Borussen zwischen Titeltraum und Abstiegsangst

Von: Morten Ritter und Maximilian Haupt, dpa
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Borussia Dortmund
Am Samstag will Borussia Dortmund nicht nur wie dieser Fan mit der Nachbildung, sondern mit der echten Meisterschale jubeln. Dazu braucht der BVB einen Sieg in Mönchengladbach - was den Abstieg der anderen Borussia nahezu besiegeln würde. Foto: dpa

Mönchengladbach. Die Meisterschaft zum Greifen nahe - den Abstieg vor Augen: Im Duell zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund an diesem Samstag (18.30 Uhr) könnten die Vorzeichen kaum unterschiedlicher sein. Dem BVB fehlt noch ein kleiner Schritt zum siebten Titelgewinn, die Gladbacher kämpfen um die letzte Möglichkeit, den dritten Abstieg zu vermeiden.

Eine vorzeitige Entscheidung im Kampf um die Meisterschale wollen die Gastgeber auf keinen Fall zulassen. „Ich habe keine Lust, dass der BVB bei uns den Titel holt. Das werden wir ihnen versauen”, sagte Vizepräsident Rainer Bonhof.

Trotz der ungleichen Voraussetzungen sind beide Kontrahenten zuversichtlich. „Wir wissen, dass wir am Samstag alles klar machen können. Wenn wir unsere Leistung bringen, kann uns keiner schlagen”, meinte BVB-Profi Kevin Großkreutz. Der Tabellenletzte aus Mönchengladbach sieht sich aber keinesfalls chancenlos. „Ich gönne Dortmund die Meisterschaft. Aber es wäre schön, wenn sie zu Hause feiern könnten. Wir wollen die Punkte hierbehalten”, sagte am Donnerstag Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl.

Nach dem Erfolg am „Super-Sonntag” gegen den SC Freiburg und der Niederlage von Verfolger Bayer Leverkusen in München strahlt der souveräne Spitzenreiter ungeachtet der Tatsache, dass wohl zwei wichtige Spieler fehlen, Optimismus aus. „Wir wollen das Ding holen, und das geht nur, wenn wir voll konzentriert sind. Warum sollten wir als Erster auch nachlassen?”, sagte Nationalspieler Mats Hummels. Dabei müssen die Dortmunder am Samstag in Shinji Kagawa, Nuri Sahin und vermutlich auch Lucas Barrios auf drei ihrer Besten verzichten.

Dennoch erwartet den Tabellenletzten im mit 54 057 Zuschauern seit Wochen ausverkauften Borussia-Park ein heißer Tanz im Duell der schwächsten Heimmannschaft gegen das beste Auswärtsteam. Die Gastgeber rechnen mit 14 000 Dortmund-Fans, die Polizei erwartet sogar 20.000 BVB-Anhänger.

Die Gladbacher Borussia stellt sich sportlich auf alles ein. Eine Niederlage würde drei Runden vor Saisonschluss noch nicht den Abstieg bedeuten, die Hoffnung auf den Klassenverbleib hätte indes kaum noch Nahrung. „Für uns ist in jedem Bundesligaspiel etwas möglich, und wenn wir großen Einsatz und Willen in die Waagschale werfen, ist für uns auch gegen Dortmund etwas drin”, sagte Eberl.

Seit dem Amtsantritt von Lucien Favre konnten die zuvor zu Hause sieglosen Gladbacher immerhin drei der vergangenen vier Heimspiele gewinnen. Gegen Dortmund ist die Gesamtbilanz (25-26-26) zwar fast ausgeglichen, doch in den zurückliegenden sechs Bundesligapartien blieb die Elf vom Niederrhein gegen den BVB sieglos und kassierte dabei fünf Niederlagen. Den letzten Sieg feierten die Gladbacher am 22. September 2006 (1:0).

„Dortmund ist die beste Mannschaft in Deutschland. Die haben viele Qualitäten, wir wissen das. Wir müssen sehr organisiert sein”, sagte Favre. Igor de Camargo kehrt nach überstandener Innenbanddehnung zurück in den Kader, dafür droht Abwehrchef Dante mit einer Muskelverhärtung im Oberschenkel auszufallen.

Trotz aller guten Voraussetzungen sind die Dortmunder gewarnt. „Die Ausgangsposition hat sich verbessert, aber wir sind noch nicht durch. Gladbach kämpft ums Überleben, da weiß man, was uns erwartet”, befand Sportdirektor Michael Zorc. Auch Trainer Jürgen Klopp ist sich bewusst, dass der Existenzkampf ungeahnte Kräfte freisetzen kann. „Wir werden zu spüren bekommen, dass Gladbach dieses Ziel erreichen will”, meinte der BVB-Coach.
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