Aue-Trainer Schmitt sieht keinen klaren Aufstiegsfavoriten

Von: dapd
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Rico Schmit
Aue Trainer Rico Schmitt. Foto. dapd

Aue/Leipzig. Nach der auf dem überraschend guten fünften Platz abgeschlossenen vergangenen Saison geht der FC Erzgebirge Aue mit der sprichwörtlich breiten Brust in die insgesamt siebte Zweitliga-Spielserie der Vereinsgeschichte. Am Samstag, 13 Uhr, trifft Aue im Erzgebirgsstadion zum Auftakt auf Alemannia Aachen.

Trainer Rico Schmitt spricht im Interview mit dapd-Korrespondent Peter Stracke über die Ziele seiner Mannschaft, die Favoriten und den Aufschwung im Osten.

Als Aufsteiger avancierte Erzgebirge Aue in der Vorsaison zum Favoritenschreck, zum Herbstmeister und lange sogar zum Aufstiegskandidaten. Da kann doch nur die Bundesliga das Ziel sein...

Rico Schmitt: Nach der wirklich extrem guten letzten Saison ist die Erwartungshaltung im Umfeld natürlich sehr hoch. Die Mannschaft hat sich auch viel vorgenommen. Aber wenn wir uns jetzt 57 Punkte vornehmen, weil wir in der letzten Saison 56 geholt haben, dann ist das unrealistisch. Wir wollen bestätigen, dass wir zurecht in der 2. Bundesliga spielen.

Also keine Aufstiegsträume in Aue?

Rico Schmitt: Sinnvoll realistisch für eine Mannschaft wie Aue ist es, sich langfristig in der zweiten Liga festzusetzen. Die meisten unserer Spieler haben jetzt so um die 30 Zweitligaspiele gespielt. Wenn sie mal bei 200 in der Statistik stehen, dann haben sie wirklich was erreicht. Für uns war es ein großer Erfolg, dass wir die Mannschaft zusammenhalten konnten. Wir haben uns sogar verstärkt. Ich denke, wir werden eine gute Rolle spielen und damit auch für unsere ganze Region einen hohen Identifikationswert schaffen.

Aue ist also kein Aufstiegsfavorit, wer dann?

Rico Schmitt: Einen klaren Favoriten sehe ich nicht. Natürlich werden Eintracht Frankfurt und St. Pauli als Bundesliga-Absteiger immer wieder genannt. Aber dass es nicht einfach ist, sich in der Liga zu behaupten, hat in der Vorsaison Hertha gezeigt. Die haben auch erst einmal eine Halbserie gebraucht, um in Tritt zu kommen. Wir haben drei sehr starke Aufsteiger dazu bekommen. Das wird die stärkste zweite Liga seit Jahren. Hoch schätze ich auch Düsseldorf, 1860 München und Aachen ein.

Mit Aue, Rostock, Dresden, Cottbus und Union spielen fünf Ostvereine in der Liga. So viele wie seit der ersten Saison nach der Wiedervereinigung nicht, als es sechs waren. Wie bewerten Sie dies?

Rico Schmitt: Ich finde diese Einteilung nicht mehr zeitgemäß. Wir haben Nord- und Südvereine, Ost- und Westvereine. Fakt ist, dass Vereine wie Dresden auch aufgrund der wirtschaftlichen Struktur der Region und eines modernen Stadions mit viel Zuschauerinteresse leistungsfähiger geworden sind. Und Vollmann in Rostock sowie Wollitz in Cottbus haben nachgewiesen, dass sie sehr gute Trainer sind.

Also keine Erfolgsgeschichte vom Aufbau Ost?

Rico Schmitt: Eher eine Momentaufnahme. Viel wichtiger ist die Frage der Dauerhaftigkeit. Auch für uns. Im Moment bauen wir sportlich aus, aber wir müssen auch die Umfeldbedingungen Stück für Stück verbessern. Wir brauchen bessere Trainingsbedingungen und vieles mehr. Unsere Chancen, uns dauerhaft in der Liga festzusetzen, steigen von Saison zu Saison.
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