieren. Max Eberl, Borussias amtierender Sportdirektor, lobt den 20-Jährigen: „Er ist ein talentierter, schneller Stürmer, dem wir es zutrauen, sich auch in Deutschland durchzusetzen.”
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