Alemannia verdirbt Party nicht

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:
alembild09
Drei Duisburger auf Alemannen-Jagd: Jürgen Säumel (von links), Olcay Sahan und Srdjan Baljak stellen Tolgay Arslan. Foto: gettyimages

Duisburg. Goldenes Jubiläum für Milan Sasic: Der Trainer des MSV Duisburg stand vor seinem 50. Sieg als Zweitliga-Trainer. Nur die Gäste, die sich Sasic zur Party eingeladen hatte, wollten zunächst nicht recht mitfeiern: Alemannia Aachen ließ sich letztendlich aber doch nicht lumpen und unterlag mit 2:3.

„Jedes Meisterschaftsspiel ist für uns eine Vorbereitung auf das Pokal-Finale Berlin”, hatte der gelbgesperrte Duisburger Verteidiger Olivier Veigneau vor der Partie den gerade einmal 13147 Zuschauern über das Stadion-Mikrofon erklärt. Und so trat der MSV auch zunächst auf: abwartend, defensiv aufgestellt, ohne große Bereitschaft, ein spielerisches Feuerwerk abzubrennen. Schiedsrichter Christian Schößling musste für den größten Aufreger der ersten 40 Minuten sorgen: Nach einer Attacke von Timo Achenbach gegen Sefa Yilmaz zeigte der Leipziger auf den Elfmeterpunkt (8.). Der Ex-Alemanne Goran Sukalo lief an - und Torwart David Hohs fischte den schwach geschossenen Ball aus dem unteren rechten Eck.

Das Chancen-Plus lag in der Folge bei den Gästen, doch weder der Freistoß von Kevin Kratz (11.) noch sein Schuss ans Außennetz (35.) waren geeignet, MSV-Keeper David Yelldell groß ins Schwitzen zu bringen. Die beste Möglichkeit der Hausherren, als aus dem Getümmel heraus der Ball Maurice Exslager vor die Füße fiel (21.), blieb ebenfalls ungenutzt; der Schuss strich knapp am Pfosten vorbei.

Es war erneut Schößling, der kurz vor dem Wechsel spielentscheidend in die Partie eingriff: Duisburgs Kapitän Srdjan Baljak, ständiger Unruheherd, hatte in Abseitsstellung den Ball angenommen, sich gegen Tobias Feisthammel durchgesetzt und Hohs im Tor keine Chance gelassen (40.).

„Verkehrtes Tor”

Doch die Alemannia schlug mit einem „verkehrten Tor” zurück: Einen katastrophalen Fehlpass von Daniel Reiche nahm Kapitän Benny Auer auf und bediente seinen treuen Vorlagengeber Zoltan Stieber. Der Ungar ließ sich nicht zweimal bitten und überwand Yelldell mit einem schönen Schlenzer zum Ausgleich (45. + 1). „Mit so einem Traumpass möchte ich auch einmal bedient werden”, lobte sich Auer bescheiden grinsend anschließend.

Kurz nach Wiederanpfiff schlüpfte der 30-Jährige aber wieder in seine Standardrolle, als er die präzise Flanke von Shervin Radjabali-Fardi zum 23. Rückrunden-Tor der Alemannia einnickte (49.) Doch dem nach Hertha BSC zweitbesten offensiven Rückrunden-Wert steht auch die zweitschlechteste Defensivwertung gegenüber. So nahm das Alemannia-Schicksal dann doch noch seinen fast schon gewohnten Lauf. Einen eigentlich harmlosen Schuss von Säumel ließ David Hohs genau vor die Füße von Maurice Exslager klatschen, der keine Mühe hatte, den Ausgleich zu besorgen (62.).

Und auch wenn Aachens Trainer Peter Hyballa in der Coaching-Zone wieder eine komplette Wagner-Oper durchdirigierte, seine Defensive konnte den Siegtreffer der „Zebras” nicht verhindern: Baljak setzte Sukalo gekonnt im Strafraum in Szene, Tobias Feisthammel schaute nur staunend zu statt einzugreifen, und der Ball zappelte im Netz (85.). „Das waren wieder dumme Gegentore”, ärgerte sich Manuel Junglas. „Es kann doch nicht angehen, dass man auswärts zwei Tore schießt und dann doch noch als Verlierer vom Platz geht.”

Peter Hyballa setzte akustisch den Schlusspunkt mit einer zugeknallten Kabinentür. Fünf Minuten später hatte sich der 35-Jährige dann doch beruhigt: „Der Sieg des MSV geht in Ordnung, weil sie die bessere individuelle Qualität haben.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert