Alemannia: Der ehemalige „Top-Scorer” spürt den heißen Atem

Von: Klaus Schmidt
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50 Spiele in eineinhalb Jahren
50 Spiele in eineinhalb Jahren: Tobias Feisthammel. Foto: Birkenstock

Aachen. Dieser bislang größte Saisonsieg warf noch ein paar Früchte mehr ab. Kapitän Benny Auer ist seit dem 2:1 gegen den FC St. Pauli mit 55 Treffern nun Alemannias alleiniger Rekord-Torschütze in der Zweiten Liga vor „Bübbes” Kehr.

Seyi Olajengbesi holte sich für seinen 20. Einsatz in dieser Spielzeit eine Vertragsverlängerung ab; und der Innenverteidiger-Kollege Tobias Feisthammel beging sein 50. Spiel im deutschen Fußball-Unterhaus. „Ich hatte das gar nicht so registriert gehabt.” Der bald 24-Jährige pflegt keine persönlichen Bilanzen, „schön zu sehen” sei es aber doch. 50 Spiele in eineinhalb Jahren - „das ist nicht so schlecht”.

Vom Drittliga-Team des VfB Stuttgart war der gebürtige Reutlinger nach Aachen gewechselt, möglichst viel Einsatzzeit sollte die Sache lohnenswert machen. „Aber dass es so gut laufen würde, davon konnte ich nicht ausgehen.” Wo doch am Tivoli „gute Innenverteidiger waren und sind”. Trotz des einen oder anderen „Bolzens” verpasste Feisthammel in seiner ersten Saison nur drei Partien.

Die Verbannung durch Peter Hyballa auf die Bank am 2. Spieltag der aktuellen Runde gegen Braunschweig hatte der beidfüßig schussveranlagte Blondschopf „nicht unbedingt erwartet. Ich hatte ja zuvor in Aue nicht schlecht gespielt.” Doch schon in St. Pauli war „Feisti” wieder drin - und erzielte Alemannias erstes Saisontor. „Daran sieht man, wie schnell es im Fußball geht. Im Endeffekt waren die Entscheidungen des Trainers okay.”

Lange Zeit trug der Verteidiger einen branchenfremden Titel. Nach seinem zweiten Treffer gegen den FSV Frankfurt, in einer Phase, in der die Offensive unter Ladehemmung litt, hängten die Kollegen ein Plakat über Feisthammels Platz in der Kabine: „Top-Scorer”. Ein schöner persönlicher Erfolg, der dem Ausgezeichneten aber nichts bedeutete. „Ich bin froh, dass Benny (Auer) und Sergiu (Radu) wieder treffen und auch Aimen (Demai).”

Trainer Friedhelm Funkel schätzt neben der Torgefahr Feisthammels Zuverlässigkeit, „und Tobi ist sehr ehrgeizig. Er kann sich aber im Pass-, Kopfball- und Stellungsspiel verbessern. Er darf sich keine Blöße geben.” Die Nummer 5 spürt den heißen Atem von Thomas Stehle und Mirko Casper, die im Trainingslager in der Türkei und in den Tests überzeugten. „Der Trainer hat ja gesagt, dass es ein offener Schlagabtausch wird. Ich muss Woche für Woche Leistung bringen, auch im Training. Es zählt nicht, was war, sondern das, was ist.”

Samstagabend Cottbus: „Es kann nur besser werden”, sagt Feisthammel, der gegen Energie noch nie gewonnen hat (zwei Heimniederlagen, auswärts ein 3:3). Warum es besser wird? „Weil wir unsere Leistung vom letzten Wochenende bestätigen werden. Im Moment ist es schwierig, uns zu schlagen.” Ob Albert Streit, der wegen Magen-Darm-Problemen am Donnerstag nicht trainierte, auflaufen kann, entscheidet sich erst kurzfristig.

Im Sommer läuft Tobias Feisthammels Vertrag bei Alemannia aus. „Ich fühle mich hier wohl, es passt alles, und ich kann mir vorstellen, zu verlängern.” Dann auch den Mietvertrag für die ehemalige Sascha-Rösler- und Lukasz-Szukala-Wohnung.
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