Alemannia rettet Führung nicht ins Ziel

Von: Christoph Pauli
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Leipertz
Robert Leipertz bejubelt das 1:0 in Heidenheim. Foto: imago/Eibner

Heidenheim. Alemannias turbulente Woche endete dann zumindest sportlich einigermaßen versöhnlich. Die Gäste schafften beim 1. FC Heidenheim ein verdientes 1:1. Auch diese Bilanz hätte besser ausfallen können, wenn die Aachener ihre Möglichkeiten besser genutzt hätten.

Trainer René van Eck hatte mit einem Systemwechsel auf den Gegner reagiert und weitaus mehr verändert als erwartet. Kai Schwertfeger war im 4-1-3-2 der einzige Abräumer vor der Abwehr, die Mannschaft war auf schnelle Ballgewinne aus, sollte die Gegner vom eigenen Strafraum fernhalten. Einen ganz neuen Sturm schickte van Eck in den schwäbischen Nieselregen. Florian Müller und Robert Leipertz waren als Angreifer angekündigt, aber ganz so eindeutig war es dann nicht. Nicht nur Müller und Leipertz, sondern vor allem der ballsichere Kapitän Albert Streit tauchten in vorderster Linie auf. Sie spielten es durchaus flexibel, was den Hausherren über eine Stunde lang ziemlich Probleme bereitete.

Uwe Scherr war am Ende nicht ganz unzufrieden. „65 Minuten lang haben wir das taktisch und spielerisch sehr gut gemacht”, sagte der Alemannia-Geschäftsführer. „Wenn wir etwas kaltschnäuziger gewesen wären, hätten wir am Ende auch gewinnen können. So ist das Remis aber verdient.”

Vorsätze von erster Sekunde an

Die Aachener, das merkte man, waren mit großen Vorsätzen auf die Alb gereist. Nach drei Minuten spielte Streit Leipertz frei. Dessen Flachschuss ließ Heidenheims Keeper Erol Sabanov nach vorne prallen, aber Marcel Heller nutzte die Gunst der Stunde nicht. Er schob die Führung am Tor vorbei. Aachen blieb am Drücker, wieder musste Heidenheims Keeper bei einem Flachschuss von Kefkir beherzt zupacken. Der beste Szene des Schlussmanns folgte nach 14 Minuten: Albert Streit holte den Zirkel heraus und hätte aus 22 Metern exakt in den Winkel getroffen, wenn Sabanov nicht gekonnt das 0:1 verhindert hätte. Die Gäste traten auf wie ein selbstbewusster Absteiger.

Van Eck musste abermals die Aufstellung verändern. Weber schied mit muskulären Problemen aus, für ihn rückte Schwertfeger wieder auf den Verteidigerposten. Timo Brauer rückte ins Team.

Heidenheim wurde frenetisch angefeuert, aber fast immer war es viel Lärm um Nichts. Eine halbe Stunde war schon gespielt, da zog die erste Chance auf. Schnatterers Fernschuss ließ Keeper Melka wegprallen, beim Nachschuss hatte Gerrit Müller die Füße nicht gut justiert.

Van Eck stand schon früh an der Seitenlinie und schob seine Spieler pantomimisch nach vorne wie ein Hafenarbeiter leere Kisten. Hier ging etwas. Der Ball flutschte durchs Mittelfeld, Müller spielte Heller frei, und viel größer kann die Chance nicht sein, die man auslässt. Der schnelle Außenstürmer scheiterte aus sechs Metern erneut am starken Heidenheimer Keeper. Mit Pech lassen sich solche Fehlschüsse kaum noch erklären.

Dass sich die Aachener doch noch aufhellten, lag an Robert Leipertz. Der zog an der Mittellinie den Sprint an, schüttelte drei Verfolger wie lästige Fliegen ab, um dann aus 16 Metern mit rechts flach in die Ecke zu treffen (43.). Aachen führte endlich einmal, für den 19-Jährigen war es sein erster Treffer bei den Profis.

Die Aachener zogen sich nicht zurück, ein sattes Ein-Tore-Polster ist für diese Mannschaft kein Ruhekissen, Kefkir holte den Hammer raus, sein Weitschuss auf glitschigem Rasen war die nächste Herausforderung für Keeper Sabanov (53.).

Ein ruhender Ball reicht aus

Die Partie hätte längst in der Rubrik „Auswärtssieg” abgebucht sein können. Aber so reichte dann ein ruhender Ball, um die Heidenheimer zurück in die Wertung zu bringen . Den Eckball von Kapitän Schnatterer schob Tim Göhlert ohne große Gegenwehr aus einem Meter zum Ausgleich ein (70.).

Für die Hausherren war das 1:1 das Signal für einen Schlussspurt. Und da brauchten die Gäste, die sich nicht mehr gut befreiten, dann noch das Glück des Tüchtigen, um wenigstens die kleine Ernte einzufahren.
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