Der Krisengipfel im Beecker Waldstadion

Von: André Nückel
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Sechs-Punkte-Spiel für den FC Wegberg-Beeck: Die Tabellenletzte, hier gegen Schalke II, erwartet am Samstag den Vorletzten Kray. Foto: Royal

Wegberg-Beeck. „Das war ein ganz schwieriges Wochenende“, sagt Teamchef Friedel Henßen über den jüngsten Auftritt seines FC Wegberg-Beeck in der Fußball-Regionalliga. Der Aufsteiger spielte bei der 0:4-Niederlage in Oberhausen wie ein designierter Absteiger, der sich seinem Schicksal bereits ergeben hat. Ein Aufbäumen war nicht zu erkennen.

Am morgigen Samstag erwarten die „Kleeblätter“ um 14 Uhr den FC Kray zum ultimativen Krisengipfel im Waldstadion. Beide Mannschaften rangieren am Tabellenende der Vierten Liga, weshalb der Gast unter der Woche den Trainer gewechselt hat. Neuer Coach der Essener ist Ex-Profi Stefan Blank, der u. a. beim damaligen Zweitligisten Alemannia Aachen gespielt hat. Bevor sich Wegberg-Beeck aber mit dem Kontrahenten beschäftigen konnte, musste erst mal die Partie bei RWO aufgearbeitet werden.

„Wir haben jetzt schon viele Niederlagen einstecken müssen“, räumt Friedel Henßen ein, „aber wir haben immer was versucht. Das war am Samstag nicht der Fall.“ So emotionslos hat der 44-Jährige seine Mannschaft selten bis gar nicht gesehen. Am Montag gab es deshalb eine Ansage an den Kader: „Nach so einer Leistung muss sich jeder wieder im Training beweisen. Niemand darf sich ausruhen.“

Der Übungsleiter will Veränderungen in der Startelf nicht ausschließen, einmal muss er auf jeden Fall wechseln. Sebastian Wilms fehlt nach seiner Ampelkarte für eine Begegnung. Für Fabio Ribeiro (Wadenzerrung) „wird es eher nicht reichen“, sagt Henßen. Schlecht sieht es auch für Sahin Dagistan aus. Der Angreifer hat im Training eine schwere Bänderdehnung erlitten, nachdem Wilms ihm auf den Fuß gefallen war. Henßen: „Wir müssen abwarten.“ Gute Chancen auf einen Platz in der Anfangsformation hat Verteidiger Patrick Ajani. Der Teamchef spielt nämlich mit dem Gedanken, Johannes Walbaum wieder auf seine angestammte Mittelfeldposition vorzuziehen, um für mehr Gefahr aus der Distanz zu sorgen.

Im Angriff ist Enzo Wirtz eine legitime Option. Der 19-Jährige kam bereits elfmal in dieser Saison von der Bank und hinterließ immer einen bissigen Eindruck. Entscheiden werden aber die Trainingseindrücke sein.

Der Matchplan für das Kellerduell steht dagegen in den Grundzügen schon fest: „Wir werden bestimmt nicht abwarten“, kündigt der Teamchef eine offensive Ausrichtung an. Henßen fordert von seinen Schützlingen den Einsatz und Willen aus den vorherigen beiden Heimspielen im Waldstadion. Wegberg-Beeck zwang mit frühem Pressing Rot-Weiß Ahlen (1:1) und FC Schalke 04 II (2:3) zu vielen Ballverlusten, ließ aber zugleich die Kaltschnäuzigkeit in Offensive wie Defensive vermissen.

Mit nur acht Zählern steht der FC Kray in der Tabelle direkt vor Schlusslicht Wegberg-Beeck und hat genauso viele Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Auf einen guten Saisonstart folgten zuletzt ein Unentschieden und fünf Pleiten. Mit der Entlassung von Trainer Micha Skorzenski will der Verein neue Impulse freisetzen: Stefan Blank hatte am Mittwoch bereits seine Feuertaufe: Gegen den Oberligisten TV Jahn Hiesfeld gewann das Team aus Essen im Niederrheinpokal mit 4:1.

„Vielleicht spielt uns die unruhige Situation bei Kray in die Karten, aber eigentlich ist es doch so: wenn nicht jetzt, wann dann?“, stellt Henßen klar. Der FC Wegberg-Beeck hat am Samstag die wahrscheinlich letzte Chance, sich nochmal ernsthaft mit dem Thema Klassenerhalt zu beschäftigen. Der erste Sieg in der Fußball-Regionalliga ist dafür zwingend erforderlich.

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