Mönchengladbach - Andersen schockt die Borussia

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Andersen schockt die Borussia

Von: Bernd Schneiders
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Uber den MSV Duisburg gestolpert: So wie in dieser Szene Mönchengladbachs Roberto Colautti von Björn Schlicke zu Fall gebracht wird, brachten die Zweitliga-Kicker den Erstligisten zu Fall. Foto: dpa

Mönchengladbach. Am Dienstag gab es in Nordrhein-Westfalen eine Groß-Razzia gegen illegales Glücksspiel mit zahlreichen Festnahmen. Legales Glücksspiel darf weiter stattfinden: In letzter Sekunde der regulären Spielzeit schoss Duisburgs Kristoffer Andersen Borussia Mönchengladbach aus dem Pokalwettbewerb, nachdem der Erstligist seine zahlreichen Chancen nicht genutzt hatte.

Der Sohn des Ex-Profis Henrik Andersen nutzte einen Doppelpass mit Sören Larsen zum goldenen Tor.

Der DFB ist - auch schon mal aus gutem Grund - rückwärts gewandt. Den Verband mag die fünfjährige Schreckensbilanz der Borussen (seit 2004 nicht über die zweite Runde hinausgekommen) so gedrückt haben, dass er dem Traditionsklub zum ersten Pokalspiel im Borussia-Park einen guten alten Bekannten zur (Spielfeld)-Seite gestellt hatte: Volker Wezel. Der 44-Jährige wedelte bereits 1995 beim Pokalsieg über Wolfsburg mit der Fahne. Seit dem wurde aus dem Europapokalteilnehmer ein mehrfacher Zweitligist - und aus dem Linienrichter ein Schiedsrichterassistent.

Von all dem hat Michael Bradley nur wenig mitbekommen. Der US-Boy war damals erst sieben Jahre alt. Als 22-Jähriger aber war das Match gegen Duisburg für ihn auch ein besonderes: die große Chance zur Wiedergutmachung. Bei der Nachbesprechung der Liga-Niederlage in Bremen hatte sich der Ehrgeizling uneinsichtig gezeigt und war auf Eis gelegt worden. Muskuläre Probleme von Thorben Marx ließen dieses schmelzen: Der Amerikaner für den Berliner war die einzige personelle Veränderung, die Trainer Michael Frontzeck nach dem 2:4 gegen Hoffenheim vornahm.

Bradley brauchte einige Minuten, um in Fahrt zu kommen. Schon eher auf Hochtouren war Raul Bobadilla, aber zum Glück für den MSV leicht überdreht: Der argentinische Stürmer scheiterte nach einem Zuckerpass von Juan Arango erst an MSV-Torhüter Tom Starke, beim zweiten Versuch verzettelte sich der „Offensiv-Bulle” statt den besser postierten Arango zu bedienen (4.).

Von Einseitigkeit allerdings keine Spur: Auch der Zweitligist spielte mit seinem Quasi-Dreiersturm Caiuby-Larsen-Ede munter nach vorn. Beide Abwehrreihen wirkten nach jeweils zwei Niederlagen in Folge nicht übermäßig selbstbewusst. Schon früh festigte sich der Eindruck, dieses Spiel konnte nicht 90 Minuten torlos bleiben.

Gladbach erspielte sich Vorteile, scheiterte aber zum Teil an der eigenen Verspieltheit oder Ungenauigkeit. Wezels Gegenüber verschafften sie obendrein einen anstrengenden Abend. Die Schultermuskulatur des zweiten Assistenten Tobias Stieler, zum Glück 16 Jahre jünger als Wezel, wurde überstrapaziert, immer wieder liefen Matmour & Co. ins Abseits. Immerhin aber waren sie zweimal ganz nah dran an der Führung, die inzwischen verdient gewesen wäre: Doch Matmour versemmelte eine präzise Flanke von Bobadilla neben das Tor (42.), Arango scheiterte aus kurzer Distanz an Starke (45.).

Gladbach wollte - manchmal zuviel. Der Aufwand war häufig groß, der Effekt zu klein. Bobadilla zeigte die Kraft der Schlichtheit: Kurz mit dem muskelbepacktem Hintern gewackelt und abgezogen - der Ball rauschte nur knapp am Tor vorbei (48.). Auch Arango durfte sich wieder - vergeblich - versuchen (53.) - doch nur zwei Super-Paraden von Torhüter Logan Bailly bewahrten Gladbach vor dem Rückstand. Eine Kopfball von Ben-Hatira lenkte er mit den Fingernägeln an den Innenpfosten, um dann gegen den selben Spieler per Fuß zu retten (51./54.).

In der 65. Minute wechselte Frontzeck vermeintlich mehr Zielstrebigkeit ein: Marco Reus und Oliver Neuville für Matmour und Colautti. Reus bestätigte das, doch Neuville nutzte dessen Sprint-Vorarbeit nicht, sondern schoss unbedrängt en Ball weit übers Tor (76.).
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