Denkzettel für Bradley

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
bradleyfo31
Aus der Stamm-Elf auf die Tribüne: Borussias Mittelfeldspieler Michael Bradley. Foto: imago/GEPA

Mönchengladbach. An den ersten 30 Minuten beim 2:0 über Mainz 05 hatte Michael Frontzeck seine helle Freude. „Ballzirkulation mit hohem Tempo”, sah der Trainer von Borussia Mönchengladbach.

Dass dabei die Tiefenwirkung etwas zu kurz kam, mag der Ex-Profi nicht überbewerten. „Wir entwickeln uns fußballerisch weiter”, ist Frontzeck froh über den ersten Schritt einer Entwicklung, die in der letzten Saison zwangsweise zu kurz kommen musste: „Da standen wir mit dem Rücken zur Wand.” Das standen seine Mannschaften eigentlich immer. Womöglich auch deshalb haftet dem 45-Jährigen das Stigma des reinen Kampfpredigers an.

Borussias Kader 2009/2010 aber bietet ihm die Möglichkeit, diese Schublade entgültig zu sprengen. Erste Duftmarken konnte seine Mannschaft bereits setzen. Aber „wir müssen noch die richtige Mischung aus den ersten drei Spielen finden”, fordert Frontzeck. Als da waren die Begegnungen beim FSV Frankfurt, in Bochum und gegen Hertha.

Das gelang auch gegen Mainz noch nicht durchgängig. Aber neben den spielerischen Fortschritten konnte er zumindest nach der Klatsche in Bremen goutieren: „Im Abwehrverbund waren wir sehr sehr gut.”

Erstmals ohne Gegentor. Erstmals auch ohne Michael Bradley, der nicht nur wegen seiner schwachen Leistungen beim 3:3 in Bochum und dem 0:3 bei Werder eine Denkpause auf der Tribüne verordnet bekam. „Er hat unglücklich gespielt”, umschreibt der Fußballlehrer die Defizite noch sehr pädagogisch. „Die Art und Weise, wie er damit umgeht” aber hat Frontzeck nicht gefallen.

Er will und verlangt, dass Spieler ihre Fehler reflektieren. Damit hat der erst 22-jährige Viel-Reiser Schwierigkeiten. Die Kehrseite der US-Medaille: „Fighting spirit” lässt wenig Raum für Selbstzweifel. Damit aber auch wenig Ansätze, sich zu verbessern. Fußballlehrer Frontzeck aber will die Parallel-Entwicklung: als Mannschaft und als Spieler.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert