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Borussia für den VfB der ideale Aufbaugegner

Von: Oliver Trust
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Tiki taka verkehrt herum: Luuk de Jong (links) verlängerte Alexandru Maxims Freistoß als Erster, dann veränderte noch Torwart Marc-André ter Stegen (grünes Trikot) die Flugbahn des Balles, den Alvaro Dominguez (vorne) endgültig ins Tor verlängerte. Foto: imago/Sven Simon

Stuttgart. Bruno Labbadia wollte gar nicht mehr aufhören, über den SC Freiburg zu reden. Die Stuttgarter hatten vor 53000 Zuschauern zwar gerade 2:0 (2:0) gegen Mönchengladbach gewonnen und drei wichtige Punkte in der Bundesliga gewonnen. Im Mittelpunkt stand nach dem ersten Liga-Heimsieg in diesem Jahr trotzdem das DFB-Pokal-Halbfinale gegen den SC Freiburg.

Für die Stuttgarter ist das so etwas wie das „Spiel des Jahres“, mit dem sie eine bisher schwierige Saison retten könnten. Der Einzug ins Pokal-Finale kommt der Qualifikation für die Europa League gleich, weil der zweite Finalist aus der Begegnung des Meisters Bayern München gegen den VfL Wolfsburg ermittelt wird. Dass München nicht in Berlin vertreten ist, wird in Stuttgart und Freiburg als nahezu ausgeschlossen eingeschätzt. Das Spiel am Mittwoch wird somit zum „Endspiel“ um einen Platz in Europa.

Die Mönchengladbacher dagegen legen offenbar wenig Wert auf einen europäischen Wettbewerb. Sie verloren nicht nur das vierte der letzten fünf Auswärtsspiele, sondern ihr Trainer Lucien Favre verkündete, Europa könne nun kein Ziel mehr sein. „Das müssen wir jetzt mal beiseite lassen“, sagte Favre. „Wir können diese Saison nicht mit der vergangenen vergleichen.“

Der Frust saß tief bei den Verlierern. „Wir müssen analysieren, was das Zeug hält“, klagte Marc-Andre Ter-Stegen. „Nimmt man es genau, haben wir heute keine Chance gehabt.“ Zu langsam im Spielaufbau, ohne Entschlossenheit im Angriff, die Gladbacher entpuppten sich für die Pokalkämpfer aus Stuttgart als idealer Aufbaugegner.

„Wir haben heute eine große Chance vergeben, einen großen Schritt nach vorne zu machen“, meinte Verteidiger Roel Brouwers ernüchtert. „Wir haben klar unnötige Tore kassiert“, klagte Favre nach seinem völlig verhagelten Jubiläum im 150. Bundesligaeinsatz. „Ich bin klar enttäuscht.“ Unmittelbar nach der Partie hatte der Schweizer Coach im ersten Fernseh-Interview noch verkündet: „Wir haben nicht schlecht gespielt.“

Verständlicher Frust

Der Frust war nach den kuriosen Gegentoren mehr als verständlich. Beim 1:0 (28.) köpfte gar ein Gladbacher den Ball ins eigene Tor. Nachdem Luuk de Jong den Ball nach einem Freistoß auf ter Stegens Hand weiterleitete, landete der Abpraller auf dem Kopf von Alvaro Dominguez. Beim zweiten Treffer der Stuttgarter schauten Tony Jantschke und ter Stegen zu, wie Christian Gentner (34.) den Ball zurückeroberte. Beide hatten vom jeweils anderen erwartet einzugreifen.

Am Ende blieben sowohl Jantschke als auch ter Stegen wie angewurzelt stehen und ermöglichten Gentner einen artistischen Treffer. Der VfB-Kapitän lupfte den Ball aus spitzem Winkel über Gladbachs Keeper ins Tor.

VfB-Trainer Labbadia lobte zwar sein Team, sprach aber schnell wieder über Freiburg. „Wir müssen jede Sekunde nutzen, um uns zu erholen. Freiburg hatte zwei Tage länger Pause“, sagte Labbadia, der sein Team nach dem Schlusspfiff zum „Ausradeln“ schickte und danach ein gemeinsames Abendessen anordnete, damit sich seine Spieler am freien Montag zuhause ausruhen können.

Bei Gladbach kamen von Juan Arango erneut nur wenig Impulse, und auch Patrick Herrmann hatte außer seinem schnellen Antritt wenig zu bieten. Die Borussia wirkte nicht wie ein Team, das unbedingt in die Europa League will. Vedad Ibisevic (55.) per Kopfball, Maxim (66.) aus kurzer Distanz und Shinji Okazaki (77.) per Lupfer hätten noch erhöhen können. Auch in diesen Szenen war die Borussen-Defensive schlecht organisiert.

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