Köln/Aachen - BayArena wird rauchfrei - in Aachen darf weiter gequalmt werden

BayArena wird rauchfrei - in Aachen darf weiter gequalmt werden

Von: Tobias Sträter
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„Fünf bis sechs Davidoff pro Tag - aber demnächst wohl nicht mehr im Stadion: Rudi Assauer, ehemaliger Manager von Schalke 04, ist leidenschaftlicher Zigarren-Raucher. Foto: imago/MIS

Köln/Aachen. Die Entscheidung soll für klare Verhältnisse sorgen: Saubere Luft in der neuen BayArena. Deshalb hat der Fußballverein Bayer 04 Leverkusen als erster Bundesligist ein Rauchverbot im Innenbereich seines frisch renovierten Schmuckkästchens erlassen.

Betroffen von der Regelung sind der Innenraum, die Tribünen sowie die geschlossenen Räumlichkeiten. Bei der Einweihung des Stadions gegen Hoffenheim dürfen Raucher nur noch in den Außenbereichen und der so genannten Umgriffebene, dem Schlauch um die Heimspielstätte herum, zur Zigarette greifen.

Alemannia Aachen beschreitet im neuen Tivoli einen anderen Weg. Rauchverbot gilt nur in einzelnen Stadionbereichen. Auf den Rängen etwa darf zur Zigarette gegriffen werden. Rauchverbot gilt dagegen in allen Räumen und im Business-Bereich. „Unsere Logenbesitzer entscheiden selbst, ob sie das Rauchen gestatten”, sagt Alemannia-Sprecher Torsten Pracht. Grundsätzlich empfehle der Verein den Fans aber, während der Spiele aus Rücksichtnahme auf die anderen Fans auf den blauen Dunst zu verzichten.

Dieses Rücksichtnahme macht Leverkusen zur Pflicht: „Wir wollen die Nichtraucher schützen und bitten um Verständnis der Raucher”, erklärte Bayer04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser den Schritt. Doch nicht alle Fans sind von der Aussicht auf dunstfreie Spiele begeistert: Nach der Ankündigung machte mancher Anhänger seinem Unmut im Internet-Forum Luft. „Ich habe aber auch sehr viel positive Resonanz bekommen”, sagte Bayer-Kommunikationschef Meinolf Sprink.

Mit der Entscheidung versuche man dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Nichtraucher in der Gesellschaft in der Mehrheit seien. „Wir plädieren für ein faires und sauberes Miteinander beider Seiten - schließlich steht doch das gemeinschaftliche Fußball-Erlebnis im Mittelpunkt”, so Sprink, der selbst passionierter Zigarrenraucher ist.

Mit dem Verbot setzen die Leverkusener die Empfehlungen von Deutschem Fußball Bund und Deutscher Fußball Liga für rauchfreie Bundesliga-Spiele freiwillig um - ein generelles Rauchverbot in den Stadien besteht nicht. Andere Vereine in der Region belassen es deshalb auch bei örtlich beschränkten Lösungen. Sie schaffen rauchfreie, familienfreundliche Blocks. So darf im Gladbacher Borussenpark seit der Eröffnung vor fünf Jahren auf der Südtribüne nicht geraucht werden. „Diese Plätze sind vor allem bei Familien sehr gefragt”, sagt Sprecher Markus Aretz. Ein komplettes Rauchverbot sei aber nicht geplant. „Das wäre in der Praxis auch schwer umsetzbar”, sagt der Fanbeauftragte der Fohlen, Thomas Weinmann.

Spezielle Abschnitte, in denen nicht geraucht werden darf, gibt es auch in der Arena Auf Schalke sowie in Düsseldorf. Dort gilt ein generelles Verbot nur, wenn das Tribünen-Dach geschlossen ist. Ansonsten darf auf den Tribünen der beiden Stadien geraucht werden. Ausgenommen sind nur die Gastronomiebereiche, in denen das gesetzliche Rauchverbot greift.

Auch beim 1. FC Köln und bei Borussia Dortmund bestehen Einschränkungen nur im Bereich der Gastronomie und der Vip-Lounges, ansonsten gibt es hier keine Restriktionen. Der 1. FC Köln hält die Fans mit Videoclips dazu an, dem Spiel rauchfrei zu folgen. „Damit folgen wir auch der Kampagne, die es während der Fußball-WM 2006 in Deutschland gegeben hat. Damals hatte der DFB die Fans angehalten, nicht zu rauchen”, sagt FC-Sprecher Thomas Polte. Ein generelles Verbot sei wegen der Größe des Stadions ohnehin schwer umsetzbar.
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