Alemannia: Neuanfang in der Regionalliga

Von: red/dpa
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Helmut Kutsch, Vizepräsident des Aufsichtsrats von Alemannia Aachen, spricht am 16.11.2012 vor dem Tivoli. Foto: dpa

Aachen. Der Traditionsclub Alemannia Aachen ist zahlungsunfähig. Nach diversen erfolglosen Sanierungsversuchen wird der Drittligist am kommenden Freitag beim zuständigen Amtsgericht in Aachen einen Insolvenzantrag einreichen. Wie der von der Alemannia beauftragte Rechtsanwalt Michael Mönig am Freitag bekanntgab, fehlen dem Verein zum jetzigen Zeitpunkt mehr als vier Millionen Euro.

„Es ist ein riesiges Liquiditätsloch. Das können wir nicht mehr stemmen”, kommentierte der Jurist.


Vor der Geschäftsstelle am Tivoli war es während der Pressekonferenz zu Auseinandersetzungen mit Fans gekommen. Polizei und Sicherheitsleute riegelten daraufhin die Zugänge ab. Wie es um das Seelenleben der Fans bestimmt ist, ist Präsident Meino Heyen bewusst. „Für sie bricht eine Welt zusammen. Ich hoffe, dass wir am Ende des Tages mit einer kleinen guten Meldung herausgehen: Wir fangen schuldenfrei in der Regionalliga an.”

Hauptauslöser für die Finanzmisere war das im Sommer 2009 eröffnete 50 Millionen Euro teure Tivoli-Stadion. Hohe Rückzahlungen machten der Alemannia mehr und mehr zu schaffen. Eine Umschuldung vor vier Monaten hatte trotz des Abstiegs aus der 2. Bundesliga Hoffnungen auf ein glückliches Ende des finanziellen Drahtseilaktes geweckt. Durch eine Umstrukturierung der Stadionfinanzierung waren die laufenden Kosten deutlich gesunken. Externe Prüfer entdeckten jedoch weitere Finanzlöcher und informierten den Aufsichtsrat über den Ernst der Lage.

Aachen war in der Saison 2006/07 aus der Bundesliga und in der vergangenen Spielzeit aus der 2. Liga abgestiegen. Mit 1481 Punkten führt der Club die ewige Zweitliga-Tabelle an. Noch im Jahr 2004 stand die Alemannia zum insgesamt dritten Mal im DFB-Pokalfinale gegen Werder Bremen (2:3) und überstand in der folgenden Saison sogar die Gruppenphase im UEFA-Cup.

Hintergrund: Folgen einer Insolvenz

Die Stellung des Insolvenzantrages hat zunächst keinerlei sportliche Auswirkung, weder auf Alemannia Aachen noch auf die schon gespielten oder noch zu spielenden Partien des Clubs. Erhält der Deutsche Fußball-Bund vom Amtsgericht Aachen jedoch vor dem letzten Spieltag die offizielle Mitteilung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder wird das Verfahren mangels Masse abgelehnt, werden gemäß der DFB-Spielordnung Paragraf 6 alle bisherigen Saisonspiele von Alemannia Aachen gestrichen.

Der einstige Bundesligist, der nach der Saison 2011/2012 in die 3. Liga abrutschte, steht dann als erster Absteiger in die Regionalliga fest und rückt am Saisonende ans Tabellenende. Sollte Aachen nicht sofort den Spielbetrieb einstellen und weiterhin an der Liga teilnehmen, werden die noch ausstehenden Partien des Clubs ebenfalls nicht gewertet. „Es ist der klare Wunsch, Lösungen zu finden, damit der Spielbetrieb von Alemannia Aachen in der 3. Liga aufrecht erhalten wird” sagte der für die 3. Liga zuständige DFB-Direktor Ulf Schott.


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