Alemannia: Wenn der Trainer den Spieler bremsen muss

Von: Klaus Schmidt
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Schmerzhafte Auswechslung: Kim
Schmerzhafte Auswechslung: Kim Falkenberg und Trainer Friedhelm Funkel. Foto: imago/Revierfoto

Düsseldorf/Aachen. Auch unter den „Null-zu-Nulls” gibt es solche und solche. Zuhause gegen den Tabellenletzten, das ist eine Enttäuschung. Auswärts gegen einen Aufstiegskandidaten, das sorgt für ungleich bessere Stimmung.

Und so konnte Friedhelm Funkel mit dem Torlos-Spiel am Montagabend bei Fortuna Düsseldorf auch „besser leben als eine Woche zuvor” gegen Hansa Rostock.

Während Norbert Meier, der Kollege des Trainers von Alemannia Aachen, die Journalisten aus der Landeshauptstadt nach dem sechsten sieglosen Spiel in Serie darauf hinwies, dass man sich nicht im Abstiegskampf befinde, stellte Funkel zufrieden fest: „In unserer Situation hilft jeder Punkt.”

Einstellung, Kampfbereitschaft, Leidenschaft - da hatten sich die Schwarz-Gelben nichts zu Schulden kommen lassen. Albert Streit wertete das Ergebnis auf: „Düsseldorf hat mehr als doppelt so viele Punkte wie wir. Das hat man teilweise gesehen - teilweise aber auch nicht.” Ein Spiel dennoch mit Folgen: Kim Falkenberg war da hingegangen, wos weh tut. Schon am Vortag im Training hatte ihn der Kollege Thomas Stehle am Knöchel erwischt, eine leichte Dehnung war die Folge.

Der Rechtsverteidiger warf vor dem Spiel in Düsseldorf noch Schmerztabletten ein. „Und dann steigt mir Lukimya mit seinen 60 bis 90 Kilo genau auf dieselbe Stelle.” Falkenberg wollte dennoch weiterspielen, auch vom Physio gab es keinen Einwand. Doch Friedhelm Funkel war die Sache zu riskant: „Ich habe gesagt, das kommt nicht in Frage. Und das war gut so, Kim auszuwechseln.” Die Diagnose am Dienstagvormittag ergab einen Bluterguss am Knöchel. „Da hilft nur absolute Ruhe. Kim wird jetzt fünf, sechs Tage garnichts machen und ganz sicher am Samstag gegen Paderborn ausfallen. Danach sehen wir weiter.”

Jetzt zwei Mal 0:0 in Folge, das bedeutet auch: Alemannia hat Verbesserungsbedarf in der Offensive. „Wir müssen in der Vorwärtsbewegung genauer und effektiver spielen, uns noch bessere Möglichkeiten erarbeiten”, sagt der Chefcoach. „Da sind wir zu fahrlässig.” Zum elften Mal blieb Aachen in dieser Saison ohne Torerfolg, das ist ligaweiter Spitzenwert. Funkel jammert nicht, er stellt nur fest: „Vorlagengeber wie im vergangenen Jahr Stieber und Arslan sind nicht mehr da. Darunter leidet auch ein Benny Auer und schießt halt nicht mehr 20 Tore in einer Saison, sondern vielleicht acht oder neun.”

In der Tabelle steht Alemannia nach acht Spielen ohne Niederlage so gut da wie noch nie in dieser Runde. Friedhelm Funkel weiß: „Das täuscht”, nur ein Punkt trennt Aachen vom Relegationsplatz, nur zwei Zähler sind es auf einen direkten Abstiegsrang. „Gut, dass so viele Mannschaften so eng beieinander liegen”, sagt der Trainer. Die sieben Bewerber um den Klassenerhalt werden sich noch reichlich gegenseitig Punkte abnehmen, Alemannias Chance liegt vor allem in den vier direkten Duellen beim FSV Frankfurt, in Ingolstadt und Duisburg sowie am Tivoli gegen Karlsruhe. Was nichts am kurzfristigen Ziel ändert: „Gegen Paderborn wollen wir einen Dreier nachlegen.” Und damit ist nicht das dritte 0:0 in Folge gemeint.
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