Mönchengladbach - Auch Max Eberl sieht „nicht so viele Aspekte, die Mut machen”

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Auch Max Eberl sieht „nicht so viele Aspekte, die Mut machen”

Von: Heribert Förster
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Täter-Opfer-Beziehung: Raul Bobadilla lässt sich zu einer Tätlichkeit an Hannovers Provokateur Sergio Pinto hinreißen. Foto: Imago/T-F-Foto

Mönchengladbach. Dahin, „wo der Pfeffer wächst”, wollen ihn einige schicken, „ohne Rückflugticket” in die argentinische Heimat abschieben andere, und manch einer möchte ihn einfach nur noch „verschenken”. Das wäre diese Art Geschenk, die einen nicht unbedingt erfreut. Denn wer in der Bundesliga möchte Raul Bobadilla schon geschenkt haben?

Der 23-Jährige ist ohne Zweifel ein talentierter Fußballer, doch ohne Zweifel ist er auch ein schwer zu integrierender Fußballer. Der am Samstag seiner Mannschaft einen „Bärendienst” erwiesen hat, um noch die charmanteste Beschreibung zu wählen.

Mit einem dämlichen Tritt an den Oberschenkel des am Boden liegen Hannoveraners Sergio Pinto fragte sich der unbeherrschte Stürmer nach 43 Minuten die Rote Karte.

Mildernd auf das Strafmaß des DFB-Sportgerichts werden sich seine „netten” Worte gegenüber dem vierten Offiziellen beim beleidigten Abgang sicher auch nicht auswirken.

Und vereinsintern kündigte Max Eberl nach der 1:2-Niederlage gegen Hannover 96 eine „drastische Strafe” an, die sich der Argentinier heute im Büro des Sportdirektors abholen kann.

Das ist die eine Geschichte des Spiels, die andere ist eine bekannte Wiederholung aus vielen anderen Begegnungen der Borussia in dieser Saison. Die Spieler bauten sich was auf, führten dank Michael Bradleys Freistoßtor mit 1:0 (17.) und beherzigte - wenn auch auf einem bescheidenen Niveau - die gestellten Anforderungen. Sie standen kompakt, sie liefen füreinander, sie machten die Räume eng, und sie vermieden individuelle Fehler.

Der Gast aus Hannover war an diesem ungemütlichen Samstag „wie gemalt”, um endlich den ersten Heimsieg zu feiern. Harmlos, bieder, beherrschbar. Dann kam Bobadillas (Auf-)Tritt, aber auch nach dem Wechsel lief das Spiel wie zuvor. 28 Minuten lang.

Die Borussen standen kompakt, die Borussen liefen füreinander, die Borussen machten die Räume eng, die Borussen vermieden individuelle Fehler.

Bis zur 73. Minute, als auf Mönchengladbachs linker Abwehrseite nicht energisch genug agiert, der quirlige Ya Konan von Marx, Daems und Callsen-Bracker nicht attackiert wurde, und Mike Hanke mit dem Kopf vor Anderson am Ball war. 1:1, und der Anfang vom Ende, denn in der Folge verlor Borussia - wieder einmal - die Ordnung, und die Protagonisten des ersten Gegentreffers waren auch beim zweiten tatenlos.

Nur zwei Minuten später traf Ya Konan zum 1:2, und Hannovers Trainer Mirko Slomka durfte später sagen: „Wir sind in Ruhe und Gelassenheit zu unseren Chancen gekommen.” Eher Recht hatte da schon sein Kollege Michael Frontzeck, der feststellte: „Das Spiel haben wir verloren und nicht Hannover gewonnen.”

Fakt ist, dass die Borussia auch das achte Heimspiel nicht gewonnen und dass sie schon mächtig Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz hat. „Es gibt nicht so viele Aspekte, die Mut machen”, gesteht sogar Max Eberl ein.

Es gibt aber spätestens nach dieser Partie genug Aspekte, die nach Handlungsbedarf förmlich schreien. Die Borussia sollte nicht nur, nein, sie muss in der Winterpause Geld in die Hand nehmen, um den Strategen zu verpflichten, der weder Michael Bradley noch Torben Marx ist.

Ein Typ wie Tomas Galasek, der in der Rückrunde der Saison 2008/09 die Mannschaft führte, fehlt den Mönchengladbachern, die nur zum „geliebten” Nachbarn” nach Köln schauen müssen, um zu sehen, wie wichtig eine ordnende Hand im Mittelfeld ist. Seit Petit wieder spielt, ist die Ordnung beim FC auch wieder gut.

Ach ja, das Thema Trainerwechsel darf nicht fehlen. „Ja” antwortete Max Eberl nur, als die Frage kam, ob Michael Frontzeck auch noch in der Winterpause Trainer sei. Das Konzept, die Kontinuität wird nicht angepackt, und auch der Trainer ist „überzeugt von diesem Weg”.

Der muss vorerst ohne Raul Bobadilla beschritten werden. Dessen Weg führte am Sonntag (noch) nicht ins Pfefferland oder in die Heimat. Sondern ins Münsterland. Der „Gladbachfanclub Saerbeck ´07” hatte den Argentinier zu seiner Weihnachtsfeier zugelost bekommen. Es gibt auch Fanklubs, die hatten Losglück...
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