Dauerkarten für neue Bundesliga-Saison sehr gefragt

Von: Lisa Caspari, ddp
Letzte Aktualisierung:
Dauerkarten
Kunden stehen am Dienstag in Köln im Fanshop des 1. FC Köln unter einem Schild mit der Aufschrift "FC-Tickets" an einem Verkauftstresen. Zum Beginn der neuen Bundesliga-Saison am Wochenende ist die Treue der Fussballfans zu ihren nordrhein-westfälischen Erstligavereinen ungebrochen. Foto: ddp

Düsseldorf. Die Treue der Fußballfans zu ihren nordrhein-westfälischen Erstligavereinen ist trotz Wirtschaftskrise ungebrochen. Die Nachfrage nach Dauerkarten und Tagestickets für die am kommenden Wochenende beginnende Bundesliga-Saison ist sehr hoch, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur ddp bei den sechs Vereinen ergab.

Lediglich im VIP- oder Hospitality-Bereich hat es demnach einzelne Kündigungen durch Geschäftskunden gegeben.

Beim 1. FC Köln wurde wegen der großen Nachfrage nach den angebotenen 25.000 Dauerkarten erstmals mit einer Warteliste im Internet gearbeitet, wie der Leiter des Kartenmanagements bei den „Geißböcken”, Daniel Däuper, sagt.

Dort hätten sich rund 3000 neue Kölner Fans registriert. Nur 367 Fußballbegeisterte hätten allerdings zur neuen Saison ihre Dauerkarten gekündigt. „In den seltensten Fällen hatte das wirtschaftliche Gründe”, erzählt Däuper. Der FC biete in Ausnahmefällen auch Ratenzahlungen für langjährige Inhaber in Geldnot an.

Auch eine Preiserhöhung bei den Tickets von durchschnittlich 15 Prozent habe die Fußballfans des FC Köln nicht abgeschreckt. „Auch die Verkäufe bei den Tagestickets liegen auf Vorjahresniveau„, betont Däuper.

Die vielumjubelte Rückkehr des Kölner Stürmers Lukas Podolski zu seinem Heimatverein kann die Kartenverkäufe allerdings kaum noch in die Höhe treiben: „Unser Stadion war bereits in der vergangenen Saison fast immer ausverkauft”, sagt Däuper.

Borussia Dortmund erwartet für die neue Saison sogar einen Rekord beim Dauerkarten-Verkauf. Der Verein gehe davon aus, dass die Bestmarke von 50.549 verkauften Dauerkarten aus dem Jahr 2007 übertroffen worden sei, sagt Kartenstellenleiter Matthias Naverfnik.

Auch die Tageskarten gehen Naverfnik zufolge derzeit „sehr gut” über den Ladentisch. Für das Heimspiel und NRW-Derby gegen den 1. FC Köln am Samstag seien bereits Tickets für 75.000 der rund 80.500 Stadionplätze bei den Schwarz-Gelben vergeben worden.

Auch bei Bayer Leverkusen bewegen sich die Verkäufe von Dauerkarten mit 17.500 auf einem „neuen Rekordniveau”, wie Sprecher Meinolf Sprink sagt.

Der Umbau der Bay-Arena habe einiges zu den steigenden Besucherzahlen beigetragen. „Die Menschen kommen nun auch mehr aus der Peripherie angereist, um bei den Spielen live dabei zu sein”, erzählt Sprink.

Auch für die Tageskarten für das Heimspiel gegen Hoffenheim am 15. August hätten sich lange Schlangen an den Kassen gebildet. Und das, obwohl auch beim Werksclub die Preise zur neuen Saison teilweise angehoben wurden.

Allerdings seien vor allem mittelständische Unternehmer derzeit zurückhaltender, was Buchungen im Businessbereich betreffe, hat Sprink beobachtet.

Die Wirtschaftskrise macht sich auch beim VfL Bochum im Hospitality-Bereich bemerkbar. „Wir hatten einige Kündigungen bei den hochpreisigen Karten, diese wurden allerdings von der Warteliste abgefangen”, sagt Sprecher Christian Schönhals.

Insgesamt seien für die neue Saison bislang 8000 Dauerkarten verkauft worden, damit bewege sich der Verein auf Vorjahresniveau. „Zudem sind die Bochumer Fans eher Tageskarten-Käufer”, betont Schönhals.

Das Stadion sei dennoch in der vergangenen Saison nur sechsmal ausverkauft gewesen: „Karten sind bei uns also immer noch zu haben.”

Beim FC Schalke 04 sei das Kontingent von knapp 44.000 Dauerkarten auch in diesem Jahr stark nachgefragt worden, sagt Sprecher Heiko Kruska. Die Fans hielten den Königsblauen traditionell die Treue, auch wenn es spielerisch in der vergangenen Saison nicht wie gewünscht gelaufen sei. Die wenigen Dauerkarten-Kündigungen seien von der Warteliste aufgefangen worden.

Trotz der regional sehr hohen Arbeitslosigkeit „gibt es nur wenige Anhänger, die sagen: Das kann ich mir nicht mehr leisten”, berichtet Kruska. Allerdings hat auch er beobachtet, dass die Firmen derzeit zögerlicher Logen mieteten.

Auch Borussia Mönchengladbach merkt nach Angaben eines Vereinssprechers „nichts” von der Wirtschaftskrise. Für die kommende Saison seien 25.500 Dauerkarten und damit ähnlich viele wie in der vergangenen Saison verkauft worden. Somit hielten die Fans dem Verein trotz schlechter vergangener Spielsaison die Treue, betont der Sprecher der „Fohlen”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert