Eupen - AS Eupen: Hausdurchsuchung bei einem Polizisten

AS Eupen: Hausdurchsuchung bei einem Polizisten

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
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Hofft auf eine schnelle Klärung: Eupens Sportdirektor Manfred Theissen, dessen Haus durchsucht wurde. Foto: Wolfgang Birkenstock

Eupen. Manfred Theissen kennt sich aus in Sachen Recht und Gesetz. Der 48-Jährige war stellvertretender Zonenleiter bei der Eupener Polizei, bevor er sich wegen seiner zeitaufwendigen Tätigkeit als Direktor des ortsansässigen Fußballklubs AS freistellen ließ.

Am Dienstag standen nun unangemeldete Gäste vor Theissens Wohnhaus, die Brüsseler Staatsanwaltschaft hatte polizeiliche Ermittler entsandt. Sie durchsuchten das Haus und beschlagnahmten den persönlichen Computer Theissens; 18 Beamte kümmerten sich in gleicher Mission um die Geschäftsräume der AS und stellten sämtliche Festplatten sicher.

Kaum zu glauben: In dieser Geschichte geht es eigentlich nur darum, ob der belgische U18-Internationale Jason Adesanya für seinen Verein Lierse SK in der Nachholpartie der 1. belgischen Division gegen KV Mechelen spielberechtigt war.

Das Duell musste Anfang Dezember zunächst abgesagt werden, am 15. Februar kam es zur Nachholbegegnung. Die Statuten im Nachbarland schreiben vor, dass in Nachholspielen nur jene Akteure eingesetzt werden dürfen, die schon zum ursprünglichen Termin spielberechtigt waren. Und das, so die Eupener Sicht, treffe auf Adesanya nicht zu, da die Lizenz erst am 15. Februar ausgestellt worden sei.

Lierse SK hatte den Jungprofi auf dem Spielberichtsbogen eingetragen, aber gegen Mechelen gar nicht eingesetzt. Für die AS ist die Angelegenheit dennoch von großem Interesse: Lier, unmittelbarer Konkurrent im Kampf um den direkten Klassenerhalt, hatte die Partie mit 2:1 gewonnen.

Am „grünen Tisch” will Eupen den vermeintlichen Verstoß gegen das Regelwerk entsprechend geahndet wissen: mit einer 0:5-Wertung. Dann müsste Lier in die Relegationsspiele um den Klassenerhalt gegen den SC Charleroi (die erste Partie soll am Sonntag stattfinden), die AS würde in der Tabelle auf Platz 14 klettern und wäre direkt gerettet.

Eupen reichte Klage ein beim belgischen Fußballverband, doch der bestritt, einen solchen Einschreibebrief erhalten zu haben. Nun klagte Eupen gegen den Verband, der Verband gegen die AS - wobei der Klub nicht über den Gegenstand der Klage informiert ist, weil er bislang keine Akteneinsicht erhalten hat. Jedenfalls wurde die Staatsanwaltschaft auf den Plan und nach Ostbelgien gerufen; die Frage, die zu klären ist: Hat die AS Eupen den „Fall Adesanya” ordnungsgemäß und fristgerecht beim Verband gemeldet?

„Hoffen auf schnelle Klärung”

Manfred Theissen will sich derzeit nicht äußern. Ralph Lentz, der den Klub anwaltlich vertritt, sieht die Hausdurchsuchungen eher positiv: „Wir hoffen auf eine schnelle Klärung. Ich bin kein Computerfachmann, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Suche nach diesem Schreiben als besonders schwierig erweist.” Donnerstagabend hat Theissen zunächst einen Termin beim Sportkomitee des Fußballverbandes in Brüssel. Am Freitagvormittag wird die Justiz im Eilverfahren ein Urteil sprechen - wenn sich die AS und die „Union Belge” nicht bis dahin in einem Vergleich geeinigt haben.
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