Aachen - Alemannia: Uludag will wieder zum Antreiber werden

Alemannia: Uludag will wieder zum Antreiber werden

Von: Christoph Pauli
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Raus aus dem Leistungsloch: Di
Raus aus dem Leistungsloch: Die Formkurve von Alper Uludag zeigte zuletzt wieder leicht nach Foto: imago/Jereczek

Aachen. Vor dem Anpfiff der Hinrunde hat Peter Hyballa eine kleine Prognose abgegeben. Wer wird Alemannias Spieler der Saison 2011/2012? Die Antwort des inzwischen verabschiedeten Trainers war schnell gefunden: „Kevin Kratz und Alper Uludag.”

Auch Experten können irren. Kratz hat nach zwei Leistenoperationen noch keinen Rhythmus gefunden, und Uludag ist eines der vielen Rätsel in dieser Mannschaft.

In der Vorbereitung war das Kraftpaket noch der Taktgeber dieser Mannschaft. Als Kind muss er mal in ein Fass mit Red Bull gefallen sein. Wieder hatte der junge Mann für sich trotz Pause weitertrainiert. Er macht das immer so. „Wenn ich eine Woche aufhöre, habe ich alles verlernt”, grinst er. Er kam noch muskulöser wieder zur Arbeit. In der Frühphase der Saison war er Aachens bester Antreiber.

Einer, der den Geist des Dorfplatzfussballs noch pflegt. Beim Testspiel gegen Dinamo Kiew rasselte er gleich mehrfach mit dem berühmten Andrej Schewtschenko zusammen. Vor großen Namen macht ein Uludag nicht halt.

Die Formkurve sank, als die Saison angepfiffen wurde. Im Trainerstab vermutete man, dass sich der junge Mann etwas im Reich der großen Zahlen verlaufen habe. Im Hochsommer wedelte angeblich Chievo Verona mit dem dicken Scheckbuch. Der Verein war allerdings nicht interessiert, noch einen Leistungsträger abzugeben.

Uludag hat eine andere Meinung, lukrative Angebote habe er zu allen Zeiten gehabt, das werfe ihn nicht aus der Bahn. Aber auch der in Belgien geborene Spieler hat keine Erklärung, warum er aus seinen Qualitäten monatelang ein Geheimnis gemacht hat. „Junge Spieler fallen schon einmal in ein Loch, das habe ich in der Hinrunde erlebt.”

Die Krabbeltour heraus fiel mühsam aus, weil in dieser Phase eine komplette Mannschaft überraschend mit einem neuen Projekt konfrontiert wurde: Klassenerhalt! Das Team fand nur mühsam Halt. Uludag rutschte ein paar mal wieder ab.

Inzwischen ist er ein Einwechselspieler mit positiver Tendenz. „Die letzten drei Spiele haben mir Selbstvertrauen gegeben, das ich mit ins neue Jahr nehmen will.” Der Trainerwechsel war für Aachens Talente nicht so einfach. Eben noch war Risikobereitschaft gefordert, jetzt wurde das Motto „safety first” ausgegeben. „Friedhelm Funkel setzt auf Ruhe am Ball, auf defensive Stabilität, auf konzentrierte Arbeit”, hat Uludag erfahren.

Die Lektion habe er gelernt in den letzten Wochen. Uludag will wieder angreifen 2012: „Ich habe diesem Verein alles zu verdanken, jetzt will ich zurückzahlen.” Große Worte. Dabei war er Ende des Jahres auf dem großen Wühltisch gelandet, wo sich die Klubs in der Winterpause bedienen.

In der Türkei hat er nach ein paar guten Spielen in der U21-Nationalmannschaft einen guten Namen. In der Auswahl ist der 21-Jährige der einzige Spieler, der nicht in der Süper Lig unterwegs ist.

Türkische Vereine ergänzen bevorzugt ihre Belegschaft mit heimischen Spielern, die in Europa unterwegs sind. Die wenigen freien Tage nach Weihnachten verbrachte Uludag mit Kofferpacken. Das Angebot von Orduspor war lukrativ, Alemannia winkte unerwartet eine hübsche Transfersumme von etwa 400.000 Euro.

Die Offerte platzte, weil der abstiegsgefährdete Klub keine Bürgschaft beschaffen konnte. „Ich bin deswegen nicht traurig, weil ich mich hier wohl fühle”, sagt Uludag, der einen Vertrag bis 2014 unterschrieben hat.

Die Uhr ist auf Null gestellt, sagt Trainer Friedhelm Funkel vor dem Neustart 2012. Uludag nimmt einen neuen Anlauf, um der Prognose seines ehemaligen Trainers doch noch näher zu kommen.

Mehr als 13.000 Fans gegen Köln erwartet

Trainer Friedhelm Funkel wechselt am Freitagabend beim Test gegen den 1. FC Köln um 20.15 Uhr (live in Sport 1) munter durch. FC-Coach Stale Solbakken will dagegen die Elf auflaufen lassen, die auch am Samstag nächster Woche im Bundesliga-Match beim VfL Wolfsburg beginnen wird.

Bei beiden Spielen nicht dabei ist Lukas Podolski, der weiter seinen lädierten linken Knöchel schonen muss. Köln Stürmer-Star konnte am Mittwoch erstmals nach der Winterpause im Training wieder gegen den Ball treten. Ansonsten fehlt beim FC nur der Langzeitverletzte Adfil Chihi (Kreuzbandriss).

Am Donnerstagbend sind die Kölner aus dem Trainingslager an der Algarve zurückgekehrt - mit gut zweistündiger Verspätung, weil auf dem Rollfeld in Lissabon erst noch an der Maschine geschraubt werden musste.

Erwartet werden am Freitag auf dem Tivoli mehr als 13.000 Fans. Dauerkarteninhaber bekommen die Tickets ermäßigt. Die Stadionkassen öffnen um 18.15 Uhr.

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