Hannover - Borussia gestattet Hannover den Trauma-Abbau

Borussia gestattet Hannover den Trauma-Abbau

Von: Christian Schreider
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Eckenverhältnis: Der später eingewechselte Patrick Herrmann (v.l.), Borussias einsamer Torschütze, beobachtet die jubelnden Hannoveraner Mike Hanke, Sergio Pinto und Didier Ya Konan. Foto: imago/kaletta

Hannover. Ratlos, hilflos, gelähmt, verzweifelt - so war Hannover 96 noch unter der Woche charakterisiert worden. Verständlich nach einer traumatischen Saison und 0:10 Toren aus den beiden neuesten Niederlagen. Doch an der Leine gab´s am Samstag beim 6:1 über Borussia Mönchengladbach den wohl überraschendsten Ausbruch der Bundesliga.

„Das Team hat sich von außen nicht beeinflussen lassen und eine sehr konzentrierte Leistung gezeigt”, konstatierte 96-Coach Mirko Slomka. Doch trotz des schnellen Einbahnstraßenstarts war die Angst des Trainers erst nach 17 Minuten besiegt. „Wenn man solche Chancen vergibt, kommt man schon ins Zweifeln”, so der Coach über die ersten vergebenen Großchancen Ya Konans (4.), Balitschs (5.) und Hankes (10.). Anders die Spieler: „Wir haben gleich gemerkt, dass es gut läuft”, frohlockte Karim Haggui. Und ausgerechnet er, der mit seinen beiden Eigentoren die 3:5-Hinspielklatsche eröffnet und vollendet hatte, brach den Bann mit seinem Kopfball zum 1:0 (17.). Danach ging´s Schlag auf Schlag. Auch und gerade dank der Gäste.

Der Auftritt am Samstag dürfte die Fohlen einige der bundesweit zweifellos zahllosen Sympathien gekostet haben. Die staunende Statistenrolle von Gladbachs Deckung beim 3:0 (27.) des fit gemachten Ya Konans (Slomka: „Eine herausragende Arbeit unseres Trainerteams”) war jedenfalls symptomatisch für den überaus läppischen Auftritt der Borussen. „Sehr peinlich, ich schäme mich für unsere Leistung”, bekannte wenigstens Tobias Levels, während Keeper Logan Bailly - der Laiendarsteller vom 2:0 Pintos (23.) - ein achselzuckendes „Jeder hat mal einen schlechten Tag” von sich gab. „Das kann man als Ausrutscher werten”, wollte auch Trainer Michael Frontzeck nichts überbewerten. Er sah sogar „etwas Positives: Man hat gesehen, dass wir bei weitem noch nicht soweit sind, wie manche von uns wahrhaben wollen”. Borussia habe eben „oftmals am Limit gespielt, da kann es sein, dass man auch mal untergeht”.

Wie der Trainer unterstrich auch Sportdirektor Max Eberl den „Fingerzeig, wie brutal es ausgehen kann, wenn man ein paar Prozent weniger bringt”. Sein Kollege Jörg Schmadtke richtete derweil den Blick ganz aufs Abstiegsendspiel kommenden Samstag: „Im Moment spüre ich nichts von Erleichterung. Wir werden in Bochum wohl gewinnen müssen.” Es werde sicherlich „ein interessantes und kompliziertes Spiel”.
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