AS Eupen: Gruppe aus Katar übernimmt das Kommando

Von: Thomas Evers
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Eupen. Beim ostbelgischen Fußball-Zweitligisten AS Eupen hat am Mittwoch eine neue Zeitrechnung begonnen. Ab sofort übernimmt die „Aspire Zone Foundation” aus Katar die Kontrolle im sportlichen Bereich und im Management.

Das Sportinstitut ist Teil der „Aspire Academy”, die 2004 in der katarischen Hauptstadt Doha als eines der weltweit größten Trainingszentren eröffnet wurde.

In den vergangenen Jahren lag das Schicksal der Allgemeinen Sportvereinigung zunächst in den Händen des italienischen Investors Antonio Imborgia, ehe im Sommer 2011 der deutsche Geldgeber Ingo Klein, der seit November 2011 wegen des Verdachts auf Anlagebetrug in Untersuchungshaft sitzt, das Kommando übernahm.

Sportlich erlebte der Verein zwar mit dem erstmaligen Aufstieg in die 1. Division 2010 die erfolgreichste Zeit seiner Geschichte. Vor wenigen Wochen wurde die Rückkehr in die 1. Liga unter Trainer Wolfgang Frank nur knapp verpasst, aber finanziell stand dem Verein das Wasser bis zum Hals. Die neue Lizenz war nur dank der finanziellen Hilfe des belgischen Spielerberaters Luciano DOnofrio erteilt worden.

Das Angebot der „Aspire Zone Foundation” war der letzte Strohhalm, den die AS ergriff, um den Profifußball in Eupen zu sichern. Wie viel die Kataris investieren werden, wurde nicht bekannt, aber dass die Finanzen keine Rolle spielen, stellte Andreas Bleicher, Sportdirektor bei Aspire und früherer Leiter des Leverkusener Olympiastützpunktes, klar: „Der Ölpreis ist im Moment ziemlich hoch . . .”

Die Zusammenarbeit sieht vor, dass ab der kommenden Saison 15 in Katar ausgebildete Spieler in den Eupener Profikader integriert werden. Sie werden gemeinsam mit 15 bei der AS unter Vertrag stehenden Spielern den Kader für das neue Spieljahr bilden. Die Mannschaft soll möglichst schnell den Aufstieg in die 1. Division schaffen und sich dort dauerhaft etablieren.

Die aus Katar „gelieferten” Spieler werden fast ausschließlich aus Afrika stammen, denn die „Aspire Zone Foundation” sichtet allein in Afrika jährlich mehrere hunderttausend Spieler, aus denen wenige Talente ausgesucht werden, die anschließend in Katar ausgebildet werden.

Finanzielle Interessen verfolgt die „Academy” nach eigenen Angaben nicht, sie will lediglich das Niveau der eigenen Liga verbessern. Eupen soll für die Spieler derweil nur eine Zwischenstation sein: „Ich bin überzeugt, dass schon in einigen Jahren in Eupen ausgebildete Spieler bei Chelsea, Bayern oder Barcelona spielen werden”, so Bleicher. Wer Trainer bei der AS wird und welche Spieler kommen werden, soll in den nächsten Wochen bekannt werden.
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