André Schürrle bricht Borussia das Genick

Von: Bernd Schneiders
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Menschliches Durcheinander im Strafraum der Borussia: Erst drei Minuten vor Schluss sorgte der Mainzer André Schürrle für Klarheit - und zerstörte die Hoffnungen der Gäste auf einen Teilerfolg. Foto: dpa

Mainz. Drei Minuten fehlten Borussia Mönchengladbach zu einem Teilerfolg. Doch dann musste Gladbach durch einen fulminanten Schuss von André Schürrle doch noch eine ganz bittere Niederlage hinnehmen. Der Traum der Borussen, den letzten Tabellenplatz zu verlassen, war bereits zuvor geplatzt, als Mike Hanke mit Gelb-Rot vom Platz flog.

Borussias Trainer Lucien Favre vertraute der Mannschaft vom 5:1-Sieg über den 1. FC Köln. Und auch die mitgereisten Fans sogen Zuversicht aus dem Erfolg vom letzten Sonntag gegen den Edel-Rivalen: „Mit dem Derby-Sieg im Nacken, den Klassenerhalt packen!”, forderten sie per Spruchband. Dem immer noch verwegenen Plan musste der Gastgeber eine neue Innenverteidigung entgegensetzen. Für die gesperrten Nikolce Noveski und Bo Svensson bildeten Niko Bungert, der zuletzt rechts verteidigt hatte, und U21-Nationalspieler Jan Kirchhoff die zentrale Abwehr.

Und auch die Meenzer Anhänger waren „plakativ”: „Euro-League? Yes we can!” reckten sie dem Mainzer Himmel entgegen. Das passt zum 05er Trainer, der auch gerne in die anglophone Wortkiste greift. Sein „Matchplan” sah offensichtlich „Speed-Fußball” vor. Das hatte ein vereinseigener Balljunge noch nicht in der Schule gehabt und wurde rüde von Tuchel angeraunzt, weil er die Kugel nicht schnell genug an den Mainzer Mann brachte.

Der König der Schnelligkeit legte auf dem Feld nach. André Schürrle drehte sich listig um Martin Stranzl herum, zog ab, doch Borussias neuer Torhüter Nr. 1, Marc-André ter Stegen, wehrte mit dem Fuß ab (2.). Mainz setzte Gladbach weiter unter Druck, unterstützt von allzu vielen Ballverlusten der Gäste. Speziell Heimkehrer Roman Neustädter „glänzte” wieder durch schlamperte Anspiele. Rechtsverteidiger Tony Jantschke mühte sich mehr schlecht als recht gegen „Speedy” Schürrle ab. Aber auch Favre hat einen Edel-Sprinter in seinen Reihen. Und der sorgte in der 21. Minute für ein erstes Gladbacher Offensiv-Ausrufezeichen: Duett mit Mike Hanke, doch der Rechtsschuss von Marco Reus strich knapp am linken Pfosten vorbei.

Borussia brachte keine Ruhe ins Spiel und konnte die mangelnde Abstimmung zwischen Christian Wetklo, der den verletzten Heinz Müller im Tor ersetzte, und dem neuen Innenverteidiger-Gespann nicht nutzen. Im Gegenteil: Mainz erhöhte den Druck, Schürrle wurde im allerletzten Moment von Dante am konzentrierten Torschuss gehindert (35.).

Lucien Favre wurde es zu mulmig: Er beorderte Juan Arango nach innen, Stoßstürmer Mo Idrissou rückte für den Venezolaner auf die linke Seite. Hanke blieb die einzige Spitze. Immerhin sorgte Arango vor dem Pausenpfiff mit einem 30-Meter-Freistoß für ein weiteres Lebenszeichen des Tabellenletzten - Wetklo hielt.

„Wir wollen gewinnen”, hatte Favre vor dem Spiel kategorisch erklärt. In der 53. Minute verschob sich der Akzent: Mike Hanke sah nach einem Foul an Eugen Polanski Gelb-Rot. Kontern war nun angesagt. Spezialist dafür ist Marco Reus, der bei einem Sprint von Polanski elfmeterwürdig am Fuß getroffen wurde. Aber nicht für Schiedsrichter Deniz Aytekin. Hanke verloren, aber an defensiver Stabilität gewonnen: Der Favre-Elf brachte dieses Paradoxon fast einen Punkt. Bis Schürrle abzog...
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