Der FC wackelt auf der „Doppel-Sechs”

Von: Günter Kirschbaum
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Petit ringt sich durch: Der FC-Leitwolf, der hier Antonio da Silva vom KSC abschüttelt, soll gegen den VfB Akzente setzen. Foto: imago/T-F-Foto

Köln. Es läuft nicht ganz rund beim 1. FC Köln. Die Lockerheit weicht, die Reibungsfläche zwischen Profis und Öffentlichkeit wird größer. Die Abstiegsgefahr ist vor dem siebtletzten Bundesliga-Spieltag zwar (noch) theoretischer Natur, doch im Kader wächst die Anspannung.

Teilweise scheinen sich die Kicker gar ein Schweigegelübte auferlegt zu haben.

Zu dieser Gruppe Spieler gehört vor der Partie gegen den VfB Stuttgart am Samstag auch Petit. Der Taktgeber und Antreiber des FC lehnte alle Interviewanfragen ab. „Er möchte sich zurzeit nicht öffentlich äußern”, ließ der Portugiese durch Mediendirektor Christopher Lymberopoulos mitteilen.

Nun könnte man vermuten, dass Petit, der in den letzten Wochen wirkte, als wäre er mit den Kräften am Ende, hätte sich in den Schmollwinkel zurückgezogen, nachdem er sich nach dem Dienstagstraining lauthals über die intensive Laufeinheit ohne Ball beschwert hatte. Doch davon will Christoph Daum nichts bemerkt haben. „Ich habe selten Spieler kennengelernt, die diese langen Läufe gern mitmachen”, sagte der Trainer. „Ich muss immer wieder darüber lächeln, wie aus einer normalen Äußerung ein Streit gemacht wird.”

Es ist offenkundig, dass Petit Probleme hat. Probleme, den Rhythmus der Mannschaft zu bestimmen. Dabei ist er der einzige im Team, der die Qualitäten dazu hat. In der Rückrunde klappt´s aber mit den Nebenleuten nicht mehr so reibungslos wie noch in der ersten Serie. Auch deshalb, weil der zweite Teil der „Doppel-Sechs” eine Wackelposition geworden ist. „Kevin Pezzoni hat eine tolle Hinrunde gespielt. Danach ist seine Form immer weiter runter gegangen”, erklärt Daum. Und Derek Boateng ist erst auf dem Weg, ins Team zu finden.

In dieser Woche ist beim FC das Trainingsprogramm gestrafft worden. „Wir können gemeinsam wieder einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt machen”, sagt der Trainer. Nach sieben sieglosen Heimspielen soll es gegen den VfB Stuttgart heute klappen. „Es ist eine reizvolle Aufgabe, einen Titelaspiranten 90 Minuten lang zu bespielen. Und wir haben schon häufiger gesehen, dass unsere Mannschaft zu Außerordentlichem fähig ist.”

Um dieses Ziel zu erreichen, muss viel passen - und der Taktgeber einen guten Tag erwischen. „Petit ist nach wie vor einer unserer wichtigsten Spieler”, stärkt Daum dem 32-Jährigen den Rücken und entkräftet die Kritik an dem Portugiesen mit statistischen Erkenntnissen: „Er läuft immer zwischen 11,5 und 13,2 Kilometer pro Spiel und hat, wenn er schlecht ist, eine Fehlpassquote von 18 Prozent. Normalerweise liegt er unter zehn Prozent.” Ergo, sagt Daum, gibt´s keine Krise bei Petit. Was der „kölsche Kilometerfresser” heute beweisen muss.

Voraussichtliche Aufstellung: Mondragón - Brecko, Geromel, Mohamad, McKenna - Boateng, Petit - Radu, Vucicevic, Ehret - Novakovic
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