Borussia und die Phase der Antworten

Von: Bernd Schneiders
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Mönchengladbach. Auch Krisenentwicklungen folgen Gesetzmäßigkeiten. Nach der xten Pleite, nach der soundsovielten Enttäuschung sind alle eigentlich berechtigten Analysen und Erklärungen kaum noch zu ertragen.

Verletzungsmisere, individuelle Fehler, Schiedsrichter-Fehlpfiffe, Pech - sechs Punkte nach zehn Spieltagen verlangen bei aller Geduld Antworten da, wo sie Bares sprich Punkte einbringen: In Mönchengladbach ist es soweit.

Tabellenletzter, nur ein Sieg, 30 Gegentore - doch mit der Antwort auf dem Platz wird´s nicht ganz so einfach werden. Denn als elfter Gegner macht am Samstag der FC Bayern München seine Aufwartung. Schlotterknie also bei den Spielern? Zumal, wenn der Trainer den Bayern-Auftritt in der Champions League respektvoll schildert: „Erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit sie das Spiel gegen Cluj gewonnen haben. Sie sind in der Lage, kurz mal in Rumänien 4:0 zu gewinnen und einen Thomas Müller auf der Bank zu lassen.”

Kein Pfeifen im Wald

Es gibt beim Fußball kluge Sprüche, die auch das Pfeifen im Walde erleichtern. Michael Frontzeck aber wehrt sich vehement gegen die „Weisheit”, gegen so einen Gegner nichts zu verlieren zu haben. „Das habe ich in meiner ganzen Karriere nie verstanden, warum das ein einfaches Spiel sein soll. Auch früher nicht, als es noch zwei Punkte gab.” Die Zeit läuft, die Spieltage rinnen dahin, den eingeklagten Kompaktheitsnachweis konnte seine Mannschaft noch nie über Strecke bringen. Und schon ist der Moment da, wo trotz allen Respekts der Gegner nicht mehr zählt, erst recht nicht, wenn anschließend ein Auswärtsspiel in Köln wartet, der FSV Mainz kommt und die Reise zu Borussia Dortmund ansteht.

Frontzecks Mannschaft ist sich selbst der gefährlichste Gegner. Dabei muss man nicht einmal der Berechnung des Sportdirektors glauben. Max Eberl hält sich nach wie vor noch am spielerischen Vermögen seiner Auswahl fest. Und erklärt die fehlende Balance mit einer Prozentrechnung. Nach dem 6:3 in Leverkusen würden die Spieler lieber eingedenk ihrer spielerischen Stärke drei Prozent mehr nach vorne investieren. Und die fehlten dann nach hinten.

Solchen Entwicklungen kann man auch personell vorbeugen. Doch ausgerechnet da drückt der Borussia-Schuh gewaltig. Thorben Marx ist gelbgesperrt. Alternativen sind Roman Neustädter und Marcel Meeuwis. Doch schon mit Marx waren die Gladbacher Schotten nicht dicht zu bekommen. Neustädter aber hat noch größere Defensiv-Defizite. Und Meeuwis, der einzige echte Sechser, ist eigentlich verbrannt, seitdem Frontzeck - etwa gegen Eintracht Frankfurt - selbst den unerfahrenen Neustädter dem Niederländer vorgezogen hat. Was hat diese Tiefschlag bei dem Ex-Kerkrader bewirkt? Ist Meeuwis noch wettkampffähig? Frontzeck sollte es wissen. Antworten sind ein Muss.
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