Der HSV hat gegen Köln das bessere Ende für sich

Von: Roman Sobierajski
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Abend mit Schrecken:  Milivoje
Abend mit Schrecken: Milivoje Novakovic am Ende eines schlechten Foto: dpa

Köln. „Sind wir nicht in Köln? Haben wir kein Heimspiel?”, hatte sich FC-Trainer Stale Solbakken noch kurz vor der Bundesliga-Partie gegen den Hamburger SV über die - für Kölner Verhältnisse - „Friedhofsruhe” gewundert.

Nun, Lukas Podolski erlöste den Norweger von seinen Zweifeln (siehe untenstehenden Bericht), und auch die „Restelf” des 1. FC Köln wollte den Trainer nicht durch eine bemerkenswerte Leistung beruhigen: Mit 0:1 ging vor 46 500 Zuschauern die abschließende Partie des 21. Spieltags verloren.

Solbakken hatte im Vorfeld davor gewarnt, Tabellenstand und Spielstärke des HSV in einem Atemzug zu nennen. Tatsächlich hatte die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink bereits nach sieben Minuten dreifach die Gelegenheit zur frühen Führung: David Jarolims Schuss wurde zur Ecke abgelenkt, die Mladen Petric als Abnehmer fand, doch dessen schwacher rechter Fuß erzeugte nur einen Kullerball.

Von anderem Kaliber war der Knaller von Marcell Jansen, der allerdings das Tor von Michael Rensing verfehlte.

Doch der FC hatte eine Antwort parat: Der schnelle Sascha Riether verfehlte - von Christian Clemens geschickt - nur knapp (14.), Milivoje Novakovic blieb kurz darauf mit seinem Schuss an Slobodan Rajkovic hängen. Auf der Gegenseite traf die Volley-Abnahme von Jansen auch nur den Kopf von Henrique Sereno (23.).

Damit war die Chancenausbeute beider Mannschaften im ersten Durchgang aber auch schon erschöpft: Die Kölner Konterversuche endeten zumeist im Nichts - und der HSV ließ bei fast 70 Prozent Ballbesitz die Kugel zwar gefällig in den eigenen Reihen zirkulieren, Torgefahr resultierte daraus aber so gut wie nicht.

Mittelmäßiges Bundesliga-Niveau erreichte die Partie in den ersten 45 Minuten nur mit sehr viel Wohlwollen. „Wir hatten zu viele leichte Ballverluste im letzten Drittel des Platzes. Einige Spieler hatten wohl nicht ihren besten Tag mit dem Ball”, befand Solbakken.

Den zweiten Durchgang eröffnete der FC mit einem (erfolglos verpuffenden) Ecken-Feuerwerk, doch dann musste Solbakken erneut die Defensive umbauen: Ammar Jemal schied mit Muskelfaserriss aus, für ihn rückte Taktgeber Sascha Riether nach links in die Viererkette (52.). Trotzdem zeigte der 1. FC Köln mehr Torgefahr als zu Beginn, und in der 62. Minute zappelte der Ball im Hamburger Tor.

Doch Schiedsrichter Florian Meyer versagte dem Treffer durch Martin Lanig wegen Abseitsstellung die Anerkennung. Auf der Gegenseite hatte dann erneut Mladen Petric die Gelegenheit, „die Partie durch die eine große Aktion zu entscheiden”, wie Solbakken im Vorfeld spekuliert hatte. Doch den Doppelpass mit dem recht blassen Paolo Guerrero setzte der Kroate erneut mit rechts unbedrängt aus kurzer Distanz am Tor vorbei (73.).

Nachdem auch noch Heiko Westermann nach Flanke von Slawomir Peszko vor dem einschussbereiten Novakovic gerettet hatte (86.), hatten sich wohl die meisten der Zuschauer auf ein angemessenes Remis eingerichtet.

Doch auch wenn Guerrero für 89 Minuten unsichtbar bleibt, darf man den Peruaner nicht aus den Augen verlieren, wie die Kölner Defensive schmerzhaft feststellen musste: Nach Doppelpass mit Petric ließ der Torjäger den Ball zum 0:1 irgendwie an FC-Keeper Michael Rensing vorbei über die Torlinie kullern (88.).

Geromel konnte sich auf der Linie nicht für eine von mehreren Abwehrmöglichkeiten entscheiden: „Das war nur ein Schüsschen, und ich dachte, der Ball geht vorbei”, so der Abwehrchef.

„Wir haben am Ende die Kon- trolle über das Spiel verloren”, meinte Solbakken. „Der HSV-Sieg ist okay, aber ich bin nicht zufrieden mit meinem Team.”

Lukas Podolski rüffelt und wird gerüffelt

Lukas Podolski spielte nicht, machte aber trotzdem von sich reden. Via „Bild” warf er seinem Arbeitgeber Konzeptlosigkeit vor. „Wenn man schaut, welche Perspektiven mir aufgezeigt wurden und was am Ende dabei herausgekommen ist, ist das enttäuschend”, klagte der Nationalspieler. „Hier fehlt Kontinuität. Regelmäßig werden Trainer, Sportdirektor und jetzt auch das Präsidium ausgetauscht. Klar gesagt: So kann langfristig nichts entstehen.”

Dafür wird kurzfristig was entstehen: Geschäftsführer Claus Horstmann kündigt eine Strafe an. „Das ist ein Affront gegen den Verein. Mir ist nicht ganz klar, welche Absicht hinter den Aussagen steckt. Aber das ist zum wiederholten Male ein klarer arbeitsvertraglicher Verstoß, den wir sanktionieren werden.”

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