Das Vorbild ist zu Gast im Borussia-Park

Von: Heribert Förster
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Kann wieder auf Ball-Jagd gehen: Rob Friend hat diese Woche gut trainiert und könnte gegen Bremen vielleicht sogar in Mönchengladbachs Startformation zurückkehren. Foto: imago/Chai van der Laage

Mönchengladbach. Ein Lehrer findet Borussias Idee so klasse, dass er für sich und seine Klasse gleich 35 Eintrittskarten bestellt hat. „Eine überragende Aktion”, schrieb er dem Mönchengladbacher Fußball-Bundesligisten, der den Erlös aller seit dem 20. Januar gekauften Eintrittskarten für die Partie am Samstag gegen Werder Bremen (15.30 Uhr) für die Erdbeben-Opfer in Haiti spenden wird.

Mit Fußball habe er „nichts am Hut”, schrieb der Lehrer auch noch. Reichlich übertrieben ausgedrückt: Hatten die Borussia und Werder in den beiden ersten Pflichtspielen des Jahres 2010 auch nicht - wenn nur die Punktausbeute als Kriterium herangezogen wird: Mönchengladbach 1, Bremen 0.

Was andernorts ein Krisenszenario auslösen würde, sorgt bei beiden Klubs keineswegs für Unruhe. Da Werder auch die beiden letzten Partien des Vorjahres verloren hat, bedeutet dies: Platz sechs und sechs Punkte Rückstand auf einen Platz, der die Teilnahme an der Europa League bedeutet. Da war es schon fast ein Aufreger, dass Trainer Thomas Schaaf die Teilnahme an einem Treffen der Bundesliga-Trainer Anfang der Woche abgesagt hat. Mit den Worten, „ich habe hier genug zu tun”, ließ er sich entschuldigen.

Nicht nur deswegen haben die Borussen die Bremer als Vorbild auserkoren. Nicht, um den Klub zu kopieren, aber was Werder in den letzten 20 Jahren aufgebaut hat, finden sie in Mönchengladbach richtig gut. „Es ist schon erstrebenswert, so zu agieren und zu reagieren, wie man es für sich am besten hält”, sagt Borussias Trainer Michael Frontzeck. Er sieht die morgigen Gäste fernab jeglicher medialer und sonstiger Auswüchse zu jeder Zeit als Herr des Handelns. Das waren sie im Borussia-Park nicht immer...

Die Bremer Ruhe und Konstanz wollen sie in Mönchengladbach auch einmal genießen, und nur wenig räumt mehr Steine aus dem Weg als Kontinuität. In allen Bereichen, natürlich auch auf dem Platz. Dort hat die Borussia in bislang 19 Saisonspielen einen guten Weg eingeschlagen und schon viele Steinchen beiseite geräumt.

Ein wichtiger Bestandteil des „Räumkommandos” war und ist Rob Friend. Der Stoßstürmer hat nach seiner zweiwöchigen Pause wegen einer Risswunde an der Ferse wieder das Training aufgenommen, soll heute die Abschlusseinheit absolvieren und Samstag zum Aufgebot gehören. Und vielleicht auch statt Roberto Colautti in der Startformation stehen, denn gerade im Spiel gegen Bochum wurde der Kanadier schmerzlich als eine wichtige Anspielstation in vorderster Linie vermisst.

Die Partie gegen Bremen wird indes ganz anders laufen als die gegen Bochum. Werder ist mit Leuten wie Pizarro, Hunt, Özil und Marin in der Offensive bestens bestückt, „das sucht in Deutschland seinesgleichen im Spiel nach vorne”. Doch Michael Frontzeck weiß auch: „Wir haben in Berlin 90 Minuten sehr gut gegen den Ball gearbeitet.” Daran anknüpfen, mannschaftlich geschlossen auftreten, die Chancen nach vorne besser als in Berlin suchen - so soll sich Frontzecks Team den knapp 50.000 Besuchern präsentieren.

Noch sind übrigens genug Karten erhältlich, um wie der Lehrer eine „überragende Aktion” zu unterstützen.
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