Aachen - Das nächste Torfestival am Tivoli

Das nächste Torfestival am Tivoli

Von: Roman Sobierajski
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Alemannia Aachen - Rot-Weiß Oberhausen
Aachens Benjamin Auer (2.v.r.) freut sich mit seinen Teamkollegen über sein Tor zum 1:0. Foto: dpa

Aachen. Nur die wenigsten der 18.377 Tivoli-Besucher dürften sich an den bitterkalten Januar-Tag vor 60 Jahren erinnern, als Rot-Weiß Oberhausen zum letzten Mal die volle Punkteausbeute vom Tivoli mitnehmen konnte.

Am 32. Spieltag der aktuellen Saison konnte das Team von Trainer Theo Schneider nur einen Teilerfolg verbuchen: Kapitän Benjamin Reichert gewann die Platzwahl. Zu wenig für den Klassenerhalt, Alemannia gewann die Partie mit 4:0.

Trainer Peter Hyballa hatte wieder dem Augsburger System mit einer 4-3-3-Formation und dem Linksfuß Zoltan Stieber auf der Rechtsaußen-Position vertraut. Eine Umstellung, die die abwartend auftretenden Gäste bereits im ersten Durchgang mehr als einmal vor Probleme stellte.

Die konsequent die Linie haltenden Außenstürmer zogen das Oberhausener Abwehrgeflecht über die gesamte Platzbreite auseinander und eröffneten Räume, die Marco Höger und Stieber für einige sehenswerte Kombinationen nutzten. Die erste gute Chance - Höger hatte Stieber in Szene gesetzt, doch dessen Schuss wurde von RWO-Keeper Sören Pirson entschärft (11.) -, brachte noch nichts Zählbares.

Doch bereits mit der zweiten Gelegenheit war der Oberhausener Matchplan Makulatur: Einen langen Ball von Seyi Olajengbesi servierte Höger auf Torjäger Benny Auer, der mit einem halbhohen Ball ins lange Eck die Führung für die Alemannia erzielte (13.). Die Zuschauer konnten dann in der 22. Minute durchatmen: Dem Treffer von Reichert verwehrte der Schiedsrichter die Anerkennung, weil Ronny König im Blickfeld von David Hohs im Abseits stand.

In der Folge zeigte das Team von Trainer Peter Hyballa, das es im Saisonverlauf reifer geworden ist: Der Sturm in der frühen Drangphase ist nun durch eine steife Brise abgelöst worden, die dem Gegner ununterbrochen ins Gesicht weht. Doch weder Stieber (26.), noch Auer, der erneut von Höger bedient wurde (31.), oder Alper Uludag, in dessen Schuss sich in höchster Not Benjamin Reichert warf (35.) konnten bis zur Halbzeit erhöhen.

„In der Kabine ist es dann laut geworden”, räumte Trainer Peter Hyballa ein. „Und wir haben wieder auf Raute umgestellt, ein läuferisches System.” Eine Maßnahme, die sich schnell bezahlt machte: Einen Traumpass von Alper Uludag ließ Manuel Junglas passieren, und Stieber schnippte den Ball gekonnt über Pirson zum 2:0 (51.). Die Oberhausener brachten den Ball dann zwar noch einmal über die Aachener Torlinie, als Hohs patzte, doch der Ball war zuvor im Aus.

Und während die RWO-Spieler noch diskutierten, rollte der Alemannia-Express wieder. Erneut Uludag auf Stieber, und der zukünftige Mainzer netzte entschlossen ein, die Partie war entschieden (66.). Der Ungar hätte noch zu seinem Dreierpack kommen können, denn nach einem Foul an ihm zeigte Schiedsrichter Christian Fischer auf den Punkt. Der RWO-Anhang skandierte zwar „Schieber”, aber die Aachener Fans konterten mit „Stieber”.

Doch Benny Auer setzte sich mit Autorität durch und verwandelte sicher vom Punkt (71.). „Ich war schon ein bisschen sauer”, gestand der 22-Jährige unumwunden ein. „Doch er ist der Kapitän.” Auch nach dem Schlusspfiff waren die Probleme noch nicht vorbei, denn das Publikum wollte Stieber eine zünftige „Humba” abfordern. „Auf dem Platz weiß ich genau, was ich machen muss. Aber das mit der Humba muss ich wohl noch üben”, meinte der Verweigerer.
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