Borussia will im Pokal einen „Superschritt” machen

Von: Heribert Förster
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Lucien Favre zeigts an: Heute
Lucien Favre zeigts an: Heute zählt für die Borussia nur der DFB-Pokal. Foto: imago/Kolvenbach

Mönchengladbach. Es gab auch in Mönchengladbach Zeiten, da musste ein Trainer seiner Mannschaft Mut zureden. Und manches schönreden - um die Hoffnung am Leben zu erhalten. Diese Rolle muss Lucien Favre längst nicht mehr spielen, und wenn eine Mannschaft in der Fußball-Bundesliga mit breiter Brust auflaufen kann, dann Borussia Mönchengladbach.

Nach drei Niederlagen in Serie kommen die Spieler aus der Hauptstadt derzeit dagegen eher schmalbrüstig daher. 0:2 in Nürnberg, 1:2 gegen Hamburg, 0:1 gegen Hannover, das Fußballjahr 2012 hätte besser beginnen können für Hertha BSC. Und was sagt Michael Skibbe? „Wir haben drei Spiele hintereinander gewonnen!”

Der Trainer muss seiner Mannschaft (und sich ?) Mut zureden, und da werden die 2012-er Pleiten flugs ausgeblendet - und der DFB-Pokal bemüht. 4:0 in Meuselwitz, 3:0 bei RW Essen, 3:1 gegen Kaiserslautern, das sind die Ergebnisse, die Skibbes skurriler Behauptung zugrunde liegen.

Nun werden die Resultate aus dem vergangenen Jahr der Borussia keine Angst einjagen. Aber kein Mönchengladbacher ist Dienstag mit der Hoffnung ins Flugzeug gestiegen, Mittwoch ab 19 Uhr (Zusammenfassung im ZDF ab ca. 22.30 Uhr) im Vorbeigehen das Halbfinale zu erreichen. Da sei Lucien Favre vor, der bei den drei Niederlagen der Hertha erkannt hat: „Da konnten sie auch dreimal gewinnen oder unentschieden spielen.”

Dennoch ist die Borussia der Favorit - sagen die Berliner, für sich die so angenehme Außenseiter-Rolle beanspruchend. Für Favre ist diese Feststellung nichts anderes als ein „Scherz”. Es ist ein K.o.-Spiel. „Und auf so eine Partie fiebert doch jeder Fußballer hin”, sagt Max Eberl, „du kannst das Halbfinale erreichen, und das wäre ein Superschritt für den Verein.” Der Sportdirektor glaubt aber auch, dass die Herthaner in so einem Pokalduell ihre Negativserie - neunmal in Folge sind die Berliner in der Liga sieglos geblieben - ausblenden können. „Das geht, das schafft man, weil man weiß, dass man sich über den Pokal neues Selbstvertrauen holen kann.”

Kein Gedanke an Schalke

Ausblenden muss in Mönchengladbach niemand etwas, und für Lucien Favre muss es eine optische Täuschung gewesen sein, sollten einige Spieler nach dem 0:0 in Wolfsburg einen missmutigen Eindruck gemacht haben. „Sie sind sehr realistisch, keiner war enttäuscht”, sagt der Trainer bestimmt. Und weigert sich - natürlich - in dieser Woche das große Ganze zu sehen, in dem die Borussia große Schritte machen kann. Am Mittwoch im Pokal in Berlin, am Samstag in der Meisterschaft gegen Schalke 04. Favre sagt: „Wir konzentrieren uns nur auf Berlin, sind in Gedanken nur bei der Hertha.”

Die setzt den Großteil ihrer Hoffnungen auf Rückkehrer Raffael, der nach seiner Sperre wieder das Spiel lenken soll. Der Brasilianer, einst von Favre an die Spree geholt und dort einer seiner liebsten Schüler, wird nicht auf den vergrippten Martin Stranzl treffen, der wie erwartet nicht zum 20-köpfigen Aufgebot zählt. Ein probates Mittel gegen Raffael und die zehn anderen Berliner wäre: vom Anpfiff an Herr im kühlen Stadion sein. Oder, wie es Max Eberl sagt: „Wir sind dafür verantwortlich, wie die Hertha spielt.”

Voraussichtliche Aufstellung: Ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann, Arango - Hanke, Reus
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