Mönchengladbach - „Bayern-Schreck” Herrmann kann wieder auf Torejagd gehen

„Bayern-Schreck” Herrmann kann wieder auf Torejagd gehen

Von: Heribert Förster
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Patrick Herrmanns erster Strei
Patrick Herrmanns erster Streich: Zum Rückrunden-Auftakt trifft Borussias Stürmer am Ende sogar zwei Mal gegen Manuel Neuer. Heute ist er nach seinem Schlüsselbeinbruch einsatzbereit. Foto: imago/ActionPictures

Mönchengladbach. Eines haben die Fußballer von Borussia Mönchengladbach unter Trainer Lucien Favre bisher auf jeden Fall bewiesen: dass sie intelligente Spieler sind. Denn im Schnelldurchgang haben sie die Vorstellungen ihres Trainers in die Tat umgesetzt, seit der Schweizer vor 13 Monaten seine Arbeit aufnahm.

Und der Geist ist auch heute wieder gefragt: „Wir müssen mit viel Intelligenz verteidigen”, sagt Favre vor dem Pokal-Halbfinalspiel gegen Bayern München (20.30/ARD).

Denn klar ist: Die zwei Siege in der Bundesliga haben keinerlei Bedeutung für das heutige Duell. „Das ist ein ganz anderes Bayern”, sagt der Trainer und schwärmt über die Münchner. „Das ist die deutsche Nationalmannschaft. Plus Robben, plus Ribéry.” Letzterer war in beiden bisherigen Treffen nicht in der Startformation, in der erneut Spielgestalter Bastian Schweinsteiger fehlen wird.

Die anderen Bayern: „Sie sind viel kreativer geworden, Robben, Ribéry, Müller und Gomez, sie rochieren viel mehr”, hat Favre beobachtet, und auch die Umstellung in der Abwehr sieht er als gute Maßnahme. „Mit Alaba auf links sind sie stabiler geworden.”

Favresche Lobeshymnen auf den Gegner sind keine Seltenheit - doch in Mönchengladbach sind sie bereit für ein Spiel, das in über 150 Länder live übertragen wird, das den Borussen noch einmal knapp zwei Millionen Euro in die Kassen spült, so dass die Pokal-Einnahmen in diesem Jahr schon über 3,6 Millionen Euro betragen. Ob noch mindestens zwei weitere Millionen für das Erreichen des Endspiels dazukommen?

Mit Carbon-Panzer

„Die Bayern haben keinen Grund, uns zu unterschätzen”, findet Favre, der bei der Aufstellung die freie Auswahl besitzt. Denn auch Patrick Herrmann steht nach seinem Schlüsselbeinbruch wieder im Aufgebot. Er spielt mit einem schützenden Carbon-Panzer - wenn er denn spielt. „Eventuell”, sagt Favre über den „Bayern-Schreck”, der im Januar gleich zwei Treffer gegen Manuel Neuer erzielte und auch in der letzten Saison im Borussia-Park gegen München traf.

Anders als Otto Rehhagels Berliner Dilettanten am Samstag werden die Borussen die ballführenden Bayern wann immer es geht doppeln, intelligent verteidigen halt. Es dürfte die einzige Chance sein, die Wucht der Münchner einzudämmen. Eine weitere Voraussetzung für Favre: „Keine unnötigen Ballverluste.” Gerade davon gab es in Leverkusen vor der furiosen Schlussphase einige zu viel, doch mit dem späten Erfolg sind die Zweifel weg. Und die Zuversicht groß: „Es gibt keine bessere Vorbereitung als einen Sieg”, zitiert Max Eberl seinen Ex-Trainer Hans Meyer. Des Sportdirektors These, dass es fast unmöglich ist, die Bayern drei Mal in einer Saison zu besiegen, wird aus München als gezieltes Understatement eingestuft. Und: An allen Bayern nagen noch immer die beiden Ligen-Niederlagen. „Die wollen wir vergessen machen”, sagt Trainer Jupp Heynckes. Der „Gladbacher Jung” freut sich auf die Partie, „das wird Emotion pur”. In der die Borussia kühlen Kopf bewahren will. Und intelligent verteidigen muss.
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