Dem 1. FC Köln gelingen ein paar ganz „linke Dinger”

Von: Christoph Pauli
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Die Geste des Torschützen: Lu
Die Geste des Torschützen: Lukas Podolski, verantwortlich für das 2:0 des FC gegen Hoffenheim. Foto: dpa

Köln. Im Millowitsch-Theater stand am Sonntagabend das Lustspiel „Für eine Handvoll Flönz” auf dem Programm. Wenn er Interesse gehabt hätte, hätte Michael Rensing schnell in die Innenstadt fahren können, umzuziehen brauchte er sich nicht, eine Dusche war strenggenommen auch nicht erforderlich. Kölns Keeper erlebte einen unerwartet beschäftigungsfreien Nachmittag.

Der FC besiegte 1899 Hoffenheim mit 2:0, und auch das war ein prächtiges Lustspiel.

„Ich bin sehr zufrieden mit unserer Mentalität. Nach unserem Katastrophenstart sind wir zurück”, sagte Stale Solbakken nach dem ersten Heimsieg in dieser Saison. Und nebenbei zählt in der Stadt: Zum ersten seit sechs Jahren grüßt der FC den Ortsrivalen Bayer Leverkusen von oben.

Köln zog sich zurück, war eine Mannschaft, die lauerte, die ihren Gegner zu Ballverlusten presste. Die athletischen Gäste hatten optische Vorteile (62 Prozent Ballbesitz), aber die Überlegenheit war eine Fata Morgana. Die Mannschaft glaubte sich gut im Spiel, aber sie bekam keine Chancen. Die neu zusammengeschraubte Kölner Abwehr um - nun ja - ihren souveränen Chef Kevin McKenna kam kaum in Gefahr.

Der FC vertraute seinem Erfolgsrezept der Vorwoche, spannte ein dichtes Netz mit zwei Abwehrreihen, in denen sich die Gäste permanent verhedderten. Zum Beispiel nach 20 Minuten: Jajalo luchste Rudy den Ball im Mittelfeld ab und schickte Podolski auf die Reise. Kölns Stadtpatron hatte freie Bahn, er hätte selbst sein Glück suchen können, doch er hatte den Blick für den Mitspieler: Jajalo vollendete den Spielzug, den er initiiert hatte, mit dem 1:0. Der erste Schuss war ein Treffer, die Party lief an diesem sonnigen Tag an. Auch der zweite Schuss war erfolgversprechend: Podolski scheiterte aus 20 Metern am Hoffenheimer Keeper Tom Starke (27.).

Die Hausherren versuchten noch ein paar „linke Dinger”. Bevorzugt über die Seite von Eichner, Podolski und Peszko pirschten sie sich heran. Podolski spielte Novakovic frei, die Ballannahme des Slowenen war nicht TÜV-frei (38.). Und auch die letzte Aufregung wurde auf der linken Seite vorbereitet. Peszko wurde rustikal von Vorsah gestoppt, Schiedsrichter Sippel folgte nicht der Volksabstimmung im Stadion, verweigerte den Strafstoß (45.).

Hoffenheim blieb eine Enttäuschung. Trainer Holger Stanis- lawski, der zunächst auf Obasi verzichtete, weil der zu spät zum Mittagessen erschien, war sauer. „Das ist wie mit kleinen Kindern, man kann warnen und warnen, und dann versucht man doch, ob die Herdplatte heiß ist.” Mehr wollte der 41-Jährige nicht erzählen. „Ich hebe mir meine Worte für die Mannschaft auf.”

Köln zog sich wieder zurück, die befürchteten Tempovorteile der Hoffenheimer kamen nicht zum Tragen. Sie bekamen den Raum, aber außer ein paar Fernschüssen hatten sie keine Ideen mitgebracht. Als Köln sich noch einmal zu einem Konter entschied, war die Partie entschieden. Podolski stob davon, suchte den Abschluss, 2:0 (63.), Freudengesänge!

Der FC ist in den ruhigeren Gefilden der Tabelle gelandet. „Wir als Team brauchen endlich Konstanz”, wollte Podolski von den üblichen Lobeshymnen nach seiner überzeugenden Vorstellung nichts wissen. Vielleicht wächst da in Köln was zusammen. „Wir sind auf den Trainer zugegangen, er auf uns. Das Ergebnis sieht man”, berichtete Christian Eichner. Tüftelfreund Solbakken hat die Lektionen vereinfacht. „Einige Spieler waren zu nachdenklich. Ich habe ihnen gesagt, traut wieder euren Instinkten.” Der Hinweis ist angekommen.
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