Mönchengladbach - Brouwers und das etwas andere „Tor des Monats”

Brouwers und das etwas andere „Tor des Monats”

Von: Heribert Förster
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Der Moment der Entscheidung: R
Der Moment der Entscheidung: Roel Brouwers (nicht im Bild) lenkt den Ball mit dem Schienbein unerreichbar für Torwart Marc-André ter Stegen ins eigene Netz. Foto: Dieter Weichmann/imago/osnapix

Mönchengladbach. „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs” ist ein Kleinod in der Fußball-Fernseh-Unterhaltung, mal schräg, meist witzig, immer informativ - und damit genau das Gegenteil etwa zum so tranig gewordenen „Aktuellen Sportstudio” im ZDF.

Zeiglers halbstündige Sendung läuft am späten Sonntagabend im WDR, so dass es keine Probleme mit dem Mutterhaus gegeben hat, als sich der Moderator einst entschlossen hatte, in Anlehnung an das „Tor des Monats” in der ARD-Sportschau in seiner Sendung über das „Kacktor des Monats” abstimmen zu lassen. Zufallsprodukte, Abstauber und Stochertore stehen hier zur Wahl - und natürlich Eigentore.

Der Gewinner des Monats November dürfte seit Samstag feststehen: Roel Brouwers. Borussia Mönchengladbachs zur Pause für den angeschlagenen Tony Jantschke (Wadenprobleme) eingewechselter Abwehrmann hatte gleich zu Beginn seiner Teilzeit-Tätigkeit zweimal in einer Aktion einen Treffer von Stuttgarts Christian Gentner kurz vor der Torlinie verhindert, doch in der 72. Minute unterlief ihm ein folgenschweres Missgeschick zum 1:2-Endstand.

Eine eher harmlose Flanke von Zdravko Kuzmanovic lenkte er mit dem Schienbein in den Winkel des eigenen Tores - unhaltbar für Marc-André ter Stegen. Den Flüchen auf dem Platz folgte die Erkenntnis des Premieren-Eigentorschützen: „Das kann noch hundert Mal passieren, der geht keinmal mehr rein.”

Gut organisierte Mannschaften

Es war die spielentscheidende Szene in einer Partie, in der alles auf eine leistungsgerechte Punkteteilung hingedeutet hatte. Es war keine überragende Partie, aber ein Duell zweier sehr gut organisierter Mannschaften, in der beide Teams dem anderen kaum einen Meter Spielraum ließ. „Es war ein Spiel für ein Unentschieden”, urteile Mönchengladbachs zwar enttäuschter, aber nicht unzufriedener Trainer Lucien Favre. „Es war spielerisch eine gute Leistung, das war okay für mich.”

Neben dem späten Eigentor war der frühe Ausgleich der Stuttgarter nach Martin Stranzls trockenem 22-Meter-Schuss (7.) zur Borussen-Führung ein Knackpunkt. Nur 80 Sekunden später griff Lukas Rupp, nicht so effektiv wie zuletzt, Stuttgarts offensiven Außenverteidiger Cristian Molinaro nicht energisch genug an. Und dessen feine Flanke köpfte der von Oscar Wendt nicht entscheidend gestörte Martin Harnik zum 1:1 ins Tor.

Die Borussia hatte noch ein paar gute Szenen, ohne jedoch wirklich Torgefährlichkeit zu entwickeln. Es fehlte die Kreativität gegen diesen fußballerisch starken Gast, der letzte Pass kam - wieder einmal - „zu spät und nicht präzise genug”. Und „schneller bei der Ballannahme” möchte Favre seine Spieler agieren sehen.

Klammert man die Partie in Fürth aus, hat die Borussia in den letzten Ligaspielen in Hannover (3:2) gegen Freiburg (1:1) und nun gegen Stuttgart (1:2) gegen drei Teams auf Augenhöhe das komplette Ergebnis-Repertoire erreicht. Ein Beleg, dass die Borussia in dieser Region heimisch ist, in der sich in diesem Spieljahr sechs bis acht Mannschaften „knubbeln”.

Ob die Borussia sich in dieser Region an der Spitze etablieren kann, bleibt eine der spannenden Fragen für die Zukunft. Der Weg der kleinen Schritte wird fortgesetzt, ein paar größere können vielleicht nach der Winterpause gegangen werden, wenn die Belastung der ständigen englischen Wochen nicht mehr so groß ist und während der Woche an der Fehlervermeidung gearbeitet werden kann. Dazu gehört Brouwers „Kacktor des Monats” gewiss nicht. Das war schlicht und ergreifend Pech.
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