Baesweiler/Leverkusen - Bekommt Stefan Kießling Konkurrenz aus Baesweiler?

Bekommt Stefan Kießling Konkurrenz aus Baesweiler?

Von: Benjamin Jansen
Letzte Aktualisierung:

Baesweiler/Leverkusen. Marc Brasnic hatte sich schon auf ein Wiedersehen mit Leroy Sané gefreut. Doch daraus wurde nichts. Weil Schalkes Cheftrainer Roberto Di Matteo in die Wochenendgestaltung seines Youngsters eingriff.

Und so spielte Brasnics ehemaliger Leverkusener Vereinskollege am Samstag nicht im Spitzenspiel der A-Junioren-Bundesliga West mit dem Schalker Nachwuchs gegen die U19 von Bayer, sondern trat mit den Profis den Weg in Richtung Niedersachsen an.

Sané, 19, lief in der ausverkauften Volkswagen-Arena auf – und erzielte am Sonntag nach einem 74-Meter-Solo die Schalker Führung gegen den designierten Vize-Meister VfL Wolfsburg. Ein Treffer, der auch in Leverkusen bejubelt wurde. „Ich freue mich sehr für Leroy, wir haben schließlich eine gemeinsame Vergangenheit“, sagt Brasnic und schiebt nach: „In der Bundesliga zu spielen, das ist der Traum eines jeden Nachwuchsfußballers“. Ein Traum, dem auch der 18-Jährige einen großen Schritt näher gekommen ist: Wie Bayer 04 Leverkusen jetzt bekanntgab, hat Brasnic einen Dreijahresvertrag als Profi beim Champions-League-Anwärter erhalten.

Eine logische Konsequenz, wenn man sich die Entwicklung und die Leistungsdaten des 18-Jährigen anschaut, der im zarten Alter von vier Jahren beim JSV Baesweiler das Fußballspielen gelernt hat und später auch für Alemannia Aachen aktiv war. In der A-Junioren-Bundesliga hat der Mittelstürmer 22 Treffer in 23 Spielen erzielt – kein Nachwuchsspieler hat eine bessere Quote. Auch Leroy Sané nicht.

Während der Sohn von Wattenscheid-Legende Souleymane Sané in der Champions League gegen Cristiano Ronaldo und Co. für Furore sorgte, machte Brasnic in der „kleinen Version“ der Königsklasse auf sich aufmerksam: In der UEFA Youth League traf der beidfüßige Angreifer fünf Mal – in fünf Partien auf internationalem Parkett. Das weckte auch das Interesse einiger Premier-League-Clubs: Wie englische Medien berichten, hat sich Brasnic in die Notizbücher von Manchester City und dem FC Arsenal gespielt.

Dass Leverkusen im Sommer tatsächlich gewillt ist, eines seiner größten Talente abzugeben, klingt wie ein Widerspruch in sich. Ist es aber nicht, denn Brasnic soll nur auf Leihbasis wechseln. Die Konkurrenz im Sturmzentrum der Werkself ist noch zu groß, in ein paar Jahren könnte der Deutsch-Kroate aber in die Fußstapfen von Stefan Kießling, 31, treten. Vorausgesetzt, Brasnic trifft weiter wie am Fließband.

„Wir werden in den nächsten Wochen Gespräche führen, dann schauen wir weiter“, erklärt der 18-Jährige. Um den Rest kümmert sich sein Berater Michael Becker, der schon Michael Ballack zu seinen Klienten gezählt hat. „Ich konzentriere mich nur auf meinen Job. Und der besteht darin, Tore zu erzielen.“

Hauptberuflich Torjäger, nebenberuflich Schüler? Diese Phase hat Brasnic hinter sich gelassen. Denn seit knapp einem Jahr hat er das Fach-Abitur in der Tasche. „Jetzt konzentriere ich mich nur noch auf Fußball“, sagt Brasnic. Einen Plan B hat der 18-Jährige, der sich auch von zwei Kreuzbandrissen nicht aus der Bahn werfen ließ, nicht.

Da sowohl der deutsche als auch der kroatische Fußball-Bund ein Auge auf den hoch veranlagten Stürmer geworfen haben, wurde die doppelte Staatsbürgerschaft beantragt. Zwei Mal lief Brasnic für die Deutsche U15-Nationalmannschaft auf (ein Treffer), vergangenen Herbst wurde er dann für ein Freundschaftsspiel der kroatischen U19 nominiert (ein Spiel, kein Treffer). Die U19-Europameisterschaft in Griechenland im Juli würde Brasnic reizen, „im Moment konzentriere ich mich aber nur auf meinen Verein.“ Und der heißt Bayer 04 Leverkusen.

Ein großes Ziel möchte er mit der U19 der Werkself noch erreichen, bevor er im Sommer ins Seniorenlager wechselt: Deutscher Meister werden. Das Spitzenspiel der A-Junioren-Bundesliga West endete am vergangenen Wochenende zwar nur 1:1. „Wir sind aber immer noch in Schlagdistanz“, sagt Brasnic, der gegen Schalke mit seinem Treffer den Endstand markierte.

Da der 18-Jährige zuletzt an einer kleinen Serie gebastelt und auch in den vier Spielen zuvor getroffen hat, hat er sich in der Liste der Rekordtorschützen der Staffel West auf Platz 1 geschossen. Vor Tolgay Arslan, Maurice Exslager und Pierre-Michel Lasogga. Und vor Leroy Sané. Vielleicht kommt es ja in der ersten Bundesliga zu einem Wiedersehen mit dem ehemaligen Teamkollegen. Marc Brasnic dürfte nichts dagegen haben.

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