Am Ende steht nur Poldis Entschuldigung

Von: Wilhelm Peters
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Einfach trostlos: Lukas Podolski am Ende eines furchtbaren Kölner Spiels. Foto: dpa

Mönchengladbach. Die Hamburger Peinlichkeit sollte sich auf keinen Fall wiederholen. „Glauben Sie mir, wir haben alles getan, um uns auf dieses Derby einzustellen. Auch und gerade aufgrund der letzten Auswärtsbegegnung”, versicherte Frank Schaefer nach dem neuerlichen Desaster in Mönchengladbach.

Diese Pleite hinterließ Spuren beim Kölner Trainer, die er gar nicht verbergen mochte und konnte: „Die Art und Weise, die Körpersprache nach dem 0:1 und dem 1:4 - das war schon richtig enttäuschend.”

Es war ein sonniger Nachmittag, der für den FC im tristen Grau endete. Nur 15 Minuten nach der Pause, als Novakovic das 1:3 gelungen war und der eingewechselte Adil Chihi für einigen Wirbel auf der rechten Seite sorgte, waren in Ordnung. Frank Schaefer hatte da seine Mannschaft von einem 4-3-2-1- auf ein 4-4-2-System umgestellt. Doch Christian Eichner blies als Verursacher des Handelfmeters und dem daraus resultierenden 4:1 das Strohfeuer gänzlich aus.

Dass seine angestrebte Vertragsverlängerung nun in Gefahr gerät, kann ausgeschlossen werden, heftig geknickt war er dennoch, der Außenverteidiger. Und fand zunächst fast dieselben Worte wie Lukas Podolski. „Wir müssen uns bei allen Leuten für diese Vorstellung entschuldigen”, sagte der Kapitän. Und der Nationalspieler drückte das Geschehen zwei Wochen nach der 2:6-Blamage beim HSV und einer auswärts neuerlich indiskutablen Darbietung noch drastischer aus: „Wenn es so läuft, kriegen wir es immer auf die Fresse.”

Christian Eichner rang nach Worten: „Für unsere Fans tut es mit leid. Diese Leistung ist überhaupt nicht zu erklären. Es ist schwer, in Worte zu fassen, was alle zwei Wochen passiert.” Nach 45 Minuten war die Partie entschieden, fast aussichtslos. Kompakt wollten sie stehen, die Kölner, „und dann Nadelstiche nach vorne setzen”, beschrieb Eichner die Vorgabe, die nie umgesetzt wurde. So blieb die aus Kölner Sicht „schlechte Tradition”, gegen Mönchengladbach nicht mehr als ein Aufbaugegner zu sein.

Dass Eichner der „Strafstoß-Fauxpas” unterlief, nannte er hinterher „das i-Tüpfelchen auf meine persönliche Leistung. Nun will ich versuchen, nächsten Samstag gegen Stuttgart ein für uns positives i-Tüpfelchen zu setzen.” Seine Erklärungsversuche dieses entsetzlichen Auftritts aber waren ebenso zum Scheitern verurteilt, wie die seines Trainers.

„Es gibt Situationen im Sport, die schreien nach keiner Erklärung”, verließ Eichner den Ort des Geschehens mit gesenktem Kopf. Ihn und seine Kollegen muss Frank Schaefer nun bis Samstag wieder aufrichten. „Das ist bisher immer gelungen”, sagte Schaefer. Das ist auch dieses Mal bitter nötig; denn die bislang gesammelten 35 Punkte reichen kaum zum Klassenerhalt.
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