Der 1. FC Köln bestaunt die „unglaubliche Entwicklung”

Von: Wilhelm Peters
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Köln. Immer und immer wieder stellte Trainer Zvonimir Soldo damals nach eher bescheidenen Leistungen und damit einhergehenden Niederlagen des 1. FC Köln fest: „Wir müssen uns stabilisieren.”

Es mochte dem aufrechten Trainer aus Kroatien nicht gelingen, aus einer Ansammlung aus Individualisten eine Einheit zu formen. Soldo musste gehen. Und der damalige Manager Michael Meier bewies auch kein glückliches Händchen in Sachen Neuverpflichtungen. Um die Abfindung nach seiner Entlassung, die dem Vernehmen nach 1,1 Millionen Euro beträgt, entbrennt gerade eine Auseinandersetzung zwischen Verwaltungsrat (Fritz Schramma) und dem Vorstand.

Das ist ein Nebengeräusch in einem Klub, in dem sich viel geändert hat, seit die beiden Personalien Soldo und Meier vom Tisch sind.

Ihre Nachfolger, Frank Schaefer als Cheftrainer und Volker Finke auf dem Managerstuhl, haben viel, sie haben sehr viel bewegt in jüngster Vergangenheit beim 1. FC Köln. Der einstige U23-Coach hat jene Einheit geformt, die sich auch sein Vorgänger gewünscht hätte. Schaefer hat Animositäten etwa zwischen seinen Stars Lukas Podolski, dessen Treffer gegen Freiburg am Samstag zum „Tor des Monats” gekürt wurde, und Milivoje Novakovic aus dem Weg geräumt. Das mit 22 Treffern erfolgreichste Stürmer-Duo der Bundesliga steht als Exempel der jüngsten Entwicklung. Und Schaefer hat die so ewig lange vermisste Stabilität in eine Mannschaft gebracht, die auch dann zurückkommen kann ins Spiel, wenn sie mächtig wackelt. Wie letzten Freitag, beim letztlich furiosen 4:0 gegen Hannover 96.

Als nach einer halben Stunde ein Desaster zu befürchten war, weil die Kölner überhaupt nicht zurechtkamen mit den blitzartig vorgetragenen Angriffen der Gäste und dann Petit dennoch völlig unerwartet die Kölner Führung gelang, fand Schaefer in der Halbzeit ganz offensichtlich die richtige Ansprache. Denn Podolski, Novakovic und ihre Kollegen bauten das Ergebnis eindrucksvoll aus, so dass am Ende mit dem sechsten Heimsieg der Kölner in Folge der Klassenerhalt ein gutes Stück näherrückte.

Torhüter Michael Rensing sagte denn auch nach Schaefers 17. Partie als Cheftrainer, in denen der Coach mit seiner Mannschaft 27 Punkte sammelte: „Seit der Winterpause hat die Mannschaft eine unglaubliche Entwicklung genommen.” Über seinen Trainer diktierte Rensing: „Sein Charakter, seine Art uns vorzubereiten, ist genau das Richtige für Köln.”

Nun wartet Rensing auf Gespräche mit Manager Volker Finke, in denen es um eine Verlängerung seines Vertrages über diese Spielzeit hinaus geht. Der Keeper macht keinen Hehl aus seiner Tendenz: „Hier in Köln kann ich endlich wieder ich selber sein.”

Auch Lukas Podolski schrieb eine Strophe für das FC-Loblied: „Wir sind zu einem Team gewachsen, ohne dass es für mich oder Nova schwer wäre. Das liegt auch an Frank Schaefer, der für den FC lebt.”
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