Arslan versetzt Borussia einen Dämpfer

Von: Daniel Theweleit
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Spielverderber: Der Ex-Aachene
Spielverderber: Der Ex-Aachener Tolgay Arslan überwindet Gladbachs Keeper Marc-André ter Stegen zum Hamburger Ausgleich. Foto: dpa

Mönchengladbach. Verschiedene Experten haben sich in dieser Woche einen netten Spaß gegönnt und die so genannte „Favre-Tabelle” berechnet. Denn vor dem 1:1 (1:0) von Borussia Mönchengladbach gegen den Hamburger SV am Freitagabend hatte Trainer Lucien Favre exakt 34 Partien, also eine Saison, als Trainer der Gladbacher bestritten.

Nicht ganz überraschend rangiert der Klub vom Niederrhein im Tableau dieser 34 Spieltage knapp hinter Borussia Dortmund und dem FC Bayern auf dem dritten Rang. Nun ist es ausgerechnet dem Hamburger SV, der mit der Niederlage gegen Werder Bremen aus der Vorwoche seine Ambitionen auf eine Europapokal-Qualifikation beigelegt hat, gelungen, den Gladbachern einen empfindlichen Dämpfer zu versetzen.

Kein Zuckerabend

Schon in den ersten Minuten entstand der Eindruck, als hätten die Gladbacher diesmal keinen Zuckerabend erwischt. Der HSV verdichtete geschickt die Räume im Mittelfeld, Mike Hanke hatte schon nach zehn Minuten drei unsaubere Pässe gespielt, und das schnelle Vertikalspiel der Borussia kam nicht so richtig in Gang.

Die gute Ordnung des HSV spielte sicher eine Rolle in dieser Anfangsphase, aber vielleicht lag die Ursache für die Gladbacher Ungenauigkeiten auch in den Umstellungen, die Lucien Favre vornehmen musste. Patrick Herrmann fällt ja längere Zeit mit einem Schlüsselbeinbruch aus, deshalb gab Marco Reus seine Lieblingsposition als hängende Spitze auf und spielte rechts im Mittelfeld, während Igor de Camargo den Posten des zweiten Stürmers neben Mike Hanke besetzte.

Doch je länger die erste Hälfte lief, desto klarer zeigte sich auch in dieser neuen Konstellation die fußballerische Überlegenheit der Borussia. Die Kombinationen durchs Mittelfeld wurden immer präziser, und bald ergaben sich auch die ersten guten Chancen. Roel Browers konnte nach einer Ecke ziemlich unbedrängt aufs Tor schießen, Dennis Diekmeier rettete auf der Linie (21.), und zwei Minuten später flog ein Schuss von Juan Arango knapp am rechten Pfosten vorbei. Die beste Gelegenheit der ersten Hälfte aus dem Spiel heraus hatte dann de Camargo, der nach einem hübschen Pass von Neustädter frei vor dem Hamburger Tor auftauchte, aber den Fuß von Jaroslav Drobny anschoss (28.).

Aber weil die Gladbacher im Augenblick vom Glück geküsst sind, gelang ihnen wenige Momente vor der Pause doch noch das Führungstor. Juan Arango schlug einen Freistoß auf den Elfmeterpunkt, wo Hanke die Richtung des Balles so veränderte, dass er im Netz landete. Der Borussia-Park bebte, doch regulär ist dieses Tor nicht gewesen, denn Hanke stand bei Arangos Vorlage im Abseits.

Der HSV war nach dem Wechsel die bessere Mannschaft, drängte die Borussia in die eigene Hälfte, und nach einer Ecke (Dante hatte das Kopfballduell gegen Guerrero verloren) stocherte Tolgay Arslan den Ball zum Ausgleich ins Netz (56.). In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, beide Teams investierten, doch Torgelegenheiten gab es kaum noch.

Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Reus, Arango - Hanke, de Camargo (79. Otsu)

Hamburg: Drobny - Diekmeier, Westermann, Rajkovic, Aogo - Rincón, Jarolim - Sala (72. Ilicevic), Jansen (83. Son) - Arslan (90.+1 Kacar), Guerrero

Schiedsrichter: Perl (Pullach) Zuschauer:54 049 (ausverkauft) Tore: 1:0 Hanke (45.), 1:1 Arslan (56.) Gelbe Karten: Reus (2)/Arslan, Jarolim (4), Rincón
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