Borussia in Schalke ohne Mo Idrissou

Von: Heribert Förster
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Absicht oder Versehen? Deniz Aytekin zeigt dem überraschten Mo Idrissou zum zweiten Mal die Gelbe Karte. Foto: imago/Revierfoto

Mönchengladbach. Die Suche nach dem Mittelweg, sie dauert noch an bei Fußball-Bundesligist Mönchengladbach. Die Suche auf dem Platz zwischen dem absoluten Hoch in Leverkusen und dem absoluten Tief in Stuttgart und auch abseits des Rasens.

Denn so prickelnd, wie diverse Protagonisten die Leistung der Mannschaft bei der 1:2-Niederlage gegen den FC St. Pauli gesehen hatten, war sie nicht. Dass die Mannschaft nach der 0:7-Pleite in Stuttgart ihren Worten Taten folgen ließ, ist eigentlich nicht erwähnenswert, die Spieler hätten sich ein Armutszeugnis ausgestellt, hätten sie nicht „Herz, Moral und Charakter” bewiesen, wie Sportdirektor Max Eberl feststellte.

Das Minimum wurde somit abgerufen, aber sonst? Nach dem ersten Gegentor war nicht erkennbar, dass noch einmal der berühmte Ruck durch die verunsicherte Mannschaft ging. Es fehlt der Borussia ein Spieler vom Typ Schweinsteiger, ein emotionaler Leader, einer, der die Kollegen puscht, aufrüttelt.

Natürlich war am Ende auch eine Menge Pech mit Schiedsrichter Deniz Aytekin im Spiel, und zumindest bei der Aufarbeitung kritischer Szenen haben die Borussen verbal die goldene Mitte gefunden. Ob Max Eberl oder Trainer Michael Frontzeck oder Vizepräsident Rainer Bonhof. Sie alle haderten mit dem fränkischen Pfeifenmann, ohne die Schuld auf ihn abzuwälzen.

Aytekin, der ­ man darf das so schreiben ­ die Borussia vergangene Saison bei der 1:3-Niederlage in Schalke verpfiffen hat ­ hätte in der turbulenten Schlussphase einen Handelfmeter für Gladbach geben können, ja müssen.

Was Eberl so umschrieb: „Wenn man einen Kann-Elfmeter gegen sich bekommt, erwarte ich, dass der Schiedsrichter die Traute hat, ihn auch auf der anderen Seite zu geben.” Traute hatte Deniz Aytekin dann, um Mo Idrissou die Gelb-Rote Karte zu zeigen.

Und alle im Stadion fragten sich: Warum? Diese Frage wurde kurzfristig vom Deutschen Fußball-Bund beantwortet, denn die Borussia hatte gegen die zweite Verwarnung und den daraus resultierenden Platzverweis für Idrissou Einspruch eingelegt.

Borussias Hoffnung, wenigstens mit Fernsehbildern punkten zu können, schlug fehl, da das Sportgericht verkündete, erkannt zu haben, dass Idrissou seinem Gegenspieler Markus Thorandt beim Kopfballduell mit den Händen in den Rücken gestoßen habe.

Egal, die Losung für die Partie bei Schalke 04 am Samstag klingt bei allen Entscheidungsträgern gleich: „Wir müssen weiter den Kopf oben behalten”, ordnete Michael Frontzeck an, „und wir müssen die komplizierte Situation annehmen.” Aufgearbeitet wurde die dritte Niederlage in Folge in einem (schon länger) geplanten Kurz-Trainingslager in der Nähe von Venlo von Mittwochnacht bis Donnerstagmittag.

Vorverlegt von Sonntag 31. Oktober auf Samstag, 30. Oktober (15.30 Uhr), wurde Borussias Partie beim 1. FC Kaiserslautern.
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